09. Dezember 2016 15:56
Doris Schmidauer
Von der Assistentin zur First Lady
Doris Schmidauer (52) ist die neue First Lady im Land. Was wir über die Oberösterreicherin wissen. 
 Von der Assistentin zur First Lady
© APA
Das Rampenlicht überlässt sie lieber ihrem Mann und frisch gewählten Präsidenten Alexander Van der Bellen. Die 52-jährige Doris Schmidauer ist Geschäftsführerin des Grünen Klubs, wollte in der Politik aber nie eine „Sprecherrolle“, sie bevorzugte das Managen im Hintergrund. Und so hielt sie es auch in der knapp einjährigen Wahlkampfzeit. Nur selten ist sie öffentlich in Erscheinung getreten, Journalisten hatten kaum eine Chance, mit ihr zu sprechen. Ein einziges Interview gab sie gemeinsam mit Van der Bellen im April. Und kurz vor der Entscheidung vergangene Woche wurde ein Video von ihr publik, in dem sie für ihren Gatten warb. „Ich glaube, ich bin sehr gerne in der zweiten Reihe“, erklärte sie in einem dieser seltenen Interviews.
 
Powerfrau. Schmidauer kündigte jedenfalls bereits im Vorfeld an, auch als First Lady  ihren Job weiter ausüben zu werden. Seit über 25 Jahren ist sie bereits für die Grünen tätig. 1989 heuerte sie in der Partei an und rückte auch bald auf, von 1996 bis 1999 fungierte Doris Schmidauer als Alexander Van der Bellens persönliche Assistentin. Man kann nur munkeln, ob sich in dieser Zeit bereits erste Gefühle zwischen den beiden angebahnt hatten. Jedenfalls gaben sie und ihr ehemaliger Vorgesetzter sich erst im vergangenen Dezember das Ja-Wort. Als gemeinsame Leidenschaften gelten das Wandern und die Liebe zur Natur. Alexander Van der Bellen mietet seit 30 Jahren in Kaunerberg in Tirol eine Zweizimmerwohnung bei einem Bauern, in die sich die beiden in ihrer Freizeit gerne mit den gemeinsamen Hunden Chico und Kita zurückziehen. 
 
Familienmensch. Geboren wurde Doris Schmidauer am 21. September 1963 in Grieskirchen, aufgewachsen ist sie in Peuerbach, wo der „Schmidauer-Clan“ wohlbekannt ist. Ihr Vater Ernst war jahrzehntelang Kapellmeister der Blasmusik und Sonderschuldirektor. Matura machte die Oberösterreicherin in Wels, danach zog sie nach Wien, wo sie Politikwissenschaften studierte. Ihre Einstellung bezeichnet die Präsidentengattin als „links-liberal“ und ihr Umweltbewusstsein entwickelte sich, wie das vieler anderer Grüner auch, bei der Besetzung der Hainburger Au. Schmidauer gilt als Familienmensch und hält fleißig Kontakt zur Verwandtschaft und ihrem weiten Freundeskreis. Kinder hat sie keine, dafür darf sich die Großfamilie regelmäßig an ihren Kochkünsten erfreuen. Zusammenstellungen von Gästelisten für solche Abende überlegt sie sich jedoch genau, denn „Gespräche zu Hause sind viel intensiver als in Lokalen“, wie sie im Interview sagte.
 
Die studierte Politikwissenschaftlerin startete 1989 ihre Karriere bei den Grünen. Drei Jahre lang war sie Van der Bellens Assistentin, heute ist sie Geschäftsführerin. Die Führungsposition ist ihr insofern wichtig, weil sie dadurch gestalten kann. Ihre politische Gesinnung beschreibt sie als „links-liberal“. Im Dezember 2015 gaben sie und ihr ehemaliger Vorgesetzter sich das Ja-Wort. Die Oberösterreicherin ist kinderlos. (Bild: EPA)
 
Neuer Lebensabschnitt. Die Intensität der Gespräche wird sich beim Opernball, dem ersten großen Society-Auftritt des Bundespräsidentenpaares wahrscheinlich in Grenzen halten, doch Schmidauer kündigte an, ihren Mann dorthin begleiten zu wollen. In ihrer Jugend hatte die passionierte Tänzerin einst gegen diese Veranstaltung protestiert. Ihre ausgezeichneten Englisch-Kenntnisse und ihr Studienabschluss sind in jedem Fall perfekte Voraussetzungen für die neue Rolle an der Seite des Präsidenten. Und auch ihre Wesensart, die von politischen Mitstreitern und Kollegen als entscheidungsfreudig, herzlich und freudig beschrieben wird, bietet Vorzüge, mit denen sie sich sicherlich bestens präsentieren wird. Sechs Jahre lang dauert die Amtszeit des Bundespräsidenten, die auch für seine zurückhaltende Frau mit Gewissheit ganz neue Herausforderungen mit sich bringen wird.