Frauen, die die Welt verändern

Einsatz

Frauen, die die Welt verändern

Unter Einsatz ihres Lebens kämpfen Angelina Jolie, Malala Yousafzai, Sabatina James und viele mehr für Menschenrechte. Denn vor allem Frauen und Kinder werden weltweit misshandelt undbenachteiligt. 

Ihr Engagement drückt am besten der Refrain des bekannten Michael Jackson Hits aus: „Heal the world. Make it a better place. For you and for me and the entire human race.“ Denn die Frauen, die MADONNA auf den nächsten Seiten vorstellen darf, sind allesamt im Einsatz, um die Welt zu verändern, um aus ihr einen besseren Ort zu machen. Wir erleben es derzeit hautnah am Beispiel der Flüchtlinge, die zu Hunderten (siehe Interview mit Ministerin Mikl-Leitner S. 20) wöchentlich nach Österreich kommen. Sie verlassen ihre Heimatländer, weil Krieg, Terror und Gewalt regieren. Weil ihre Kinder dort keine Ausbildung bekommen, keine Zukunft haben – um ihr Leben bangen müssen. Weil sie Wohnung, Haus und Hof verloren haben. Weil sie vergewaltigt wurden. Immer und immer wieder...


Frauenrechte.

Denn auch wenn in Österreich der Equal Pay Day (am 8. 10. markiert er den Tag, ab dem Frauen bis Jahresende theoretisch unentgeltlich arbeiten – verglichen mit dem Gehalt gleichgestellter Männer) zeigt, dass das Ungleichgewicht zwischen Mann und Frau noch immer beachtlich ist, dürfen wir nicht vergessen: Die Rechte, die wir in der westlichen Welt genießen, sind in vielen anderen Ländern für Frauen absolut tabu. Dort werden sie von Männern unterdrückt, beherrscht, dominiert und misshandelt. Sie werden mit dem Tod bedroht, sollten sie sich gegen das Regime, das System, den religiösen Anführer und dessen Regeln auflehnen wollen. Ein Schicksal, von dem Sabatina James (32) leider zu berichten weiß. Vor zehn Jahren musste die attraktive Pakistani – mit ihrer muslimischen Familie lebte sie lange in Linz –vor ihrer eigenen Familie flüchten. Diese hatten ihre Tochter, die sich in Österreich assimiliert hatte, zwangsverheiratet. Als James verweigerte, drohten sie mit dem Tod. Seither lebt die engagierte Frauenrechtlerin im Opferschutzprogramm, wird ständig bewacht aus Angst, die Familie oder fanatische Muslime könnten sie töten. Doch auch wenn Sabatina James, die 2006 einen eigenen Verein gründete, der sich vor allem um Opfer von Zwangsehen kümmert, mit ihrer Familie brechen musste, ihre Heimat trägt sie doch im Herzen, wie sie im berührenden MADONNA-Interview erzählt. „Trotz der Gewalt, die Frauen dort erleben, ist Pakistan ein schönes, ein lebendiges Land.“ Sie hofft, erzählt Sabatina (ihren Namen musste sie ändern) unter Tränen, „meine Mutter irgendwann in die Arme schließen zu können“. Doch der Weg dorthin ist noch lang und steinig. Denn gerade im Zeichen des Glaubens erfahren Millionen Menschen jeden Tag auf der Welt Gewalt, Misshandlung und Tod.

Diashow: Frauen, die helfen

Mehrfach wurde Angelina Jolie für ihr Menschenrechtsengagement geehrt. Zuletzt wurde die sechsfache Mutter von der Queen zur „Dame“ – für ihr Engagement gegen sexuelle Gewalt – geadelt, 2013 erhielt sie den „Humanitarian Award, den Ehren-Oscar der Filmindustrie. Jolie ist Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingswerks UNHCR für humanitäre Hilfe und reist regelmäßig in Krisengebiete – auch unter Lebensgefahr. Sie setzt sich weltweit für Frauenrechte und gegen Gewalt ein.

Feministin. Seit Juni dieses Jahres ist der „Harry Potter“-Star als UN-Botschafterin unterwegs. Die Literaturstudentin hielt im September eine Rede vor den Vereinten Nationen. Thema: Gleichstellung von Mann und Frau. Wie notwendig der Inhalt der Rede immer noch ist, zeigen die Reaktionen auf Watsons Ansprache: Im Netz wurde sie aggressiv beschimpft, man drohte, pornografisches Material von ihr zu veröffentlichen. Doch Watson gibt nicht auf. Sie fordert die Männer auf, Feministen zu sein.

Friedensnobelpreis. Unter Einsatz ihres Lebens kämpft die Bildungsaktivistin für das Recht eines Kindes auf Schule. Was in unseren Gefilden Normalität ist, ist in Pakistan – Malalas Geburtsland – ein Privileg vor allem für die Jungen. 2009 schossen ihr die Taliban in den Kopf, Malala überlebte und kämpft weiter für die Kinder ihres Landes. Sie erhielt den Friedensnobelpreis.

Korruptions-Kämpferin. Frau Clooney ist mindestens so klug wie schön und setzt die Fähigkeiten ihres Jus-Studiums (Oxford) für politische Mandate ein. Sie vertrat UN-Generalsekretär Kofi Annan, WikiLeaks-Gründer Julian Assange und war gerade in Griechenland, um die Regierung zu beraten. Die Menschenrechtsanwältin soll den Griechen helfen, antike Schätze aus London zurückzuholen.

Rebellin. Für ihre Meinungsfreiheit saß die schöne Russin der bekannten „Girlband“ der etwas anderen Art bereits im Gefängnis. Seit ihrem „Punk-Gebet“ vor dem Altar einer Moskauer Kirche avancierte Tolokonnikowa zur Symbolfigur des Widerstandes gegen Russlands Präsident und Gewaltherrscher Putin. Zwei Jahre musste die Mutter eines Kindes wegen „Rowdytum aus religiösem Hass“ absitzen. Was sie aber nicht daran hindert, auch heute gegen das Regime zu kämpfen.

Die Pakistanerin Sabatina James (32) kam mit zehn Jahren nach Österreich. Als sie im Alter von 15 Jahren mit ihrem Cousin verheiratet werden soll, begegnet ihr Jan und schenkt ihr eine Bibel. Heute lebt die überzeugte Christin und Autorin versteckt und hilft anderen bedrängten Frauen.



Kinderrechte.
Damit Kinder eine Lebens-Perspektive haben, kämpft Malala (17) jeden Tag – unter Einsatz ihres Lebens. Denn 2009 schossen Taliban der jüngsten Friedensnobelpreisträgerin in den Kopf, weil sie in ihrem Blog über deren Gewalttaten berichtet hatte. Doch Malala lässt sich nicht einschüchtern. Sie kämpft weiter gegen die Terrororganisation in ihrem Land, die Schulen zerstört und Mädchen eine Ausbildung und ein gleichberechtigtes Leben verweigert. Ihr Motto: „Heal the world. Make it a better place...