Bester Sex: Das  wollen Männer wirklich

Im Kopf eines Mannes

Bester Sex: Das wollen Männer wirklich

Sex-Autorin Zoë Zucker wollte im Zuge ihres neuen Buches für uns herausfinden, wie Männer ticken und worauf sie wirklich stehen.

In ihrem Studium beschäftigte sie sich mit Gentechnik, doch im Anschluss zog Zoë Zucker aus, um einem noch viel komplexeren Thema auf den Grund zu gehen: der männlichen Psyche. Für ihr neues Buch Bester Sex 4 befragte die Journalistin 33 Herren und wollte mehr über deren Sicht auf Liebe, Sex und Zärtlichkeit wissen. Die völlig unterschiedlichen Männer schilderten der Grazerin ihr aufregendstes Sexabenteuer und verrieten ihr dabei, was ihnen an Frauen gefällt und worauf sie im Schlafzimmer stehen.

Also doch Romantiker?
Und welche Erkenntnisse hat die Neo-Sexpertin aus ihrer Feldstudie mitgenommen? „Es ist als Frau nicht immer lustig, beinhart serviert zu kriegen, was Männer denken. Da sind schon auch viele Dinge dabei, die so gar nicht in die romantisch-kuschelig-rosarote Traumprinzenwelt passen, nach der sich Frau doch hin und wieder sehnt“, so Zucker. Dennoch war die Autorin überrascht, wie viele Männer eine romantische Ader besitzen: „Da hatte ich wohl Vorurteile.“ Überhaupt war in den Sex-Interviews, die sie geführt hat, wenig von großen Brüsten, straffen Körpern und kuriosen Stellungen die Rede. Lässt man Klischees außen vor und die Herren der Schöpfung dafür einmal zu Wort kommen, erfährt man nämlich, dass es ihnen viel wichtiger ist, dass eine Frau sich wohlfühlt in ihrer Haut und Sex auch genießen kann. „Also“, so Zuckers Appell an ihre Geschlechtsgenossinnen, „sagt, was euch gefällt!“ Männer finden es toll, wenn eine Frau weiß, was sie will, und das auch klar formuliere kann. Und noch eines lässt Männerherzen höher schlagen: Spontanität und Kreativität (Die zehn wichtigsten Tipps von Männern für Frauen finden Sie in der Spalte links). Was Zoë Zucker sonst noch über das Mysterium Mann herausgefunden hat, verrät sie uns im Interview:

Was sich Männer im Bett wünschen 1/9
Spontan sein!

Ob Ort und Zeit gerade für ein scharfes Intermezzo passend sind, sollte nebensächlich sein. Hauptsache, die Lust ist da. Initiative ergreifen, Ladies! Männer sehen Sex als wichtigen Bestandteil des Lebens. Sex nach dem Carpe Diem-Prinzip: Was, wenn es kein Morgen gäbe und man den besten Sex des Lebens verpasst hat...


Frau Zucker, für Ihr Buch haben Sie mit Männern aller Altersklassen gesprochen. Haben eher die jungen Wilden oder die Erfahrenen besseren Sex?
Zoë Zucker:
Ob Sex gut oder schlecht ist, hängt meiner Meinung nach nicht vom Alter, sondern eher von der Persönlichkeit eines Mannes ab. Durch meine Interviews habe ich herausgefunden, dass es Männer gibt, die schon im jungen Alter über viel Einfühlungsvermögen und Weitsicht verfügen. Aber auch, dass es solche gibt, die es nie lernen werden – egal, wie alt sie sind.

Und was unterscheidet Männer von Frauen in Sachen Sex?
Zucker:
Im Gegensatz zu Männern denken wir erfahrungsgemäß schon viel häufiger nach – was, wieso und warum. Klar, auch Männer denken, aber oft machen sie halt einfach.

Sie hatten Einblick in die Denkweise des anderen Geschlechts. Gab es etwas, das Sie besonders überrascht hat?
Zucker:
Ich war am Ende wirklich erstaunt, wie romantisch viele Männer doch sind. Da hatte ich wohl Vorurteile.
Bücher rund ums Thema Sex scheinen gerade einen wahren Boom zu erleben.

Woran, glauben Sie, liegt das?
Zucker:
Sex sells. Sex ist allgegenwärtig und in den vergangenen Jahrzehnten hat das Thema seinen Tabustatus verloren. Zu lesen, wie es in fremden Betten zugeht, kann inspirieren, kann einen Kick fürs ­eigene Sexleben geben – oder aber einfach nur unterhalten.

Sind Sex-Ratgeber sinnvoll?
Zucker:
Das ist meiner Meinung nach ein zweischneidiges Schwert. Denn man kann auch beobachten, dass Sex bei vielen Menschen mit immer mehr Leistungsdruck verbunden ist. Da kann es schnell passieren, dass Lust, Lockerheit und Spontanität auf der Strecke bleiben. Wer einen Sex-Ratgeber von A bis Z „abarbeitet“, wird wahrscheinlich wenig Spaß daran haben. Man sollte das eher mit Offenheit und Abenteuerlust angehen und die ganze Sache nicht als „Muss“ sehen. Das ist doch der Sinn von Ratgebern.

Wie gehen Ihre Familie und Freunde, damit um, dass Sie in der Öffentlichkeit so offen über Sex sprechen?
Zucker:
Ich habe noch nie so direkt über das Thema Sex geschrieben – und schon gar keine exakten Abläufe geschildert. Anfangs musste ich beim Tippen oft innehalten, weil mir währenddessen Gedanken wie „Oh Gott, wenn meine Oma liest, was ich da zu Papier bringe…“ durch den Kopf geschossen sind. Das war nicht immer leicht. Aber die meisten in meinem Umfeld sind vor allem neugierig. Ich bin gespannt auf die Reaktionen.

Ist Liebe unverzichtbar für ­guten Sex?
Zucker:
  Für mich selbst gehören Liebe und Sex sehr eng ­zusammen. Basta!