Aline Basel

"Ich kann kämpfen"

Den Wechsel vom Radio zu oe24 erklärt Aline Basel, gebürtige Fran­zösin, simpel und klar: „Der Online-Bereich ist schnell, und es liegt viel Kreatives im Markt der Zukunft.“ Wie viele andere Frauen vereint die taffe Medien-Managerin Kind und Karriere, erzieht Tochter Hélène (9) ohne den Vater. Doch Aufmerksamkeit solle nicht ihr gelten, der Alleinerzieherin mit sowohl finanziellem als auch familiärem Feedback, sondern den Frauen, die ihre Kinder allein großziehen und „die daneben auch noch existenzielle Sorgen haben“. Der Talk über Frausein im Männerbusiness und ihr Leben als Single.

Sie kommen vom Radio und wechseln jetzt ins Digital-Business. Wo sehen Sie die Herausforderung?
Aline Basel:
Ich bin glücklich, bei oe24 zu sein, weil es eine Freude ist, für die Mediengattung „Online“ zu arbeiten. Wir haben mit dem oe24-Multimedia-Netzwerk eine Dachmarke, die beeindruckend zukunftsorientiert ist und vom Kunden mit Freude angenommen wird. Der Online-Bereich ist unglaublich schnell, und es liegt viel Kreatives im Markt der Zukunft. Da ich ein sehr dynamischer Mensch bin, fühle ich mich um so wohler.   


Sie sind die klassische Karriere­frau und auch alleinerziehende Mutter. Wie geht sich das alles aus?
Basel:
Ich glaube, dass die ­Bewunderung für Kind und Kar­riere nicht jenen Menschen gelten sollte, die sich in einem Interview äußern, sondern eher den Frauen, die sich eben nicht ein Netzwerk und zusätzliche Hilfe für ihr Kind leisten können. Die nämlich, die trotzdem arbeiten müssen, um wenig Geld, obwohl ihr Kind zu Hause krank ist. Und die vielleicht sogar ihren Job verlieren, weil sie sich um das kranke Kind kümmern und ­alleinerziehend sind. Diesen Menschen gebührt Bewunderung. Mein Kind wächst unbeschwert und glücklich auf und hat sich noch nie nach seiner Mami sehnen müssen, und das hat natürlich auch mit den ­finanziellen Möglichkeiten aufgrund meiner Kar­riere zu tun. Man kann viel besser arbeiten, wenn man nicht Sorge hat, ob es dem Kind gut geht. Deswegen sollte die Aufmerksamkeit den alleinerziehenden Müttern gelten, die daneben auch noch existenzielle Sorgen haben – das ist Gott sei Dank bei mir nicht der Fall.


Seit wann kümmern Sie sich ­allein um Hélène?
Basel:
Seit sie eineinhalb ist. Und ich hatte und habe ein tolles Netzwerk und großartige Eltern.


Wie schwer war und ist es für Sie als Frau, sich in einer noch immer männlich besetzten ­Domäne durchzusetzen?
Basel:
Ich kann kämpfen (lacht). Ich bin eine Frau, die immer gesagt hat, dass jede Frau Karriere machen kann und das Geschlecht keinen ­Unterschied macht. Ich habe dazugelernt (lacht). Zuerst ­habe ich in einem französischen Konzern gearbeitet, wo die Frauenkarte nie ein Thema war, weil es in Frankreich ganz andere Kinderbetreuungsmöglichkeiten gibt. Später habe ich bei Vorstellungsgesprächen in Österreich ­gemerkt, dass es doch einen Unterschied macht. Es hat freilich nie jemand zu mir gesagt: „Du bist eine Frau, deshalb nehmen wir dich nicht.“ Aber einige Männer haben Angst davor, dass ­ihnen eine Frau den Job streitig machen könnte. Umso bewundernswerter sind die Männer, die Frauen professionell respektieren und nach ihren ­Qualifikationen und Erfolgen sachlich bewerten.


Bleibt dabei das Frausein auf der Strecke, wie manche Vertreter des männlichen Geschlechts meinen?
Basel:
Nein, als Frau, die an der Front kämpft, kann und soll man auch Frau bleiben. Ich lasse mir gerne die Türen aufmachen und mich zum Essen einladen. Freue mich, wenn mir ein Mann Feuer gibt. Ich glaube, wir Frauen haben einen großen Fehler gemacht, weil wir uns so wahnsinnig emanzipiert haben. Dabei haben wir die Männer sehr klein gemacht. Wenn wir ein bisschen mehr schauen, dass wir Frauen bleiben, dürfen die Männer wieder ein bisschen mehr Männer sein und das System würde besser funk­tionieren. Ich habe viele ­groß­artige Freundinnen, die Single­frauen sind, weil sie den ganzen Tag versuchen, ihren Mann zu stehen.


Wie schaut es bei Ihnen aus?
Basel:
Ich bin jetzt eine Single­frau, ja. Ich hatte eine lange, wichtige Beziehung, und nach solchen Beziehungen braucht man Zeit, die ich mir gerne nehme, um auch wieder in eine Beziehung hineingehen zu können. Und ich habe, neben dem wichtigsten Menschen in meinem Leben, meiner Tochter Néné, eine anspruchsvolle, erfüllende, neue Aufgabe in meinem Leben: meinen Job!  

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