Daniela Golpashin im MADONNA-Talk

Berühmtsein ist nicht das Ziel!

Daniela Golpashin im MADONNA-Talk

Daniela Golpashin. Während ihre Schwester Doris Golpashin in ihrer Rolle als Mutter aufgeht, startet ihre Schwester in Film und Theater durch. Der Talk.

Die bessere Golpa-shin“, titelte kürzlich eine Zeitung – und meinte damit Daniela Golpa-shin (28), die jüngere Schwester von TV-Star Doris Golpa-shin (33). Derlei Vergleiche lässt die Schauspielerin völlig unkommentiert. Überhaupt spricht Daniela Golpashin nicht so gerne über ihre Schwester (sie ist seit knapp einem Jahr Mutter und lebt mit Kindsvater Klaas Heufer-Umlauf in Berlin) – mit Recht, hat sie doch ihre eigene Karriere, die sich durchaus sehen lassen kann.  

Charakterstark
Ob am Theater oder im Film – Daniela Golpashin hat sich als Charaktermimin mit erst 28 Jahren schon mehrfach bewiesen. In MADONNA zeigt die Künstlerin ihre modische Seite (ab S. 24) und spricht über Bescheidenheit und Schönheitswahn.

Letztes Wochenende waren Sie in „Der Wagner-Clan“ mit Iris Berben zu sehen. Der Tatort „Angezählt“, in dem Sie gespielt haben, ist für den Grimme-Preis nominiert. Was steht sonst noch an?
Daniela Golpashin:
Derzeit synchronisiere ich die Hexe Lilli, der ich meine Stimme verleihe. So etwas habe ich noch nie gemacht, aber es macht unheimlich viel Spaß. Ab Sommer spiele ich am Wiener Volkstheater ein Zwei-Personen-Stück und im Herbst geht der Dreh für einen ORF-Spielfilm los.  

Sie pendeln zwischen Berlin und Wien – sprachlich klingen Sie sehr deutsch...
Golpashin:
Weil ich erst gestern in Wien angekommen bin und längere Zeit in Deutschland war. Ich bin sehr anpassungsfähig. Spätestens in einer Woche klinge ich wieder wie eine Ur-Wienerin. (lacht)

Wie wichtig ist es für Ihre Karriere, in Deutschland zu sein?
Golpashin:
Das weiß ich noch nicht. Ich bin nach Deutschland gegangen, weil ich dort interessante Rollenangebote habe, wie den „Tatort“ und „Der Wagner-Clan“. Im letzten Jahr habe ich für mehr internationale Projekte gearbeitet als für österreichische. Aber das kann sich auch extrem schnell ändern.

Sie haben mit erst 28 Jahren bereits eine sehr umfangreiche Karriere hinter sich. Was macht Sie erfolgreicher als so viele andere Jungschauspieler?
Golpashin:
(denkt nach) Keine Ahnung! Vielleicht, dass ich das, was ich tue, so gerne mache? Ich habe kein Erfolgsrezept. Und ich habe noch nie etwas aus Kalkül gemacht. Bei mir hat sich alles immer ergeben – und ich würde auch nie von einer Karriere sprechen. Man kennt ja auch nur die Sachen, die ich gemacht habe – und nicht die 180 Absagen, die ich natürlich auch schon bekommen habe.  

Sind Sie enttäuscht, wenn Sie Absagen bekommen?
Golpashin:
Ich versuche immer alles positiv zu sehen und denke mir dann: Es wird schon einen Sinn haben, dass etwas nicht zustande kommt.

Sie glauben also an Schicksal?
Golpashin:
Vielleicht muss man an Schicksal glauben, um nicht zu verzweifeln. (lacht)  

Eine Rolle, mit der Sie für Furore gesorgt haben, war jene der Alma Mahler. Sie sind damals nackt aufgetreten. Würden Sie sich für eine andere Rolle auch wieder ausziehen?
Golpashin:
Das kann ich nicht sagen. Ich habe kein Problem mit meinem Körper und auch nicht mit exzentrischen Rollen, aber man muss so etwas sehr gut abwägen: Ob das der Rolle guttut, ob sie das braucht... Damals bei Alma war es wichtig für das Stück. Sich aber für eine Schlagzeile auszuziehen, ist verblödet.

