17-Jährige wird erster Mensch am Mars

Steiler Aufstieg

17-Jährige wird erster Mensch am Mars

Im Alter von sieben Jahren begann Alyssa Carson (17), sich auf ihren Lebenstraum vorzubereiten: der erste Mensch auf dem Mars zu sein. Der Plan des Teenagers könnte Wirklichkeit werden.

Auf der Überholspur
Zählt man die Planeten von der Sonne aus, ist der Mars Planet Nummer vier und der direkte äußere Nachbar zur Erde. Der Planet von nebenan hat mit unserem noch etwas gemeinsam: Er zählt zu den terrestrischen, also erdähnlichen Planeten. Kein Wunder, dass der Mensch – nachdem er den Traum vom Leben auf dem Mond rekapituliert hat – seit diesen Erkenntnissen davon träumt, den Roten Planeten zu besiedeln.

Der Direktor des „Österreichischen Weltraum Forums“, Gernot Grömer (43), bestätigte erst im Mai dem Spiegel: „Heute lautet die Frage nicht mehr, ob wir zum Mars fliegen, sondern wann.“ Akteure in der Umsetzung dieses Vorhabens sind natürlich die NASA (US-amerikanische Weltraumbehörde) mit ihrem Raumschiff „Orion“, ESA (Europäische Raumfahrtagentur) mit ihrem Programm „Aurora“, Russland mit der Raumfahrtagentur „Roskosmos“ und darüber hinaus noch private Unternehmen, allen voran Tesla-Gründer Elon Musks Projekt „SpaceX“.

Und wenn dessen erschlankte Rakete – wie erst kürzlich präsentiert – 2025 erstmals bemannt auf den Mars fliegen soll oder bei der geplanten NASA-Mars-Mission 2033, dann soll ein ganz besonderer Astronaut an Bord sein: die heute 17-jährige Alyssa Carson!

Aus Traum wird Wirklichkeit
Eine Astronauten-Ausbildung ist hart für Körper und Geist, abgesehen davon, dass einem auch die Gene einen Strich durch die Weltall-Rechnung machen können. Seit die in Baton Rouge in Louisiana Geborene die Folge mit der Mars-Mission der Zeichentrickserie Die Hinterhofzwerge im Alter von drei Jahren gesehen hat, ist sie besessen von dem Planeten: „Ich fand diesen roten Planeten so cool! Ich habe angefangen, Videos von Landungen anzusehen, ich hatte eine gigantische Karte vom Mars in meinem Zimmer, die ich mir immer angesehen habe. Wir haben angefangen, Teleskope zu kaufen, und uns den Weltraum angeschaut“, schwärmt die 17-Jährige im Interview mit der Teen Vogue.

Heiß begehrte Astronautin. Schon heute reißen sich die Raumfahrtstationen um den ehrgeizigen Teenager: von der mittlerweile aus finanziellen Gründen eingestellten niederländischen „Mars One“-Mission war sie eine von sieben Botschafterinnen, „SpaceX“ soll bereits sein Interesse an der Jung-Astronautin bekundet haben und die NASA hat den Space-Freak seit ihrem siebten Lebensjahr in persönlicher Ausbildung, um sie so gut wie möglich auf die Aufnahmeprüfung, die erst mit dem 18. Lebensjahr möglich ist, vorzubereiten. „Wenn wir in den nächsten zwei Jahren eine Mission für sie finden, wird sie das erste Kind im Weltall sein“, prophezeite Alyssas Vater, Bert Carson. „Wenn wir das zusammenbringen, bevor sie 20 wird, ist sie der erste Teenager im Weltraum.“ 

Lang geplantes Karrierziel
Mit 12 Jahren war Alyssa die erste Person in der Geschichte, die an allen drei NASA-Weltraum-Camps in den USA, Kanada und der Türkei teilgenommen hat. Zusätzlich zur Schule, ihrer Ausbildung und dem Training absolviert die 17-Jährige aktuell ein Grundstudium in Astrobiologie – in vier Sprachen, um Weltraumtrainings auf der ganzen Welt absolvieren zu können. „Ich arbeite an meinem Lebenslauf. Und verglichen zu dem hier, kann die Highschool schon manchmal sehr langweilig sein“, scherzt sie.

Darüber hinaus versucht der Teenie, seinen Traum und dessen mögliche Erfüllung an Gleichaltrige weiterzugeben. Dazu reist Alyssa von Madrid bis nach Korea, um wie beim Kongress der BBYO, einer der weltweit größten jüdischen Jugendgruppe, die sich auf Führungskräfte spezialisiert hat, vor 3.500 Teenagern mit selbstsicherer Stimme als Rednerin zu stehen und zu sagen: „Wir sind die Mars-Generation. Zusammen können wir alles schaffen!“

Familienplanung muss warten
Und während andere Teenager sich in ihrem Alter Gedanken über den Highschool-Abschluss, das College oder die erste große Liebe machen, hat Alyssa kein Problem damit, dass ihr Leben von vorne bis hinten strikt durchgeplant ist. Denn auch Beziehungen sind für die „Astronautin in Ausbildung“ zwar nicht tabu, aber schwierig. „Die NASA legt einem nahe, mit der Familiengründung zu warten, bis man von der Mars-Mission zurück ist“, erklärt sie.

Läuft alles nach Plan, wäre sie im Alter von 36 Jahren zurück auf der Erde. „Der Mars ist ein Ort, an dem wir noch nie waren, und es ist eine gefährliche Mission. Jemanden auf der Erde zu haben, den du liebst, ist eine Ablenkung.“ Wenn sie jetzt jemanden kennenlernen würde, dann „müsste er halt warten“. Im Vergleich sind es weniger hochtrabende Ziele, aber auch über einen Plan B in Sachen Karriere hat sich Alyssa Gedanken gemacht: Als sie mit neun Jahren die NASA-Astronautin Sandra Magnus (53) kennenlernte, passierte bei ihr „dasselbe wie bei allen anderen Kindern. Ich habe meine Meinung geändert und wollte Lehrerin oder Präsidentin werden. Aber ich habe mir immer vorgestellt, erst Astronautin zu werden, zum Mars zu fliegen, zurückzukommen und dann Lehrerin oder Präsidentin zu sein.“

Lebenstraum
Wenn alles nach Plan verläuft, sitzt im – für die NASA – perfekten Alter, mit 32 Jahren, die Vollblut-Astronautin Alyssa Carson in der ersten Rakete mit Flugziel Mars. Technologie und Maschinen müssen bis 2033 noch ausreifen, die aktuell größten Probleme für die Raumfahrt sind die Strahlung während des rund 200 Millionen Kilometer langen Fluges und der Muskelschwund der Astronauten im All. Doch vielleicht betritt bei einer mittleren Temperaturen von minus 55 Grad Celsius eine Astronautin mit dem offiziellen NASA-Rufnamen „Blueberry“ die Oberfläche des Roten Planeten und erfüllt sich damit den Traum ihres Lebens.
 

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