Was zeichnet starke Beziehungen aus?

Liebe in der Krise

Was zeichnet starke Beziehungen aus?

Frau und Herr Österreicher lieben lieber langfristig – das will eine aktuelle Studie der Datingplattform Parship herausgefunden haben. So befinden sich nicht nur siebzig Prozent aller Österreicher*innen derzeit in einer Partnerschaft, sechzig Prozent von ihnen sind sogar schon seit mehr als zehn Jahren liiert. Im Rahmen der großen Parship-Sommerstudie, bei der mehr als 1.000 Teilnehmer*innen befragt wurden, zeigte sich, dass die Tendenz zur beständigen Liebe auch bei den unter 30-Jährigen gegeben ist – bei mehr als einem Drittel der Befragten hält die Beziehung schon länger als fünf Jahre. Und das sei laut der Umfrage vor allem in der Corona-Krise ein großes Plus gewesen.     

Unterstützung in der Krise. „Wir haben aufgrund von diversen Studien gesehen, dass die Mehrheit der Paare sehr dankbar war, die Corona-Krise nicht alleine bewältigen zu müssen. Konkret erlebten 67 % der Befragten ihren Partner als große Stütze in der schwierig Zeit. Eine gemeinsam durchgestandene Extremsituation kann auch nachhaltig zusammenschweißen“, erklärt Parship-Beziehungs-Expertin Caroline Erb auf Nachfrage von MADONNA. 85 Prozent der Österreicher*innen, die aktuell verpartnert sind, bewerten ihre Beziehung auch als belastbar. Laut der Beziehungsexpertin beinhalte eine starke Partnerschaft „wertschätzende Kommunikation, ein respektvolles Miteinander, ähnliche Wertvorstellungen und ein hohes Commitment zum Partner“. „Übereinstimmende Haltungen zu Themen wie Treue, Ehrlichkeit oder den Stellenwert von Familie und Beruf werden auch als sehr wichtig empfunden. Der Humor sollte in Beziehungen ebenfalls nicht zu kurz kommen, die Fähigkeit gemeinsam zu lachen zeichnet viele zufriedene Partnerschaften aus und hat oft auch ­einen versöhnlichen Charakter. Entscheidend ist aber auch, wie stressresistent die Partner selbst sind. Je belastbarer der Einzelne, desto stärker ist auch die Beziehung“, so Erb. 
 
Was zählt? Für Beziehungen, die schon im Vorfeld sehr konfliktbeladen waren, sei die Corona-Zeit, laut der Parship-Studie, allerdings oftmals eine spezielle Herausforderung gewesen. Die größten Probleme stellten in diesem Zusammenhang die „räumliche Enge, Homeschooling, das Fehlen sozialer Kontakte und wirtschaftliche Sorgen“ dar. Psychologin Caroline Erb rät in solchen Momenten dazu, dem Partner „seine Emotionen und Erwartungen aus der „Ich-Perspektive“  zu schildern“. Das wirke „weniger angriffig und problemlösungsorientierter“. Auch müsse man sich die Frage stellen, ob es um grundlegende Meinungsverschieden­heiten bei Werten, Einstellungen oder Zukunftsperspektiven geht, oder lediglich Alltagsthemen im Raum stünden. Es seien vor allem Untreue, Lügen, aber auch das Infragestellen der Beziehung wegen Kleinigkeiten, die Unzufriedenheit in die Partnerschaften bringen würden. Erb resümiert: „Das Freudige und Konstruktive sollte jedenfalls im Vordergrund stehen. Krisen können auch als Chance betrachtet werden, nur müssen sie von beiden als solche wahrgenommen werden. Man muss de facto auch etwas für sein Glück tun.“
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