Unsere Ski-Heldin im siebten Himmel

Ski-Star Kirchgasser

Unsere Ski-Heldin im siebten Himmel

Vergangener Sonntag, WM-Herren-Slalom in Schladming: Über 40.000 Menschen starren gebannt auf die Planai. Mitten unter ihnen – Österreichs erfolgreichste Ski-Dame bei der Heim-WM. Michi Kirchgasser, die sich erst einen Tag zuvor zu ihrer Goldmedaille auch noch Silber im Slalom geholt hat, strahlt zu Recht übers ganze Gesicht. Die sympathische 27-Jährige hatte in ihrer Karriere mit vielen Rückschlägen zu kämpfen und genießt ihren Erfolg jetzt umso mehr.

Liebe on top
Aber nicht nur in sportlicher Hinsicht ist die HAK-Absolventin im Himmel angelangt, auch in Liebesdingen hat „Kirchi“ gut lachen. Seit Juni letzten Jahres ist sie in festen Händen und genießt ihr Glück mit Sebastian Kirchgasser – der 27-Jährige heißt zufällig genauso wie seine Freundin – in vollen Zügen. MADONNA bat den Studenten und die Ski-Queen zum Liebes-Talk.

Michi, letzten Samstag fieberten knapp 1,3 Millionen Menschen zu Hause vor dem Fernseher und 40.000 Menschen vor Ort in Schladming mit Ihnen mit, als Sie im WM-Slalom eine Bestzeit hinlegten. Kann man eigentlich in Worte fassen, was sich da in einem abspielt?
Michaela Kirchgasser:
Das war ein echt unglaubliches Gefühl. Die Stimmung der Menschen ist der Wahnsinn, und auch wenn man normalerweise bei einem Rennen sehr fokussiert ist, bei der WM hat man das Jubeln und ab einem gewissen Zeitpunkt sogar den Stadionsprecher total mitbekommen. Und als die Zuschauer bei der Zwischenzeit so unglaublich laut wurden, wusste ich – das ist ein gutes Zeichen (lacht)! Und dann wollte ich einfach nur noch ins Ziel …

Sebastian, Sie waren live dabei – ich vermute einmal, dass Ihre Nerven auch blank lagen...
Sebastian Kirchgasser:
Das kann man wirklich so sagen (lacht)! Ich habe das erste Mal in meinem Leben wirklich weiche Knie bekommen. Ich durfte die ganze Atmosphäre mit Michis Eltern miterleben – und als wir wussten, dass Michi mindestens Dritte sein wird, sind wir uns in den Armen gelegen, haben gejubelt und die ein oder andere Träne verdrückt. Gekrönt wurde das Gefühl dann noch, als klar war, dass Michi Silber geholt hat.

Ich sage nur: Tage wie dieser …
Sebastian:
Ja, genau (lacht). So etwas erlebt man nicht jeden Tag, und es ist wirklich ­etwas ganz Besonderes. Michi hat sich das einfach so verdient – und ich glaube, dass ihr das auch die ganze Welt vergönnt.

Sie beide kennen sich schon fast Ihr ganzes Leben, gefunkt hat es aber erst letzten Juni. Woran lag’s?
Sebastian:
Ich habe viel gearbeitet, war viel unterwegs und selten zu Hause. Wir haben uns zwar schon öfter gesehen, haben uns aber nie so darauf eingelassen.
Michaela: Ja, aber irgendwie ist jetzt unsere Zeit gekommen (grinst verliebt).

Ein echter Zufall ist, dass Sie beide denselben Nachnamen tragen – das wird im Falle einer Hochzeit zumindest mal kein Streitthema werden …
Michaela:
Das stimmt allerdings. Und ein Doppelname wäre dann auch eher überflüssig (lacht).

„Gleich und gleich gesellt sich gerne“ oder „Gegensätze ziehen sich an“ – was trifft auf Sie beide mehr zu?
Sebastian:
Ich finde, bei uns passt: „Gleich und gleich gesellt sich gerne.“ Michi hat ihren eigenen Kopf, genauso wie ich. Aber wir sagen uns immer offen, was wir denken, und sind beide totale Genießer.
Michaela: Das stimmt absolut. Besonders gutem Essen mit einem guten Wein können wir beide nicht widerstehen. Oder einfach die Zeit zu zweit genießen, die da ist. Das verbindet uns sehr.

Apropos genießen – haben Sie Ihre großen Erfolge schon entspannt zu zweit gefeiert?
Michaela:
Nein, noch nicht. Im Moment ist noch so viel los, und ich bin dauernd unterwegs. Wir werden das aber sicher noch in aller Ruhe nachholen – ab nächsten Mittwoch bin ich dann eine ganze Woche daheim, und darauf freue ich mich schon sehr.

Michi, Ihre Schwester hat drei Kinder mit denen Sie viel Zeit verbringen. Wie schaut es mit Ihrem Kinderwunsch aus?
Michaela
: In ein paar Jahren ist das ganz sicher ein großes Thema für Sebastian und mich. Im Moment konzentriere ich mich weiterhin auf das Skifahren. Eine Profikarriere ist für uns Damen ohnehin nur bis zum Alter von 32, 33 möglich.

In den letzten Jahren hat sich die Optik der Skirennläuferinnen total verändert. Lindsey Vonn und Maria Höfl-Riesch beispielsweise sind bei Rennen geschminkt. Sind Sie auch eitel?
Michaela:
Nein, das bin ich eigentlich nicht. Aber es hat sich in den letzten Jahren tatsächlich einiges auf diesem Gebiet geändert. Vor zehn Jahren mussten die Skirennläuferinnen extrem muskulös sein – es waren fast so kleine „Mannfrauen“ –, wenn sie erfolgreich sein wollten. Das hat sich total verändert. Heute sind speziell beim Riesentorlauf total zierliche Frauen dabei. Aber abseits dessen ist es auch wichtig geworden, sich für die Sponsoren gut präsentieren zu können. Lindsey und Maria sind immer geschminkt – bei mir richtet sich das aber immer danach, wann ich in der Früh aufstehe (lacht).

Abschließende Frage: Konnten Sie schon verarbeiten, dass Sie die erfolgreichste österreichische Ski-Dame bei der Heim-WM waren?
Michaela:
Nein, ich bin irgendwie immer noch so zittrig und hibbelig – obwohl es ja schon einige Tage her ist. Ich glaube, das dauert noch, bis ich das wirklich alles realisiert habe (grinst).

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