"Kann es noch nicht fassen"

Almaz Böhm trauert um ihren Ehemann

"Kann es noch nicht fassen"

Am Freitag begleitet Almaz Böhm ihren Ehemann Karlheinz Böhm († 86) auf seinem letzten Weg. Wie sie für sein Erbe weiterkämpft.

ein letzter Wunsch, den er vor zwei Jahren in die Welt schickte, rührte zu Tränen: „Behaltet mich so in Erinnerung, wie ich früher war“, so die letzten offiziellen Worte von Karlheinz Böhm, nachdem man bei ihm Alzheimer diagnostiziert hatte. Danach wurde es still um den Schauspieler und „Menschen für Menschen“-Gründer – völlig zurückgezogen lebte er in Salzburg, liebevoll gepflegt von seinen Liebsten, seiner Familie, die ihm auch in den letzten Stunden beistanden. Am 29. Mai hat Karlheinz Böhm im Alter von 86 Jahren für immer seine Augen geschlossen.


„Eine unglaubliche Leere...“ 
Auch wenn sie damit rechnen und aufgrund der grausamen Krankheit des Vergessens schon vor langem von dem Mann, den sie 1991 heiratete, Abschied nehmen musste – der Schock sitzt bei Almaz Böhm (49) tief. „Ich kann es noch nicht fassen, dass mein geliebter Mann uns verlassen hat“, so Böhms Witwe, die ihren Mann einst im Zuge seines karitativen Einsatzes in Afrika kennen und lieben lernte. „Es ist eine unglaubliche Leere, die er hinterlassen hat“, schreibt die zweifache Mutter (Nicolas, 23, Aida, 21) in einem persönlichen Abschiedsbrief. Über ihren Schmerz, ihre Trauer um ihren geliebten Mann, der in ihrer Heimat Unvergleichliches bewegte, zu sprechen, dafür ist es noch viel zu früh.


Im Sinne Ihres Mannes
Stattdessen versucht sich die Powerfrau, der Karlheinz Böhm schon vor einigen Jahren die Gesamtleitung seiner Herzensorganisation „Menschen für Menschen“ übergab, mit Arbeit abzulenken. Obwohl ihre Funktionsperiode als Vorstandsvorsitzende des Vereins mit Ende Mai abgelaufen ist, wird sich die 49-Jährige als Schirmherrin weiterhin im Sinne ihres Mannes für „Menschen für Menschen“ einsetzen. „Zusammen mit allen MitarbeiterInnen werden wir mit allen Verantwortlichen, Freunden und Partnern das Vermächtnis meines Mannes gemeinsam mit all unserer Kraft fortführen. Wir werden in seinem Sinne den Menschen in Äthiopien weiterhin helfen, so gut wir es können. Sein Werk wird weiterleben. Dazu sind wir ihm und vor allem den Menschen in Äthiopien gegenüber menschlich und moralisch verpflichtet“, so Almaz Böhm in einem schriftlichen Statement, das gerade nach den Negativschlagzeilen im letzten Jahr für die Organisation von großer Bedeutung ist. Ein vermeintlicher Spendenskandal, der letztlich in allen Punkten widerlegt werden konnte, ließ viele Spendengelder ausbleiben. Eine Katastrophe für die Hilfsprojekte in Äthiopien – der Schmerz darüber blieb Karlheinz Böhm im letzten Jahr hoffentlich erspart.


Trauerfeierlichkeiten
Am kommenden Freitag begleitet Almaz Böhm ihren Mann in Salzburg auf ihrem letzten Weg. Rund 400 Gäste aus dem In- und Ausland verabschieden sich im Rahmen einer Gedenkfeier (ab 11 Uhr) in der Residenz von dem großen Menschenfreund, über den seine Frau sagt: „Mein Mann war für mich immer Vorbild und Motivation. Er hat mir nicht nur seine Liebe geschenkt, sondern auch den Glauben daran, dass ein einzelner Mensch sehr viel Positives bewirken kann. So schwer mich sein Verlust trifft, so sehr gibt mir der Glaube an seine Vision Kraft, sein Lebenswerk weiterzuführen.“