Endlich schöne Haut

Wege zum Top-Teint

Endlich schöne Haut

Stehen Sie zurzeit unter Stress? Wie auch immer: Eines Ihrer wichtigsten Organe, die Haut, tut es mit Sicherheit. Sie ist im Winter nämlich extremen Anforderungen ausgesetzt: „Trockene Luft drinnen und draußen, extreme Temperaturschwankungen, heftiger Wind oder eng anliegende Kleidung setzen der Haut nun sehr zu“, bestätigt die Wiener Dermatologin Sabine Schwarz. Damit sie ihre Schutzfunktion dennoch gut erfüllen kann, braucht die Haut Hilfe in Form von besonders intensiver Pflege.

Mehr Schutz
Bei einer Außentemperatur von 8 °C stoppt der Körper die Talgproduktion komplett. Und weil ein Mensch bei Kälte auch weniger schwitzt, kommt weniger Wasser an der Oberhaut an. Dadurch gerät der Fett- und Wasserhaushalt aus dem Lot. Wind, Nässe, Kälte oder Heizungsluft haben leichtes Spiel und trocknen jetzt alle Hautstellen aus, die nicht durch Kleidung geschützt werden – vor allem Gesicht, Lippen, Hände sowie Arme und Beine, in denen ohnehin wenige Talgdrüsen sitzen. Im Winter gilt deshalb: „Versorgen Sie die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit und Fett, damit sie geschmeidig bleibt und nicht rissig oder spröde wird. Je kälter es wird, desto fettreicher muss die ­Salbe sein“, weiß Expertin Schwarz.

Tipps für gesunde Haut im Winter 1/5
1. Gesunde Öle
Verwenden Sie Produkte, die reich an natürlichen Ölen (wie Macadamia-, Soja-, Traubenkernöl, Olivenöl oder Nachtkerzenöl) sind. Gerade Nachtkerzenöl ist eine Wunderwaffe für empfindliche Haut (gibt es auch als Kapseln zum Einnehmen). Oder: Täglich einen Teelöffel ins Müsli geben!
2. Pflanzenextrakte
Ein großes Problem der Winterhaut sind rote, schuppende Hautentzündungen, die man Ekzeme nennt. Für diese Hautirritationen sollte die Pflege nicht nur fettreich sein, sondern zusätzlich hautberuhigende Inhaltsstoffe wie Salbeiextrakte, Aloe Vera oder das kleinblättrige Weidenröschen enthalten.
 
3. Viel trinken!
Schöne Haut braucht – gerade im Winter – viel Flüssigkeit: Die optimalen Zeitpunkte für das gesunde Glas Wasser sind morgens nach dem Aufstehen und ­eine halbe Stunde vor sowie zweieinhalb Stunden nach jeder Mahlzeit!
4. Luft feucht halten!  
Am besten eine Schale mit Wasser auf die Heizung stellen, feuchte Tücher aufhängen oder einen Zerstäuber verwenden. Zusätzlich sollte man öfters Stoßlüften, also die Fenster für jeweils etwa 5 Minuten öffnen!
5. Sanft
Im Winter nur Enzympeelings verwenden, um zusätzliche Reizungen zu vermeiden!


Couperose-Gefahr
Ist Ihre Pflege zu reich an Feuchtigkeit, kann dies bei tiefen Temperaturen sogar Erfrierungen verursachen. „Außerdem fördern tiefe Temperaturen die Ausbildung kleiner oberflächlicher Hautgefäße, die man Couperose oder Rosacea nennt. Diese schimmern rötlich durch die Haut und sind zwar ungefährlich, aber kosmetisch störend“, so Schwarz. Sie rät auch im Winter zu UV-Schutz – speziell im Gebirge: „Dort erreichen auch an bedeckten Tagen zellschädigende Sonnenstrahlen die Erde. Eine weiße Schneedecke reflektiert das Licht und verstärkt die Strahlung zusätzlich.“ Vor einer großen Herausforderung stehen zudem jene, die es etwa über Weihnachten in die sonnige Ferne zieht: „Der Körper muss dann plötzlich mit hohen Temperaturen und massiver Sonneneinstrahlung umgehen. Der Haut zuliebe sollten Sie Ihre Pflege dann auf feuchtigkeitsreiche Produkte umstellen, die hohen Sonnenschutzfaktor enthalten. Die fettreiche Pflege ist erst wieder bei der Rückkehr in die Kälte sinnvoll.“


Akne im Winter
Pickel, Pusteln, Mitesser: Im Winter blüht auch Akne häufig so richtig auf. Neben Wind- und Kältereizen greift auch beheizte, trockene Luft die Haut an: Sie ist irritiert, es kommt zu mehr Entzündungen und die Akne breitet sich weiter aus. „Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft, reduzieren Sie den Verzehr von stark fettigen und süßen Speisen und verwenden Sie komedogenfreie Pflegeprodukte“, rät Dermatologin Sabine Schwarz (siehe in der Slideshow unten). Bei schweren Ausprägungen sind Medikamente wie Antibiotika, spezielle Antibabypillen oder eine Vitamin-A-Kur notwendig. „Ein besonderer Leidensdruck entsteht bei den Patienten durch Akne, die mit Narbenbildung verläuft“, weiß Schwarz. „Hier behandeln wir mit einem fraktionierten CO2-Laser, der oberflächliche wie tiefe Narben in ein bis drei Sitzungen fast vollständig entfernen kann.“ Durch solch eine Laserbehandlung werden die Narben abgeschliffen und es entsteht durch das Laserlicht neue, frische Haut. Die Behandlung selbst ist dank Anästhesiecreme fast schmerzfrei.

Mythen über Akne 1/7
Macht es Sinn, eine „Akne-Diät“ zu machen? 

Expertin Dr. Sabine Schwarz: Eigene Aknediäten gibt es nicht. Sinnvoll ist jedoch Reduktion von Zucker, fettreicher Ernährung und starken Gewürzen.
 

Helfen Hefe und Vitamin B gegen Akne?

Dr. Schwarz: Hefe (ist reich an Vitamin B) und Vitamin B werden bei Akne oft als biologische „Wunderwaffe“ empfohlen. Tatsache ist leider: Hefe
allein wird eine Akne nicht heilen.
 

Sind Sonne und Solarium gut gegen Akne?  

Dr. Schwarz: Ein Mythos, der sich hartnäckig hält, aber leider nicht stimmt. Richtig ist, dass die Sonne „Wimmerl“ austrocknet. Aber die UV-Strahlen fördern leider gleichzeitig die Verhornung und Talgproduktion.

Stimmt es, dass Akne nach der Pubertät ausheilt?

Dr. Schwarz: Leider nein, das ist ein großer Irrtum! Leichte Akne kann nach der Pubertät besser werden, schwere Akne aber gehört behandelt.

Hilft die Pille immer gegen Akne?  
Dr. Schwarz: Nein! Bei 20 Prozent der Frauen gibt es keine Besserung der Akne durch Pilleneinnahme.

Akne wird durch Ausdrücken schlechter…  


Dr. Schwarz: Das ist richtig. Aber fachgerechte ­Aknekosmetik und -reinigung hilft, das Hautbild schneller zu verbessern und auszuheilen.

Löst Stress Akne aus?

Dr. Schwarz: Es ist so: Stress erhöht das männliche Hormon Testosteron, das Akne verschlechtert.

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