05. Juli 2013 12:01
Debatte
Machen Babys glücklich?

Konflikt. Kann nur ein Kind das Leben vervollständigen oder lebt es sich ohne Nachwuchs leichter? Acht Prominente sprechen offen über Pro & Contra Kind.
Machen Babys glücklich?
© Kernmayer

Es war eine jener Szenen, für die wir an Sex and the City so lieben. Sarah Jessica Parker alias Carrie Bradshaw kniet vor ihrem Mr. Big, sieht ihn mit großen Augen an und fragt ihn: „Sind wir beide genug?“ Nicht umsonst wurde im zweiten Teil des Kinohits jener innere Konflikt thematisiert, den viele Frauen um die 40 zu kämpfen haben. Möchte ich Mutter werden? Ist mein Leben ohne Kinder unvollständig? Brauche ich ein Baby für das wahre Glück?

Negative Geburtenbilanz

Studien belegen, dass sich immer mehr Paare gegen Kinder entscheiden. Die im Mai 2013 veröffentlichte Geburtenbilanz in Österreich fiel erstmals seit 2009 wieder negativ aus (wenngleich dafür laut Statistik Austria ein Anstieg der Sterbefälle verantwortlich ist). Fest steht: Frauen lassen sich immer länger Zeit für ihre Entscheidung für oder gegen Kinder. Viele bekommen um die 40 Jahre ihr erstes Baby. Nicht die Regel, aber dennoch bezeichnend: Frauen, wie Gianna Nannini, die sogar noch mit über 50 Jahren beschließen, Mutter zu werden. „Als Carla noch nicht auf der Welt war, war mir gar nicht bewusst, wie glücklich ein Kind macht“, gibt Krisenmanagerin Doris Ita (41) offen zu. Mit 39 Jahren entschied sie sich dennoch dafür, Mutter zu werden. „Natürlich stellt ein Kind das Leben völlig auf den Kopf“, erklärt die Karrierelady, die wieder Vollzeit im Innenministerium tätig ist. „Spontan sein spielt es nicht mehr!“

Eines von vielen Argumenten jener Frauen, die ganz offen sagen: „Ich brauche kein Kind, um glücklich zu sein.“ Verpasster Kinderwunsch oder bewusste Entscheidung gegen Nachwuchs – die Hintergründe der Kinderlosigkeit sind freilich völlig unterschiedlich. „Ich habe lange gedacht, dass der Kinderwunsch bei mir später kommen würde“, erklärt Kabarettistin Ulrike Kriegler, die seit 15 Jahren mit Peter Stöger liiert ist, ihre Motive. „Doch er kam nie – und zum Glück ging es meinem Freund genauso.“

Zufrieden wirkt auch PR-Agenturchefin Marjan Firouz. Die 40-Jährige könnte es sich derzeit nicht vorstellen, ihre Freiheiten und spontane Lebensweise für ein Kind aufzugeben. „Ich kann mir schon vorstellen, dass ein Baby etwas Wunderbares ist“, so Firouz. „Aber es stört mich, wenn jemand sagt, dass man ohne Kinder nicht glücklich sein kann. Das stimmt definitiv nicht.“

Eltern sind glücklicher
Eine deutsche Studie zum Thema „Elternschaft und Lebenszufriedenheit“ will hingegen wissen, dass Männer und Frauen mit Nachwuchs zufriedener mit ihrem Leben sind als kinderlose Paare. Mit zwei Ausnahmen: Eltern mit Kindern in prekären sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Und vollzeitbeschäftigte Frauen, die sich laut Studie oftmals überfordert fühlen. Fazit: Es ist keine leichte Entscheidung, vor der Frauen spätestens mit 40 Jahren stehen. Wer die richtige fällt, ist in jedem Fall glücklich.