So werden Sie zur Finanz-Diva

Endlich reich!

So werden Sie zur Finanz-Diva

Dazu braucht es keinen Lotto-Gewinn – Katja Eckardt verrät, warum Frauen dasbessere Händchen für Finanzen haben.

Über Geld spricht man nicht – Geld hat man.“ So lautet ein bekanntes Sprichwort. Aber was soll frau denn machen, wenn sie kaum Geld hat und noch nicht einmal darüber sprechen darf?


Dem Geld auf der Spur. Katja Eckardt, Autorin des Buches Reichtum ist Frauensache (erschienen am 15. 2. 16 im FBV Verlag), zeigt Frauen, wie sie ohne großen Aufwand ein kleines Vermögen anhäufen. Mit ihrem Buch will sie Frauen die Angst vor dem Thema Geld nehmen und erklärt wie sie auch in einer von Männern dominierten (Finanz-)Welt zu Reichtum gelangen. Der Talk.

Woher kam die Idee, ein Finanzbuch für Frauen zu schreiben?
Katja Eckardt:
Ich wollte „Investainment“ statt Langeweile! Noch mehr trockene, theorieüberladene Finanzbücher braucht kein Mensch. Ich finde, dass auch Bücher über Vermögensaufbau Spaß machen sollten, damit sich endlich viel mehr Menschen für dieses Thema begeistern.

Warum braucht die Welt denn mehr reiche Frauen?
Eckardt
: Es ist Zeit, dass Frauen aktiv als Unternehmerinnen oder Investorinnen auftreten. Sie sind sehr gefährdet, im Alter arm zu sein. Als Angestellte kommen Frauen oft nicht weit aufgrund der gläsernen Decke – Karriere ist selten eine Option, sondern bleibt Illusion: Die Realität ist geprägt von hart arbeitenden Frauen  im Hamsterrad. Wenn sie sich nur auf ihr Gehalt verlassen, kommen sie zudem auf keinen grünen Zweig wegen der hohen Steuerlast und weil sie weniger verdienen als Männer.


Wie wichtig ist die Ausbildung beim Reichwerden?
Eckardt:
Die wenigsten der reichsten Menschen der Welt haben einen Studienabschluss. Ein akademischer Titel verleiht zwar Status, aber durch das Studium verlieren junge Leute Zeit und verpassen Chancen auf wahren Reichtum. Das Bildungssystem erzieht Angsthasen – das geht schon in der Schule los, wo Schüler mit schlechten Noten bestraft werden, wenn sie falsche Lösungen präsentieren. Es wird uns beigebracht, keine Fehler zu riskieren – und damit Risiken zu meiden. Das Resultat: Wir nehmen schon früh eine Einstellung an, die uns da­ran hindert, Reichtum zu erlangen. Die meisten der reichsten Menschen gelangten zum Reichtum, weil sie keine Angst hatten zu scheitern.


Frauen verdienen meist weniger als Männer – können sie dann überhaupt reich werden?
Eckardt:
Definitiv! Denn entscheidend ist nicht, wie viel man verdient, sondern wie viel am Monatsende übrig bleibt. Ein höherer Verdienst bedeutet nicht unbedingt, dass man dadurch reich wird. Gründe gibt es viele – wie Verschwendung. Zum Reichwerden reicht manchmal schon eine Idee – und Durchhaltevermögen.


Woher kommen die Berührungsängste, wenn es um Vermögensaufbau geht?
Eckardt:
In vielen Familien wird nicht über Geld gesprochen. Genau das Gleiche gilt für die Schule. Hier lernt man: Wer reich werden will, wird Arzt oder Anwalt! Es wird leider nicht gelehrt, wie man ein Vermögen aufbaut. Ein bis zwei Jahre Wirtschaftsunterricht sind zu wenig. Kein Wunder, dass viele Menschen glauben, Vermögen bilde sich von selbst auf ihrem Sparbuch.


Was ist, wenn das Interesse zwar da ist, aber man mit An­lagen nicht zurechtkommt?
Eckardt:
Grundsätzlich gilt: Finger weg von Dingen, die man nicht versteht! In meinem Buch zeige ich Möglichkeiten, wie man sich ein Vermögen aufbauen kann. Aktien sind eine Option, aber kein Muss. Auch passives Investment bietet sich an. Entscheidend ist, dass man sich langfristig um sein Geld kümmert, sei es als passive oder aktive Investorin. Also Schluss mit der Ausrede, es sei zu kompliziert!


Frauen werden oft nicht durch Verdienst, sondern durch Erben reich. Stimmt das?
Eckardt:
Die Forbes-Liste der reichsten 30 Menschen der Welt bestätigt das: Unter ihnen sind nur 4 Frauen. Es sind alles Erbinnen. Allerdings holen Frauen auf. Nehmen wir Oprah Winfrey: Sie steht auf Platz fünf der reichsten Selfmadefrauen der Welt. Fazit: Erben war gestern! Unternehmerinnen sind auf dem Vormarsch.


Gehaltsverhandlungen sind für Frauen oft schwer – warum?
Eckardt:
Die Schriftstellerin Irmtraud Morgner brachte es auf den Punkt: „Der schlimmste Fehler von Frauen ist ihr Mangel an Größenwahn.“ Vielleicht ist es die Erziehung zu Passivität und Unterordnung, die Frauen im Leben daran hindert, ein angemessenes Gehalt zu fordern und diese Forderung selbstsicher zu vertreten.


Mit wenig Aufwand zu viel Geld – wie geht das?
Eckardt:
Würde man ab dem 20. Lebensjahr 50 Euro pro Monat in einen Fonds investieren, der 12 Prozent Rendite bringt, hätte man mit 67 Jahren etwa 1,1 Millionen. Meine Grundregel: Jeden Monat 30 Prozent des Einkommens beiseitelegen und aktiv investieren. Wenn jemand keine Zeit oder Lust hat, sein Geld selbst zu managen – es gibt die Möglichkeit, in einen Fondssparplan einzuzahlen. In meinem Buch stelle ich Fonds mit bester Bewertung der Morningstar-Agentur vor.


Wie wird man zur Finanz-Diva?
Eckardt:
Indem man für sich herausfindet, was man im Leben will. Eine Finanz-Diva hat einen Plan, ist geduldig und selbstbewusst. Das Investieren hilft ihr dabei, ihre Ziele zu erreichen. Erst dann machen Investments Sinn und Spaß. Eine Finanz-Diva hat auch keine Angst zu scheitern. Sie gibt niemals auf. Aus Fehlern lernt sie, wie sie es besser machen kann. Risiken sieht sie als Chance, um noch schneller an ihr Ziel zu gelangen.


Warum haben Frauen Ihrer Meinung nach das bessere Händchen für Geldanlagen?
Eckardt:
Männer sind impulsiver. Sie denken weniger da­rüber nach, welches Ziel sie verfolgen. Ich kenne Männer, die so viele Derivate handeln, dass sie gar keinen Überblick haben. Das passiert Frauen selten. Sie versuchen sich erst einmal Wissen anzueignen, bevor sie ihr Geld investieren. Sie sind in der Regel geduldiger und vorsichtiger und stecken ihr Geld lieber in konservative Investments wie Fonds oder Aktien – statt in kurzfristige, spekulative Investments wie Optionsscheine, Futures und andere Derivate.

© FBV Verlag

„Reichtum ist Frauensache. Werde eine Finanz-Diva“ von Katja Eckardt. Um 16,99 Euro, FBV Verlag. Erscheint am 15. 2. 16.