Interview mit Nora von Walkdstätten

Eiskalter Engel

Interview mit Nora von Walkdstätten

Man stelle sich eine Art Dallas vor, doch mit ­lokalem Österreich-Bezug: eine reiche, adelige Familie, zerfressen von Neid und Intrigen, verwickelt in kriminelle Machenschaften und mit na­tionalsozialistischem Hintergrund. Kultdrehbuchautor David Schalko, der mit der Serie Braunschlag einen absoluten TV-Hit landete, hat vor Kurzem ganz groß nachgelegt.  Die tiefschwarze Satire Altes Geld, die momentan auf DVD und Video-on-Demand zu sehen und im Herbst im ORF ausgestrahlt wird, begeistert sowohl Zuseher als auch Kritiker.


Shootingstar. Mittendrin ist sie, die bildhübsche und selbst einem österreichischen Adelsgeschlecht entsprungene Nora von Waldstätten (33). In der Serie verkörpert sie Jana, Tochter des Patriarchen Rolf Rauchen­steiner: eine eiskalte und berechnende Person mit widernatürlichem Hang zu Morbidität und inzestuösem Liebesspiel. Im echten Leben ist von der abschreckenden Kälte nichts zu spüren. Nora von Waldstätten ist ein großes schauspielerisches Talent mit einnehmenden Katzenaugen, das mittlerweile weit über die österreichischen Grenzen bekannt ist. Seit einigen Jahren lebt sie in Berlin und wird von derselben Agentur vertreten, die auch Christoph Waltz oder Nina Hoss betreut.  


Talk. Mit MADONNA hat die 33-Jährige über die anspruchsvolle Rolle der Jana  Rauchensteiner, schauspielerische Pläne und ihre Wahl­heimat Berlin gesprochen.  

Wie kam es dazu, dass Sie in David Schalkos Serie „Altes Geld“ die Rolle der Jana bekommen haben?
Nora von Waldstätten:
David Schalko hatte die Besetzung der Familie sehr früh im Kopf. Er hat mich schon im Sommer 2013 gefragt, ob ich Zeit habe, im Sommer 2014 mit ihm zu arbeiten. Natürlich habe ich sofort Ja gesagt. Ich bin ein riesiger Braunschlag-Fan und habe mich sehr auf die ­Zusammenarbeit mit David gefreut. Der Dreh war einmalig. Er hat so besondere Charaktere kreiert – es war ein wahres Fest, als diese Figuren aufeinanderprallten.


Wie stehen Sie zu Ihrem Charakter „Jana“, den Sie darin spielen?
von Waldstätten:
Jana ist der jüngste Spross der Rauchensteiner-Familie. In dieser Familie ist sich jeder selbst am nächsten und auf den eigenen Vorteil bedacht. Ich freue mich für sie, dass sie am Ende eine Entwicklung durchmacht. Zu viel will ich nicht erzählen, um nicht zu viel zu verraten.


Was macht eine Rolle für Sie reizvoll?
von Waldstätten:
Das können ganz unterschiedliche Aspekte sein – ob es eine Figur ist, die ich so noch nicht im Repertoire habe oder ob es ein Regisseur ist, mit dem ich unbedingt arbeiten will. Im Idealfall ist es eine Mischung aus beidem (lacht).
Haben Sie eine Traumrolle,  die Sie irgendwann mal spielen möchten?
von waldstätten: Eine Traumrolle am Theater ist sicherlich Ibsens Nora. Beim Film ist das schwieriger zu sagen, da in jedem neuen Drehbuch eine Traumrolle stecken könnte. Aber rein theoretisch würde ich wahnsinnig gerne in einem Kostümfilm mitspielen, mit Reifrock und Hütchen. Und mich im komödiantischen  Fach weiter auszuprobieren, das wäre toll.


Sie haben gesagt, dass Sie gerne Figuren mit Abgründen spielen – haben Sie selbst einen?
von Waldstätten
: Es ist nicht so spannend, eine Figur zu spielen, der immer alles gelingt, die keine Probleme oder Brüche hat, bei der immer alles glatt läuft. Das fände ich langweilig – sowohl für mich als auch für den Zuschauer (lacht).


Sie sind Wienerin, leben aber in Berlin – gibt es etwas, das Sie aus der Heimat vermissen?
von Waldstätten:
Vieles! Trzesniewski-Brötchen, den Wiener Schmäh und natürlich meine Familie.


Was wiederum schätzen Sie an dem Leben in Berlin?
von Waldstätten:
Ich liebe die Größe und die Weite
Berlins. In jeder Hinsicht.


Mit wem würden Sie in schauspielerischer Hinsicht gerne zusammenarbeiten?
von Waldstätten:
Ich ­würde sehr gerne mit Birgit Minichmayr und Nina Hoss arbeiten. Drei Schwestern von Anton Tschechow würde sich da anbieten.  


Was möchten Sie in Ihrem Leben unbedingt einmal gemacht haben?
von Waldstätten:
Einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn quer durch Russland reisen ist schon lange ein Traum von mir.


Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
von Waldstätten:
Gitarre spielen lernen und mein Französisch aufpolieren. Tja, und irgendwann ein kleines Häuschen im Grünen.
 

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