Sonya Kraus im MADONNA-Talk

Über ihr neues Buch

Sonya Kraus im MADONNA-Talk

Achtung, Satire!“ sollte wohl über dem Titel des neuen Werks der deutschen TV-Moderatorin Sonya Kraus (44) stehen, haben sich doch kurz nach Erscheinen von "Baustelle Blödmann". Und heute bringe ich ihn um einige Männer gehörig angegriffen gefühlt. Dabei weiß man(n) doch, dass Kraus, die sich oft auch selbst aufs Korn nimmt (in Baustelle Body verriet sie all ihre Beauty-OPs), gerne provoziert. Obwohl selbst seit über 20 Jahren in einer glücklichen Beziehung, die sie tunlichst privat hält, sagt die Blondine jetzt: „Kerle sind Blödmänner wegen dieses verkrüppelten Y-Chromosoms. Den Männern fehlt einfach ein Stückchen. Das klebt aber zwischen den Beinen …“
 
Know-how. Wie frau dennoch das Beste aus ihnen herausholen kann, will die Mutter zweier Söhne auf 432 Seiten verraten. Was ihr Langzeit-Lebenspartner über ihre Verbalattacken sagt und wie die einstige Glücksrad-Fee verhindern will, dass ihre Kids zu „Blödmännern“ werden, erzählt sie im Interview.
 
Ihr neues Buch „Baustelle Blödmann“ handelt ja allgemein über Männer und speziell auch über Ihre eigenen Erfahrungen … Hatten Sie am Anfang Zweifel, ob es zu persönlich werden könnte?
Sonya Kraus: Es handelt sich ja um eine Mischung aus Anekdoten und wissenschaftlichen Fakten, und es ist eine Art Betriebsgeheimnis, wie viel davon auf wahren Begebenheiten beruht … Aber generell bin ich recht offen, wenn es um lustige Begebenheiten aus meinem Leben geht.
 
Sie sagen, dass Verliebtsein wie eine Droge ist und man in diesem Zustand nicht mehr ganz klar im Kopf ist.
Kraus: Ja, das stimmt, man macht unglaublich dumme Dinge, wenn man frisch verschossen ist. Man hat grundsätzlich dieses debile Dauergrinsen im Gesicht und verhält sich leicht wahnsinnig. Ich bin schon aufgrund von akuter Verliebtheit spontan nach Miami geflogen … Aber ganz durchgedreht bin ich zum Glück noch nicht. Vermutlich, weil ich im Herzen doch eine große Spießerin bin.
 
Sie sind schon über 20 Jahre mit Ihrem Freund zusammen und haben zwei Söhne. Wie hält man da die Romantik aufrecht?
Kraus: Unsere Oasen sind Urlaube. Dafür gebe ich dann auch gerne Geld aus. Klunker, Karren, Klamotten – das ist mir alles wurscht, aber die Ferien werden urlaubstechnisch komplett ausgenutzt. Da können wir dann auch als Paar wieder auftanken.

Ihr Freund gilt als sehr öffentlichkeitsscheu. Was hat er denn gesagt, als Sie von Ihrem neuen Buch erzählt haben? Immerhin kriegt er ziemlich sein Fett weg.
Kraus: Ach, er hat ein breites Kreuz … Er hat zwar viele Fehler, was ich aber wirklich an ihm liebe, ist seine Selbstironie. Er kann prima über sich lachen. Natürlich hatte er anfangs schon ein bisschen Bammel, aber als er das Buch dann gelesen hat, war er eher erleichtert, dass er noch so gut weggekommen ist.
 
Sie haben sich am Anfang Ihrer Beziehung ja sogar einmal getrennt, weil er Ihnen zu unromantisch war.
Kraus: Ja, er ist einfach niemand, der Mondscheinsonaten schreibt. Aber nach der Trennung stand er dann wieder vor der Tür und hat mir mit viel Kreativität bewiesen, wie tief er für mich empfindet. Und mittlerweile habe ich auch begriffen, wie er funktioniert.

Sie haben ja noch zwei kleine Männer zu Hause. Was versuchen Sie Ihren Söhnen mitzugeben, damit sie keine Blödmänner werden?
Kraus: Eine gute Herzensbildung. Was sie damit dann später machen – ob sie Baggerfahrer, Lebenskünstler oder Wall-Street-Broker werden –, das ist mir eigentlich egal. Außerdem versuche ich, sie geschlechtsneutral zu erziehen: Sie haben auch schon Rosa getragen, und falls sich einer mal die Nägel lackieren möchte, kann er sich gerne an meinem Sortiment bedienen. Und wenn sie mit Puppen spielen wollen, ist das für mich auch fein. Ich würde auch nie sagen: „Du heulst wie ein Mädchen!“ Es sollen ja moderne Männer werden, und dafür ist es wichtig, dass sie eben nicht diese Rollenklischees im Kopf haben. Sexy ist, wenn ein attraktiver Mann sagt: „Schatz, ich staubsauge jetzt mal eine Runde.“ Oder wenn er dir ein Drei-Gänge-Menü kocht und das atomare Chaos, das danach in der Küche herrscht, auch tatsächlich selbst beseitigt.
 
Kraus © Bastei Lübbe
Manko kommt von mann, meint Sonya Kraus und erklärt in ihrem Buch, wie frau „mit ein paar Handgriffen noch das Beste aus den Kerlen herausholt“. (Bastei Lübbe, 11 Euro).
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