Wirtschaftskrise im Schlafzimmer

Sexflaute

Wirtschaftskrise im Schlafzimmer

Sexualtherapeutin: "Schwierige Zeiten wirken sich natürlich auch auf das Sexualleben aus".

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Die Wirtschaftskrise ist in den Schlafzimmern der Österreicher angekommen:"Schwierige Zeiten wirken sich natürlich auch auf das Sexualleben aus",sagte die Therapeutin Elia Bragagna. Menschen reagieren in Krisensituationenje nach Veranlagung entweder mit zunehmender Lustlosigkeit "oder sie bauengerade über den Sex Spannungen ab", so die Psychologin.

Zukunftsängste
Die Therapeutin verzeichnet bereits seitgeraumer Zeit einen Zuwachs an Patienten, deren Sexualleben eindeutig vonZukunftsängsten beeinträchtigt ist. "Das schlimmste war der Zustand derSchwebe Ende vergangenen Jahres. Jetzt hat es sich wieder ein bisschenberuhigt, da sich viele Betriebe neu aufgestellt haben", sagte Bragagna. Miteiner neuerlichen Verschlechterung am Arbeitsmarkt könnte es mit dieser Ruheaber schnell wieder vorbei sein.

Depression
Viele Menschen verfallen bei Verlust des Jobs inleichte bis schwere Form der Depression. "Früher waren vor allem Männerbetroffen, heute sind es aber auch zunehmend Frauen, da der Beruf inzwischenauch Teil ihrer Identität ist", sagte Bragagna. Die generelle Lustlosigkeitmacht natürlich auch vor dem Bett nicht halt.

Anspannung abbauen
Andere Menschen können aber gerade über Sexdie Anspannung ablassen. "Es gibt Personen, die etwa vor einer Prüfungbesonders viel Sex haben wollen, um auf diesen Weg Stress abzubauen, währendandere in so einer Situation nicht einmal daran denken können", sagte dieExpertin.

Nicht unter Druck setzen
Den Paaren rät die Therapeutin auf jedenFall, sich nicht auch noch mit Sorgen über Veränderungen in ihremSexualleben weiter unter Druck zu setzen. "Es ist aber wichtig, dass mandarüber spricht und sich sonst nahe ist", sagte Bragagna. Selbst einemehrmonatige Flaute im Bett kann dann gemeinsam überwunden werden. "Nacheinem halben Jahr sollte man sich aber Hilfe suchen", rät die Psychologin.

Sex verändert sich
Ein weiteres Zuspitzen der Krise würdesich erneut auf das Sexualleben auswirken. "Die Menschen werden trotzdemzusammenkommen, aber der Sex wird sich verändern", so Bragagna. Während desZweiten Weltkrieges habe Sex etwa "einfach stattgefunden", es wurden nichtsolche Ansprüche an ihn gestellt wie heute.