Irene Strolz im MADONNA-Talk

'Alles für die Familie'

Irene Strolz im MADONNA-Talk

Während so manche Politikerfrau sich fleißig in den Wahlkampf stürzt, um den Partner bis zum 15. Oktober tatkräftig zu unterstützen und jede Gelegenheit zur Beweihräucherung des Lebensgefährten ergreift, musste man bei Irene Strolz-Taferner schon kräftiger nachhaken, um sie zu einem Interview zu bewegen. Die 42-Jährige ist freischaffende Künstlerin und hat eigentlich wenig mit dem anstrengenden und nervenaufreibenden Beruf des Politikers zu tun, hält sich auch lieber im Hintergrund als auf der pinken Parteibühne auf. Dass Matthias Strolz, dem sie 2005 das Jawort gab, eine politische Bewegung gründen wollte, war ihr „an einem bestimmten Punkt klar“, diese Entscheidung goutierte sie mit „Respekt“, jedoch ohne „Begeisterung“.      
Politisch auf dem Sprung. Seit 2011 versucht der Vorarlberger mit seiner pinken Partei nun die österreichische Polit-Szene aufzumischen, vor allem in der Hauptstadt können die Neoliberalen mit ihren Themen punkten. Bei der aktuellen Wahl soll die ehemalige Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss den Neos noch größere Zustimmung sichern. Verstärkt wird dabei auf das Bildungs-Ressort gesetzt, ein Punkt, den auch für Strolz-Taferner, als Mutter dreier Töchter, als höchste Priorität sieht.    
 
Offen und ehrlich. Im MADONNA-Talk erklärt die gebürtige Salzburgerin, warum Wahlkampf auch mal nervt, welche Werte sie und ihr Ehemann ihren Kindern vermitteln wollen und welche Forderungen sie als Frau an die heutige Politik stellt.    
 
Frau Strolz, wie geht es Ihnen aktuell, während sich Ihr Mann in der heißen Wahlkampfphase befindet? Inwiefern beeinflusst der Wahlkampf das Familienleben? 
Irene Strolz: Es geht mir gut. Manchmal nervt mich der Wahlkampf sehr. Die Politik ist überall – in unserer Wohnung und vor unserer Haustüre. Aber freilich: Wir unterstützen einander in den Dingen, die uns wichtig sind – und so versuche ich, meinen Mann nun bestmöglich im Wahlkampf zu unterstützen. Es sind anstrengende Wochen.

Geben Sie Ihrem Mann nach seinen Auftritten Feedback oder wird alles Politische zu Hause eher ausgeblendet? 
Strolz: Ausgeblendet wird das Politische keinesfalls, denn es ist ein wichtiger Teil im Leben meines Mannes. Wenn ich mediale Auftritte mitverfolge – was nicht immer der Fall ist –, dann wünscht er sich ein Feedback von mir. 
 
Wie werden im Hause Strolz Entscheidungen getroffen? 
Strolz: Jeder nimmt bei Entscheidungen Rücksicht auf den anderen. Das mache ich so, das macht er so. An einem bestimmten Punkt war klar, dass Matthias eine politische Bewegung gründen will. Sein Herzensanliegen. Ich habe diese Entscheidung von ihm respektiert. Die Begeisterung ist nicht ausgebrochen bei mir. Aber er tut, was ihm wichtig ist. Das finde ich gut.
 
Was sagen Sie zu seiner Politik? Gibt es Punkte, mit denen Sie mehr oder auch weniger einverstanden sind? 
Strolz: Die Kernwerte, denen sich die Neos verpflichtet haben, finden meine volle Unterstützung. Inhaltlich liegt mir das Thema Bildung besonders am Herzen. Wenn Matthias mir darüber erzählt, dann entstehen in meinen Kopf Bilder, wie es sein könnte. Ich wünschte, es wäre morgen schon so weit. Es geht um unser aller Kinder.

Sie sind Künstlerin, haben sich der Malerei verschrieben – in welchen Kontext würden Sie Ihre Arbeiten stellen? 
Strolz: Bei meinem künstlerischen Schaffen schöpfe ich aus meiner inneren Quelle. Meine häufig unaufgeregten Bilder stellen einen gefühlten Gegenentwurf zu unserer turbulenten, reizüberfluteten Zeit dar. Sie mögen einladen, im Hier und Jetzt zu verweilen.

Was inspiriert Sie? Ist Politik in Ihren Arbeiten auch ein Thema? 
Strolz: In erster Linie inspiriert mich die Natur und hier vor allem die Berge. Natürlich nehmen auch das Weltgeschehen und die Politik Einfluss auf meine abstrakte Malerei – häufig auch unbewusst. In diesem Kontext entstehen dann eher aufwühlende Bilder.
 
Wird österreichische Kunst aktuell genügend gefördert, inwiefern ist der Bereich in Ihren Augen ausbaufähig? 
Strolz: Was ich mir wünsche, ist vor allem mehr Transparenz in der Kunstförderung. Ich finde sie nicht immer gut nachvollziehbar für mich als Bürgerin. Als Künstlerin hatte ich damit noch keine ­Berührungspunkte.

Was wünschen Sie sich als Frau von der Politik in Österreich? 
Strolz: Gleicher Lohn bei gleicher Arbeit. Alles andere ist inakzeptabel. Und an der Vereinbarkeit von Beruf und Familie müssen wir als Gesellschaft entschlossen weiterarbeiten. Da müssen wir dranbleiben. Unbedingt.

Sie und Ihr Mann sind Eltern dreier Töchter. Wer ist der oder die Strengere von Ihnen beiden in puncto Erziehung? 
Strolz: Ich bin sicherlich die Strengere hinsichtlich der Einhaltung unseres familiären Regelwerks. Unsere Kinder artikulieren das zumindest regelmäßig. Die Wertevorstellungen von mir und meinem Mann sind ident. Dies erleichtert vieles, muss ich immer wieder feststellen. 
 
Was ist Ihnen als Eltern wichtig, Ihren Kindern zu vermitteln? 
Strolz: Wir bemühen uns, dass bei unseren Kindern ein Urvertrauen ins Leben wachsen kann. Wir versuchen einen guten Nährboden dafür zu bereiten. Es liegt uns die Wertevermittlung am Herzen. All dies und natürlich der Beruf meines Mannes führen mitunter dazu, dass unsere Jüngste durch die Wohnung hüpft und singt: „Ich bin ein freier Mensch in einem freien Land.“ Das bringt uns dann zum Lachen. Und ich finde es großartig.
 
Wie verbringen Sie beide Freizeit und Mußestunden? 
Strolz: Matthias und ich machen gerne gemeinsam Sport. Wir gehen gerne zu zweit laufen. Es geht ihm dabei glücklicherweise nicht um Leistung und wir sind gut im Gleichschritt. Wir verhandeln dabei wichtige private oder berufliche Themen. Wir sind auch gerne zu Hause und machen es uns gemütlich. 

Als Sie Ihren Mann kennen gelernt haben, war es Liebe auf den ersten Blick? 
Strolz: Nein, das war es nicht. Das Interesse war beiderseits groß. Und die Verliebtheit ist dann ziemlich schnell gekommen. Wir sind nun schon 14 Jahre zusammen.
 
Was schätzen Sie an Ihrem Ehemann am meisten? 
Strolz: Matthias ist ein Familienmensch. Gerade in dieser beruflich intensiven Zeit gibt mir das oft Kraft und Ausdauer. Und ihm wohl auch. Ich weiß, dass bei allem, was politisch stattfindet, die Kinder und ich – unsere Familie – ihm immer das Wichtigste sind und sein werden. 
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