Mein Ski-Tag mit dem Herminator

Maier im MADONNA-Talk

Mein Ski-Tag mit dem Herminator

Hermann Maier zeigte MADONNA-Redakteurin Nina Fischer die Lieblingspisten seiner Heimat Flachau und sprach über das erste Weihnachten mit seinen Zwillingsmädchen.

Schau, da unten“, sagt Hermann Maier (41), „da gehe ich gern langlaufen.“ Vom Skilift zeigt er auf die Loipe. „Da lauf ich oft so weit raus, dass ich dann gar nicht mehr zurückkomm, weil ich so fertig bin. Da bekomm ich den Kopf frei. In der frisch verschneiten Landschaft tank ich Kraft.“ Ski fahren, sagt er, geht er nur noch selten. „Eigentlich steh ich heuer das erste Mal auf den Skiern.“ Die wilden Zeiten, als er in Höchstgeschwindigkeit die Rennstrecken runterraste und schwere Unfälle – mit den Skiern und dem Motorrad – baute, sind vorbei. Der zweifache Olympiasieger und zweiterfolgreichste Skifahrer aller Zeiten (54 Weltcupsiege) ist ganz entspannt – in sich ruhend. Seine zwei Töchter Lieselotte und Florentine haben ihn scheinbar gezähmt. Am 29. August brachte seine Lebensgefährtin Carina Schneller die Zwillinge in Salzburg zur Welt. Seitdem macht der Herminator so ziemlich alles „alles außer Stillen“, was die Kinderbetreuung angeht.


Angekommen

Die junge Familie pendelt zwischen den Wohnsitzen am Attersee und in Flachau – Maiers Heimat. Hier ist er aufgewachsen. Hier hat er die ersten Schwünge gezogen. Hier verbringt er das erste Weihnachten mit seinen Kindern. Heute sind ­eine ­Straße und eine Weltcupstrecke ihm benannt. Am Fuße der Liftstation wohnen seine Eltern, Vater Hermann und Mutter Gerti. Bruder Alexander – ein ehemaliger Profi-Snowboarder, Vater zweier kleiner Buben – betreibt die Hermann Maier Skischule. Und der Hermann? Der spielt, wenn er nicht gerade beide Hände mit den Zwillingen zu tun hat, den Pistenguide und äußerst geduldigen Skilehrer, um die schönsten Flecken seiner Flachau herzuzeigen. MADONNA durfte einen Tag mit dem Superstar auf der Piste verbringen und sprach mit ihm über sein neues Leben.

Diashow: Ski-Tag mit Hermann Maier

Ski-Tag mit Hermann Maier

×


    Sie sind seit vier Jahren in Pension. Vermissen Sie das Skifahren, den Wettkampf?
    Hermann Maier:
    Eigentlich gar nicht. Ich steh diesen Winter das erste Mal auf den Skiern. Ein Training wie früher gibt’s gar nicht mehr, davon hatte ich genug. Ich gehe gerne langlaufen oder spiele mit meinen Kumpanen eine Partie Tennis.
    Wenn Sie in der Flachau sind, wo trifft man Sie?
    Maier:
    Meine Lieblingspisten sind abseits von den präparierten Strecken, im Tiefschnee und natürlich meine eigene Weltcupstrecke. Generell sind meine Lieblingsplätze die, wo es schön ruhig ist. Zum Beispiel beim Alten Neuwirt, wo man gut essen kann.
    Apropos, wie feiert die Familie Weihnachten? Was kommt auf den Tisch? Welche Traditionen werden gepflegt?
    Maier
    : Ganz traditionell gibt es bei uns zu Hause Würstelsuppe. Wichtig ist, Ruhe einkehren zu lassen. Wir betreiben ja eine Skischule und da geht es zu Weihnachten rund. Da ist es am schönsten, wenn es ein besinnliches, ruhiges Weihnachten wird. Das ist immer das oberste Ziel. Jetzt ist auch noch Nachwuchs da – von meinem Bruder und von mir! Und das wertet das Fest natürlich noch einmal ganz besonders auf! Ich freue mich schon, wenn sie es bewusst erleben.
    Gibt es Geschenke?
    Maier
    : Weihnachten soll Weihnachten bleiben und wir finden, das hat mit Geschenken eher weniger zu tun.
    Welche Werte wollen Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben?
    Maier
    : Was wir ihnen vorleben und vorgeben wollen ist, nicht im Übermaß zu leben. Das ist das Um und Auf, sie mit einer gewissen Demut aufzuwachsen zu lassen…
    Würden Sie sich wünschen, dass Ihre Kinder wie Sie Profi-Skifahrer werden?
    Maier: Mir wäre es lieber, wenn nicht! (lacht)
    Aber das Skifahren werden Sie ihnen beibringen…
    Maier
    : Das wird die Aufgabe der Großmutter sein. Meine Mama hat mir das ja schon ganz gut beigebracht (lacht). Sie darf das auch bei unserem Nachwuchs erledigen. Denn sie kann es am besten!