Nicole Hansen im MADONNA-Interview

"Dancing Stars"-Jurorin

Nicole Hansen im MADONNA-Interview

Neben der scharfzüngigen Karina Sarkissova und dem feurig-kritischen Balázs Ekker zu bestehen, ist kein Leichtes. Wenn es jemandem – mit Charme, Eleganz und Herzlichkeit – gelingt, dann Nicole Hansen (45). Nicht umsonst sitzt die Schweizer Profitänzerin seit der ersten Staffel des ORF-Hits „Dancing Stars“ am Jury-Pult – und fiel auch nicht der Umstrukturierung vor zwei Jahren zum Opfer, als man Hannes Nedbal und Thomas Schäfer-Elmayer rauskickte. 
 
Nicole Hansen ist im wahrsten Sinne des Wortes „die Schweiz der ‚Dancing Stars‘-Jury“ – (relativ) neutral, erfolgreich, unantastbar, freundlich, aber gnadenlos ehrlich und selbstbewusst. Allwöchentlich (abgesehen von diesem Osterwochenende) fliegt die 45-Jährige aus ihrer Heimat nach Wien ein, um freitags (20.15 Uhr, ORF eins) die Leistungen der Prominenten auf dem Show-Parkett ins Visier zu nehmen. In diesem Jahr ein besondere Herausforderung …
 
Der Petzner-Faktor. Dass Stefan Petzner der 12. Staffel Witz und Spannung zugleich verleiht, steht auch für Nicole Hansen außer Zweifel. Im MADONNA-Interview erklärt sie, warum und wie auch er tanzen lernen könnte, ob sie sich auch vor ihm fürchten würde – und wie die neue Jury das TV-Format verändert hat. 
 
Viele sagen, die 12. ist die spannendste Staffel aller Zeiten. Wie sehen Sie das?
Nicole Hansen: Na ja, sie ist eben mit diesem Aufruhr rund um Petzner und Karina … sagen wir: anders. Dass Stefan Petzner immer noch drin ist, obwohl er der schlechteste Tänzer aller Staffeln ist, macht es vielleicht für viele spannender. Jetzt denken natürlich alle: „Oh, was wird sein, wenn Petzner tatsächlich ins Finale kommt? Das kann ja nicht sein!“ Schließlich ist es ja noch nie passiert, dass jemand, der wirklich nicht tanzen kann, so weit kam.  
 
Denken Sie, dass er gewinnen kann?
Hansen: Nein, das glaube ich wirklich nicht. Das würde ja das ganze Format in Frage stellen. Schlussendlich geht es ja ums Tanzen und es gewinnt dann doch immer das Können.  
 
Petzner kassiert die schlechtesten Jury-Wertungen, aber bekommt die meisten ­Voting-Anrufe. Woran liegt es? 
Hansen: Ich denke, wir als Jury haben da sehr geholfen, weil wir ihn wirklich sehr schlecht bewerten mussten. Wir haben zuvor noch nie alle nur eine Eins gegeben,  das bewegt das Publikum schon. Obwohl er vielleicht anfangs gar nicht so der Publikumsliebling war, weckt das bei den Zusehern schon den Gedanken, dass wir zu hart und unfair urteilen. Ich denke also, da sind wir selbst schuld. (lacht)

War die Jury deshalb in der letzten Show vor der Osterpause auch netter zu ihm?
Hansen: Nein, so etwas machen wir nicht aus Kalkül. Er war einfach wirklich einen Tick besser. Und die Choreografie des Double-Dance war toll – wir müssen ja auch die Choreo und nicht nur das Tanzen bewerten. 
 
Sie sind Profitänzerin und Lehrerin. Könnte man aus Stefan Petzner noch mehr herausholen oder gibt es einfach Leute, die niemals tanzen lernen werden?
Hansen: Also ich bin ja voll der Meinung, dass jeder Mensch tanzen kann – halt auf seinem Niveau. Aber ich glaube, Stefan Petzners Problem ist ein psychologisches.  Er hat irgendwie keinen Zugang zu seinem Körper und deshalb gehen auch die Nerven mit ihm durch, wenn er in der Live-Show ist. Ich denke, da wär schon mehr rauszuholen, aber er müsste zuerst mal ganz viel an seiner Attitude ändern, dass das möglich ist. Dazu fehlt natürlich die Zeit. Der Rosi gelingen ja ohnehin schon Wunder. 
 
Wie haben Sie denn den Streit zwischen ­Karina Sarkissova und Petzner gesehen. War Karina zu hart in ihren Aussagen?
Hansen: Na ja, ein bisschen hart kann so eine Bewertung sein, aber sie hat ja gesagt, dass es nicht persönlich gemeint ist und sie hatte inhaltlich auch recht. Aber ich denke, manchmal kann man so etwas auch ein bisschen besser verpacken. Man muss verstehen, dass die Tänzer ohnehin schon in einer Ausnahmesituation sind – und dann kriegen sie noch eine zweite, dritte aufs Dach. Ich versuche immer, etwas ­diplomatisch zu sein, aber das ist auch nicht immer einfach. 
 
Hätten Sie auch Angst vor Petzner gehabt?
Hansen: Das hat man ja im Fernsehen nicht gesehen, aber er ist in der Pause wirklich auf Karina zugestürmt und fasste ihr ins Gesicht. Ich muss ehrlich sagen, da hätte ich auch ein wenig Angst bekommen. 

Aber jetzt herrscht ja mal Osterfriede … Hat sich durch die neue Jury die Show prinzi­piell verändert? 
Hansen: Es ist taffer geworden und die Interaktion zwischen uns ist ein bisschen größer als früher. Vielleicht lebt die Show deshalb jetzt etwas mehr. 
 
Sie sagen, Petzner gewinnt nicht. Sind Lizz Görgl und Nicole Wesner Ihre Favoritinnen? 
Hansen: Die beiden sind tänzerisch schon sehr stark, wobei es auf den Tanz ankommt, wer von den beiden die Nase vorne hat. Aber ich finde auch Schotti (Michael Schottenberg, Anm.) sehr gut. Bei der Samba war er super – und ich glaube, er berührt die Menschen auch mit seiner Art. Man wird sehen, welche Überraschungen es noch geben wird … 
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