Vera Russwurm und ihr „Ameisenhaufen“

Madonna-Talk

Vera Russwurm und ihr „Ameisenhaufen“

Die Moderatorin präsentiert ihr neues Buch „Der Ameisenhaufen“. Ein spannender Krimi über das Leben im Show-Business. 

Wer, wenn nicht sie, kennt das Show-Business in- und auswendig? Sie ist Showmasterin, Talkerin, Moderatorin und jetzt auch Autorin. Vera Russwum (56, moderiert aktuell  die Talk-Sendung Vera. Das kommt in den besten Familien vor auf ORF) präsentierte nun ihren neuen Roman Der Ameisenhaufen. Es geht um eine Produktionsfirma, um ihre Mitarbeiter, um eine Show und um eine Million Euro. Rundherum dreht sich’s um Liebschaften, Intrigen und auch um Glücksritter, die in der Welt des Fernsehens ihren Träumen hinterherjagen. 

Talk. MADONNA traf Vera Russwum bei ihrer Buch-Präsentation im Morawa und sprach mit ihr über den Anteil an Wahrheit und Fiktion in ihrem Buch, über ihre Erlebnisse in der TV-Welt, über die aktuellen Shows und über ihr Geheimnis des Glücks. Hier das Interview.  

Wie viel Wahrheit steckt in Ihrem Buch?
Vera Russwum: Das kann man prozentuell nicht beantworten. Aber einen Jonas, eine der Hauptfiguren des Romans, gibt es fast in jeder Redaktion. Der Jonas-Typ ist sehr realistisch. Hingegen die intrigante Redaktionsleiterin Maria eher nicht. Ihre Rolle ist komplett über­zogen. 

Ob das alle in der österreichischen Medien-Branche unterschreiben würden? 
Russwum: (lacht) Ich korrigiere, ich habe so eine Frau in meiner Karriere noch nicht kennengelernt. Aber klar, in allen großen Unternehmen sind Intrigen vor allem wegen Posten auf der Tagesordnung. 
 
Auch beim ORF?
Russwurm: (schmunzelt) Ich denke, in anderen Unternehmen noch viel mehr. Beim ORF hat man wenigstens alle fünf Jahre die Chance auf eine Rochade, danach könnte man die Redaktionsleiterin beerben. Im Gegensatz dazu wurden früher beispielsweise im AKH die Primarärzte auf Lebenszeit ernannt. 
Da hatte man danach auf dieses Primariat überhaupt keine Chance mehr. 
© Artner

Die handelnden Personen in Ihrem Buch arbeiten in einer Produktionsfirma. Gibt’s eine minimale Ähnlichkeit mit Ihrer Produktionsfirma? 
Russwurm: Nein, überhaupt nicht. Wir haben einen Familienbetrieb. Das läuft sehr entspannt. Aber die Begebenheiten im Buch an sich basieren natürlich auf Geschichten, die man sieht, spürt und hört, wenn man in dieser besonderen Branche arbeitet. 
 
Thema Show-Branche. Was denken Sie über Shows wie zum Beispiel das Dschungelcamp? 
Russwurm: Ich schau mir alles einmal an, weil das zu meinem Beruf gehört. Aber ich muss nicht dranbleiben. Natürlich hat alles seine Berechtigung. Wenn Menschen gerne anderen dabei zuschauen, wie sie sich im Dreck wälzen, dann bitte sehr. Nur denke ich, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender dabei nie ­mitspielen sollte. 
 
Wie viel Zeit bleibt Ihnen für Ihr Privatleben?
Russwurm: Genug. Alles eine Sache der Einteilung und der Sicht. Ich habe mir immer genug Zeit genommen, weil ich genug Zeit mit meinen drei Kindern verbringen wollte, vor allem als sie noch klein waren. Jetzt, wo die Kinder schon älter und aus dem Haus sind, habe ich mehr Zeit für uns zu zweit.  Und es gibt Zeiten, da drehe ich einfach mein Handy ab. 

© Vera Russwurm

„Der Ameisenhaufen“. Das neue Buch von Vera Russwurm. Ein sehr amüsanter Krimi über Show-Business und ihre Akteure. So haben Sie Unterhaltung noch bestimmt nicht erlebt.