Topmodel mit Vorbildfunktion

Cara Delevingne im MADONNA-Talk

10.07.2015

Die 22-Jährige ist ein Phänomen, das in der Branche seinesgleichen sucht. Und sich deshalb nicht nur auf Mode beschränken will. Der MADONNA-Talk.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty
Zur Vollversion des Artikels

Sie hat markante Brauen, leuchtende Katzenaugen und eine Figur, die einen erblassen lässt. Kein Wunder, dass sich die Modewelt nach Cara Delevingne verzehrt. Doch als Karl Lagerfeld einmal meinte, dass „Cara es faustdick hinter den Ohren habe“, konnte er wohl schon erahnen, dass auf sie mehr wartet, als „First Face“ bei seiner Show zu sein. Denn Cara ließ kürzlich verlauten, dass sie sich zu Höherem berufen fühlt, als lediglich die schicks­ten Designer-Fetzen mit gekonnter Grazie in Szene zu setzen. Mit ihrem bereits dritten Film startet sie derzeit als Schauspielerin durch. Ab 31. 7. ist sie in der Buchverfilmung Margos Spuren zu sehen, in der sie die Titelrolle verkörpert.    


Interview. MADONNA traf die sympathische 22-Jährige zum Talk in Berlin. Und dabei wurde sehr schnell klar, dass es vielleicht gar nicht so sehr Cara selbst ist, die es nach oben drängt, als vielmehr die Unterhaltungswelt großen Bedarf an Personalities à la Cara hat.  

„Margos Spuren“ ist der dritte Film, in dem man Sie als Schauspielerin bestaunen kann. Werden Sie von nun an auf das Modeln verzichten und sich ganz der Schauspielerei zuwenden?
Cara Delevingne: Nun, es kommen heuer insgesamt fünf Filme von mir raus, man muss meinen neuen Karriereweg wohl oder übel akzeptieren (lacht). Ich werde schon noch modeln, aber es wird sehr viel weniger sein als bisher.


Sie haben einmal  behauptet, dass Sie ein tiefgreifendes Verständnis für die Rolle der Margo haben. Woher kommt das?

Cara Delevingne: Als ich das Skript gelesen habe, kamen mir bestimmte Sätze sehr bekannt vor, Sätze, die ich selbst schon zu Menschen gesagt ­habe.


Welche zum Beispiel?

Cara Delevingne: „Du kannst mich nicht lieben, du kennst mich nicht einmal wirklich.“ Das ist ein klassisches Beispiel dafür, dass wir auf andere Menschen oft persönliche Ideen projizieren. Und das ist ein großes Thema des Films. Deshalb wollte ich da unbedingt mitspielen.


Haben Sie etwas aus der Rolle für sich selbst mitnehmen können?
Cara Delevingne: Ja, zum Beispiel die Eigenschaft, furchtlos zu sein.  Sich nicht darum zu scheren, was andere denken.


Der Film trägt auch die Botschaft, dass es o. k. ist, „normal“ zu sein.

Cara Delevingne: Nein! Man sollte keinesfalls normal sein! Jugendliche sollen verstehen, dass es völlig o. k. ist, einfach man selbst zu sein.


Haben Sie sich schon mal richtig an jemandem gerächt, wie Margo im Film?
Cara Delevingne: Ach, ich sehe solche Aktionen nicht als Rache, ich treibe diese Späße eher mit Menschen, die ich liebe. Ich habe zum Beispiel schon mal jemandes Augenbraue im Schlaf entfernt (kichert).


Abgesehen vom Streichespielen – was sind Ihre Kriterien ­einer guten Freundschaft? Würden Sie sich selbst als gute Freundin bezeichnen?
Cara Delevingne: Ich bin eine furchtbare Freundin. Nein, ich mach nur Spaß. Loyalität ist ­eine meiner besten Eigenschaften. Für jemanden, der mir am Herzen liegt, würde ich vors Auto springen. Ich bin ein „Ganz oder gar nicht“-Typ. Und Vertrauen ist das Allerwichtigste.


Ist es denn in Ihrer Welt schwer, Freundschaften zu knüpfen und sie zu behalten?
Cara Delevingne: Ich denke, dass es auf jeden Fall leichter war, als ich nur gemodelt habe. Denn da hat man zumindest die Fashionweek gemeinsam gemacht.  Aber ja, ich sehe meine Mädels, so gut es geht, nach Möglichkeit eben. Ich habe im Laufe meiner Karriere wirklich tolle Menschen kennen­gelernt, und es ist auch unglaublich  wichtig, solche Menschen zu haben. So kann man sich gegenseitig immer wieder ein bisschen auf den Boden der Tatsachen zurückholen.   


Und wie sieht es mit dem Daten aus? Wie bereiten Sie sich auf ein erstes Date vor?

Cara Delevingne: Ich bin sehr pflegeleicht. Wenn ich mir die Haare wasche, ist das schon viel Aufwand. Und vielleicht trage ich ein bisschen Deo auf.  Nein, ich denke, es ist bei einem ersten Date viel wichtiger, man selbst zu sein, und nicht Zeit damit zu verschwenden, jemandem etwas vorzumachen.


Und was war das Verrückteste, das Sie je für die Liebe gemacht haben?
Cara Delevingne: Ich bin schon sehr weit gereist, um lediglich einen Tag bei einer geliebten Person zu sein. Und ich habe früher sehr viele Liebesbriefe geschrieben.  

Der Film spielt im letzten Jahr der Highschool. Zu dieser Zeit steckten wir ja alle in irgendwelchen Rollenklischees. In welche Schublade hätte man Sie denn stecken können?  
Cara Delevingne: Ich war – und bin es ja irgendwie immer noch – der Klassenclown. Ich hab immer Blödsinn gemacht und zum Beispiel diese kleinen ­Kügelchen geschossen.


Wenn man sich Ihre Social-Media-Accounts ansieht, könnte man meinen, dass Sie durchgehend arbeiten. Wann haben Sie wieder frei und wie würde der perfekte Tag aussehen, um ­diese Freiheit zu nutzen?
Cara Delevingne: Ich denke, der nächste freie Tag, den ich ­habe, ist Ende August. Denn selbst wenn ich per se frei habe, gebe ich Interviews oder bearbeite E-Mails. Doch diese ganze ­Arbeit lässt meine freie Zeit  noch viel wertvoller erscheinen. Und wenn es so weit ist, werde ich diese auch wirklich genießen. 

Zur Vollversion des Artikels