Stoppt die Juden-Hetze!

Erheben wir die Stimme

Stoppt die Juden-Hetze!

In Belgien weigerte sich ein Arzt (!), eine 90-jährige jüdische Patientin zu behandeln. Begründung: „Sie ist Jüdin und soll sich doch einfach in Gaza behandeln lassen.“ In Frankreich werden Geschäfte und Lokale jüdischer Franzosen eingeschlagen und angegriffen. In einem belgischen Ort plakatierten palästinensische Besitzer in ihrem Restaurant – wie einst die Nazis – „hier dürfen Hunde, aber keine Juden rein“. In Deutschland wurden Journalisten als „Zionisten“ bei einer radikalen Anti-Israel-Demo angegriffen. In Berlin riefen fanatische Antisemiten bei „Pro Hamas“-Demos: „Jude, Jude, feiges Schwein“. In Österreich wurden israelische Fußballspieler bei einem Freundschaftsspiel von antisemitischen Hooligans tätlich angegriffen.

Schluss damit!
Das sind nur einige Beispiele für die unfassbare, antisemitische Hetze, die unter dem Deckmantel der Israel-Kritik derzeit quer durch Europa passiert. Mitverantwortlich für diese neue Agitation gegen Juden ist – neben dem alten Antisemitismus – der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan, der Israel einen „Hitler-artigen Faschismus“ vorwirft. Im Internet verbreiten Hunderttausende ebenfalls ihren Hass. Wir sagen: Es reicht! Schluss mit dieser Hetze! Erheben wir gemeinsam die Stimme gegen diesen abscheulichen Antisemitismus!

Frauen erzählen

Wir haben mehrere jüdische Österreicherinnen gebeten, uns zu erzählen, wie sie die aktuelle Situation erleben. Die 32-jährige Viviane Shklarek berichtet, dass sie selbst bei einer Anti-Israel-Demonstrationen in New York „Israel-Fahnen mit Hakenkreuz-Bemalung gesehen“ hätte. Die Anwältin Julia Andras wiederum warnt: „Wenn gegen Israel demons­triert wird und dabei Synagogen in Brand gesetzt werden, sollten wir alle alarmiert sein.“ Die befragten Frauen sprechen sich keineswegs dagegen aus, Israels Politik zu kritisieren. Sie sagen nur völlig rechtens: „Wer das Existenzrecht Israels und europäischer Juden angreift, protestiert nicht für Palästinenser!“ Der Erdogan-Fanverein in Wien, UETD, organisierte etwa eine riesige Demo in Wien. Dort skandierten viele „Demonstranten“ antisemitische Parolen.

Diashow Jüdische Frauen & ihr Statement

Viviane Shklarek (32), Marketing-Managerin:

„Ich komme gerade von einem zweimonatigen Aufenthalt in New York zurück und es ist erschreckend, wie selbst in einer multikulturellen Metropole die Grenzen zwischen Politik und Religion verschwinden. Bei einer Großdemo wurde ich mit Hakenkreuz-bemalten Israel-Fahnen konfrontiert – als Jüdin, die im 2. Weltkrieg mehrere Familienmitglieder verloren hat, ist das für mich ein Stich ins Herz. Mein Standpunkt ist: Über Israels politische Züge kann man sich streiten, über das Existenzrecht eines jüdischen Staates und der jüdischen Religion nicht.“

Julia Andras (33), Anwältin:

„Als österreichische Jüdin und Enkelin Holocaust-Überlebender verfolge ich die Situation in Israel und die derzeitige Entwicklung in Europa mit großer Sorge. Israels politische Führung und militärische Linie zu kritisieren, ist legitim, einem Staat das Recht auf Existenz und Verteidigung seiner Zivilbevölkerung abzusprechen, ist es nicht. Wenn man seinem Protest dadurch Ausdruck verleiht, dass man Synagogen in Brand steckt, hat das mit dem Nahost-Konflikt nichts mehr zu tun. Dann besteht eine Gefahr, die uns alle alarmieren muss.“

Sandra Berkson (32), Selbstständig:

„In Europa werden Juden mit Gewalt bedroht, jüdische Geschäfte zerstört und Synagogen belagert. Akzeptieren wir als Ausrede, dass die Angreifer auf den Staat Israel wütend sind? Mein Vater hat 1938 vor ähnlichen Aktionen – man hat auch damals ‚gute Gründe‘ gefunden – aus Wien fliehen müssen; meine Großeltern wurden ermordet. Es gibt einfach keine Ausreden für Antisemitismus und Judenhass.“

Vered Bergman (23), Designerin:

„Der aktuelle Konflikt lässt bereits bestehenden Hass aufkommen. Israel-Kritik dient dabei als Mittel zum Zweck für antisemitische Diskriminierung und Aufhetzung. Antisemitismus wird zum Hauptziel der Demonstrationen, es geht hierbei gar nicht mehr um eine gemeinsame Lösungsfindung, sondern lediglich um Hetze gegen Juden und Israel. Diese Welle erweckt in mir und meinem Bekanntenkreis Angst, Unsicherheit und eine erneute Identifikation mit unseren Großeltern, Holocaust-Überlebenden.“

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MADONNA-Aktion gegen Hetze
Ihre Stimme zählt!
Schicken Sie uns Ihre Zeilen gegen Diskriminierung. Gemeinsam sind wir stark.

MADONNA hat eine Initiative gegen Antisemitismus gestartet. Nun sind unsere Leserinnen gefragt: Schicken Sie Ihr Statement gegen Juden-Hetze an stopp-gegen-hetze@oe24.at oder drücken Sie auf den Button unten. Die besten Statements werden bereits im nächsten MADONNA abgedruckt.

Madonna_Button_Antisemitism.png © APA/dpa

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