Andererseits machen Schlagzeilen Menschen berühmt...
Golpashin:
Bevor ich etwas für eine Schlagzeile tue, verzichte ich lieber auf den Bekanntheitsgrad. Bekannt zu sein, ist eine Nebenwirkung meines Berufs, darf aber nicht das Ziel sein!

Was ist Ihr großes Ziel?
Golpahsin:
Ich schreibe gerade an einem ersten Drehbuch. Und mein Ziel ist es, weiterhin zu spielen – auch große Kinofilme, aber auch zu schreiben.

Am Sonntag werden die Oscars vergeben. Auch ein Ziel?
Golpashin:
Ich glaube, dazu bin ich zu bescheiden, um so einen Traum zuzulassen.

Von wem haben Sie diese Bescheidenheit?
Golpashin:
Das ist meiner Meinung nach Charaktersache. Ich habe gelernt, immer nett zu sein zu den Leuten – manche sagen, ich bin sogar zu nett. Aber je länger ich arbeite, desto dankbarer werde ich auch, denn es kommt auch etwas zurück.

Ihre Schwester Doris ist auch sehr bekannt...
Golpashin:
Die ist viel berühmter als ich! Weil man als Moderatorin im Fernsehgeschäft ja ein viel breiteres Publikum hat.

Wäre TV eine Option für Sie?
Golpashin:
Nein, auf keinen Fall. Ich kann mir vorstellen, wieder Musical zu machen, weil das in mein Feld gehört. Moderation ist etwas ganz anderes. Das macht Doris gut genug, da muss ich nicht auch noch kommen.

Sie haben in einem Interview gesagt, dass Ihre Schwester Ihre beste Freundin ist. War das mitunter ein Grund für Sie, nach Berlin zu gehen?
Golpashin:
Nein.

Aber Sie haben Kontakt?
Golpashin:
Ja, klar! Wie das Schwestern so haben.

Vor einigen Jahren haben Sie gesagt, dass Sie sich eine große Familie mit drei, vier Kindern wünschen. Hat sich Ihre Einstellung verändert?
Golpashin:
Ich möchte auf jeden Fall einmal eine Familie haben, aber wie viele Kinder, kann ich nicht sagen. Hauptsache sie sind gesund. Aber ich bin jetzt 28 Jahre alt, da kann ich mir noch ein bisschen Zeit lassen. Also Kinder sind noch nicht in Planung.   

Auch wegen Ihres Jobs?
Golpashin:
Nein, deshalb nicht – aber es ist einfach noch nicht so weit.

Würden Sie für Kinder Ihre Karriere aufgeben?
Golpashin:
Wir leben zum Glück in einer Zeit, in der in fast jedem Job beides möglich ist. Ich denke, man muss auf nichts verzichten im Leben, sonst ist man ja auch irgendwie gefrustet.

Wir haben heute Modestrecke mit Ihnen fotografiert. Sind Sie eine Fashionista?
Golpashin:
Ich gehe schon sehr gerne shoppen. Vor allem Taschen mag ich – und unheimlich viele Jacken habe ich auch. In Berlin kann man so toll shoppen, das ist sehr gefährlich. (lacht)

Was gefällt Ihnen an sich selbst am besten?
Golpashin:
Meine Hände. Wahrscheinlich weil ich die auch am Öftesten sehe. (lacht)

Was am wenigsten?
Golpashin:
Ich finde mich toll, so wie ich bin. Mit dem Alter werde ich zwar eitler, aber es ist eine gute Eitelkeit. Ich habe mich so gut abgefunden mit mir.  

Was halten Sie von Schönheits-operationen?
Golpashin:
Würde ich niemals machen! Ich bin Schauspielerin – wäre meine Mimik weg, könnte ich meinen Job nicht mehr machen. Ich finde es auch bedenklich, dass jeder aussehen will, wie ein Hollywood-Star. Wo bleibt da die Individualität?!