‚Mich hat die Stricksucht gepackt!‘

Irene Mayer im Talk

‚Mich hat die Stricksucht gepackt!‘

Unglaublich, aber wahr! Society-Lady Irene Mayer ist endlich geschieden. Worüber sie aber viel lieber spricht: ihre neue Karriere als „Stricklisl“.

Ja, Sie sehen richtig! Irene Mayer, die man sonst eher Champagner schlürfend, in glitzernden Outfits von diversen Society-Events kennt, strickt. Und das mit Leib und Seele. Die Office-Managerin eines Pharma-Unternehmens ist nach drei Jahren Rosenkrieg endlich von Alexander Mayer geschieden. Zeit, völlig neu durchzustarten – und das möchte die Mutter dreier erwachsener Kinder mit einem ganz besonderen Projekt, als „Stricklisl“, wie sie selbst sagt. Das MADONNA-Interview.

Irene Mayer mit Stricknadeln in der Hand – was hat das zu bedeuten?
Irene Mayer:
(lacht) Ich habe immer schon gerne gestrickt, aber vor langer Zeit aufgehört damit. Anfang des Jahres wollte ich ein Geschenk für eine Freundin kaufen, die ein Baby bekommen hat. Als ich im  Kaufhaus stand, kam mir alles so unpersönlich vor. Da habe ich die Handarbeitsabteilung entdeckt – mir Wolle und Stricknadeln gekauft und losgelegt. Seitdem hat mich die Sucht gepackt und ich stricke und häkle wie eine Geisteskranke.

Nun hat sich sogar eine Geschäftsidee daraus entwickelt?
Mayer:
Ja, alle sind total begeistert von meinen Sachen und ich dachte, vielleicht kann ich daraus etwas Sinnvolles machen. Nun biete ich Omas und allein erziehenden Müttern an, meine Designs anzufertigen, kaufe ihnen die fertigen Produkte ab und verkaufe sie über meine Internetseite. Das hat den Vorteil, dass diese Frauen kein Geld in die Hand nehmen müssen, weil ich das Material zur Verfügung stelle, und sie müssen sich auch keinen Stress wegen Abgabeterminen, Verkauf etc. machen. Das läuft alles locker und die Frauen können sich sicher sein, dass sie fair bezahlt werden.

Sie sind doch beruflich schon ziemlich eingedeckt. Wie geht sich das alles aus?
Mayer:
Ich stricke in jeder freien Minute, auch bis in die Nacht hinein. Es hilft mir abzuschalten und macht mir vor allem eine riesige Freude.

Nachhaltigkeit ist zurzeit ein großes Thema. Auch für Sie?
Mayer:
Ich besitze gerne Dinge, die Wert haben und hinter denen mehr als nur eine Maschine steckt, nämlich eine Geschichte. Mir gefällt auch das Verwirklichen von Ideen. Ich bin zwar kreativ, hatte aber immer Probleme bei der Umsetzung. Nur beim Stricken und Häkeln ist das irgendwie anders. Das liegt mir einfach.

Wann haben Sie mit dem Stricken begonnen?
Mayer:
In der Schule war ich, was das betraf, ein absolutes Anti-Talent. Meine Mutter war Schneidermeisterin und musste alle meine Sachen fertig machen. Als ich dann selbst Mutter geworden bin und meine Kinder in den Waldorfkindergarten kamen, hat sich das geändert. Dort bekommen Kinder ja ausschließlich Spielsachen aus natürlichen Materialien. So bin ich auf die Idee gekommen, einen Handarbeitskurs zu besuchen. Irgendwann habe ich meinen Kindern alles gestrickt, was mir in den Sinn kam. Sie haben viele Sachen immer noch. Das zeigt mir, dass so etwas für Kinder eine ganz andere Wertigkeit hat. Dann habe ich damit aufgehört, weil mir einfach die Zeit gefehlt hat. Jetzt ist die Liebe zum Stricken wiedergekommen – wie ein Meteoriteneinschlag. Ich kann nicht mehr aufhören! Meine Tochter hat schon gemeint, dass die Nadeln an meinen Händen anwachsen werden.

Sie unterstützen sozial nicht gut gestellte Frauen mit dem Projekt. Hat das einen persönlichen Hintergrund?
Mayer:
Mir ging es nicht immer so gut wie heute. Ich habe auch sehr harte Zeiten erlebt, als meine Kinder noch ganz klein waren. Ich denke aber, dass jeder – ganz egal, ob er in einer privilegierten Situation ist oder nicht – die Verpflichtung hat, über den Tellerrand zu blicken und zu helfen, wo er kann. Solange man nichts tut, um die Welt zu verbessern, ist man Komplize eines Systems, das Leute hungern lässt – und das will ich nicht.

Diese Seite kennt man von Ihnen gar nicht. Man kennt Sie eher von Partys. Stört Sie das?
Mayer:
Ich habe mir grundsätzlich abgewöhnt, mich über so etwas zu ärgern. Manche Menschen machen sich eben gerne ein Bild von anderen, das mit der Wirklichkeit gar nichts zu tun hat. Was die Leute da in den Zeitungen sehen, sind kurze Momente, in denen ich mich schön mache, um mal nett auszugehen und Freunde zu treffen. Die Leute sehen nicht, wie ich im Alltag aussehe. Ich habe mir etwa vor einem halben Jahr wegen meiner Rückenprobleme Gesundheitsschlapfen mit einem Federabsatz zugelegt. Die haben mit Glamour genau nichts zu tun (lacht).

Seit Kurzem sind Sie endlich geschieden – wie sieht es in Sachen Liebe aus? Haben Sie noch Ihren Freund Nathane?
Mayer:
Ja, aber wir genießen unser Privatleben sehr und wollen das gar nicht mehr groß zum Thema machen.

Würden Sie noch einmal heiraten?
Mayer:
Never ever! (lacht)