Maria Großbauer über ihre Doppelfunktion

Zwischen Oper und Parlament

Maria Großbauer über ihre Doppelfunktion

Der Auftakt zum Opernball-Countdown ist geschlagen – und das im wahrsten Sinne, schließlich mussten beim ersten Vortanzen die Anwärter­Innen für das Jungdamen- und Jungherrenkomitee Taktgefühl beweisen. Nur einer von Dutzenden Terminen, die Opernball-Chefin Maria Großbauer (36) dieser Tage zu erledigen hat. Und ganz „nebenbei“ steht sie in den Starlöchern für ihre neue Funktion als Nationalratsabgeordnete für die Liste Sebastian Kurz. Der ­MADONNA-Talk mit der Ball-Organisatorin, Neo-Politikerin und Mutter eines zweijährigen Sohnes.

In drei Monaten findet Ihr zweiter Opernball statt. Wie viel haben Sie jetzt schon zu tun?
Maria Großbauer:
Ziemlich viel! Wir befinden uns in der Umsetzungsphase – alle Ideen und Kooperationen, die ich noch vor dem Sommer verhandelt und in die Wege geleitet habe, müssen jetzt auf den Boden gebracht werden. Sämtliche Druckwerke – von den Eintrittskarten bis zum Plakat – müssen in den Druck, Side-Events wie der Couture Salon oder die Benefiz-Quadrille im Detail durchgeplant, das Musikprogramm geplant, Verträge für alle MusikerInnen und Kooperationspartner in der Rechtsabteilung erstellt werden. Die Damen- und Herrenspenden müssen abgestimmt und logistisch vorbereitet werden – alles immer wieder mit dem technischen Leiter des Opernballs und dem der Wiener Staatsoper abgestimmt, sowie Abstimmungsgespräche mit dem Direktor und dem Geschäftsführer geführt werden. Dazu kommen täglich zig E-Mails … Ach, ich könnte noch zeilenweise weiter aufzählen. Vor Weihnachten muss alles fix und fertig sein. Man muss also straff organisiert sein und seine Ideen rasch auf den Boden bringen.

Kürzlich fand das erste Vortanzen statt …
Großbauer:
Ja – und sie werden immer besser! Der Meinung ist auch Roman Svabek, der den Opernball nun ja schon viele Jahre begleitet. Wir hatten fast nur sehr gute TänzerInnen – und Linkswalzer ist wirklich nicht so einfach. Die Auswahl wird also schwierig sein. Aber ich habe ja für den Ball 2017 erstmals auch eine Jury beim Vortanzen zusammengestellt, die gemeinsam mit Roman ganz genau schaut. Das Vortanzen ist eine sehr emotionale Sache – sowohl für die tanzenden Paare als auch für die Jury.


Ganz ehrlich, wie sehr hilft „Vitamin B“ bzw. ein prominenter Name, um in das Komitee zu kommen?
Großbauer:  Vor allem hilft „Vitamin T“ – wie Tanz. Denn wer keinen Linkswalzer kann, kann wirklich nicht mittanzen. Die Probenarbeit ist kurz und intensiv und die Choreografie soll ja bei der Eröffnung perfekt funktionieren. Natürlich hört man auch bekannte Namen beim Vortanzen, aber zum einen entscheide ich nicht alleine, sondern habe eine Jury an meine Seite gebeten, zum anderen sind auch diese jungen Damen und Herren mit bekannten Namen sehr gut vorbereitet.

Es ist Ihr zweiter Opernball – was haben Sie aus dem ersten gelernt?
Großbauer:  Ich habe sehr vieles gelernt – vor allem was Diplomatie und Menschenkenntnis angeht … (lacht) Und natürlich habe ich auch gelernt, in kürzester Zeit möglichst viel auf den Boden zu bringen. Ich möchte einfach mehr tun, sozusagen den USP herausarbeiten und inszenieren. Das ist die Art Herausforderung, die ich liebe. Jemand hat im letzten Jahr zu mir gesagt: „Opernball ist wie ein Kind zu bekommen. Da weiß man vorher auch nicht so genau, was einen erwartet.“ Ich finde diesen Vergleich eigentlich ziemlich gut. Heuer ist es natürlich einfacher: Ich kenne alle Beteiligten und sie mich.


Nun haben Sie in diesem Jahr auch noch eine politische Funktion angenommen. Wie lässt sich das vereinbaren?
Großbauer:  Wie gesagt: Ich liebe Herausforderungen, und mein Herz schlägt für Kunst und Kultur. Ich bin in einem Künstlerhaushalt aufgewachsen, mein Vater war Berufsmusiker und hat 38 Jahre lang an der Wiener Staatsoper gespielt. Seit meinem dritten Lebensjahr habe ich ihn zu Proben begleitet und war auch selbst sehr aktiv, hatte über 10 Jahre Klavierunterricht, habe im Chor gesungen, mich in Ballett versucht, 16 Jahre lang in einem Blasorchester in Niederösterreich mitgespielt und bin später auf Jazz-Saxofon umgestiegen, was ich auch in Wien an der Universität für Musik und darstellende Kunst studiert habe. Während meines Studiums habe ich aber immer gearbeitet – in der Werbung – und nachts bin ich aufgetreten, mit Big Bands oder mit DJs. Ich habe also immer viel gemacht.


Es gibt auch Kritiker, die meinen, dass es unvereinbar ist, für eine politische Partei tätig und gleichzeitig für den wichtigsten Ball des Landes verantwortlich zu sein …

Großbauer:  Ich übe die Tätigkeit der Opernball-Organisatorin ehrenamtlich aus – werde also nicht dafür bezahlt. Außerdem habe ich in meiner Funktion als Opernball-Organisatorin keine Budgetverantwortung und treffe auch keine Letztentscheidungen. Ich mache lediglich Vorschläge, die Entscheidung liegt bei Staatsoperndirektor Dominique Meyer und dem kaufmännischen Geschäftsführer Thomas Platzer. Und ganz ehrlich: Ich bin ja nicht die einzige NR-Abgeordnete, die nebenbei eine Tätigkeit ausübt.


Sie haben einen kleinen Sohn, wie managen Sie den Alltag als Working Mum?

Großbauer: Uns geht es wie allen berufstätigen Müttern und Vätern: Es ist alles eine große organisatorische und emotionale Herausforderung. Ohne Omas, Opas und Tanten würde es nicht gehen. Und ein großes Glück ist unser städtischer Kindergarten: Es kommt immer auf die Menschen an und dort wirkt eine große Herzenswärme. Eines haben wir jedenfalls nie: Langeweile (lacht).

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