Urlaub ohne Streit

Schönste Zeit des Jahres?

Urlaub ohne Streit

E ndlich Urlaub. Seit Monaten oder Wochen fiebern Sie schon auf den Tag der Abreise hin. Doch endlich am Zielort angekommen, gibt es für viele Paare Zoff statt Zärtlichkeit.


Die Streitpunkte. Eine Umfrage des Reiseinstituts GoEuro aus dem Jahr 2014 verrät, dass die meisten der befragten Paare sich darüber streiten, dass etwas zu Hause vergessen wurde. Auch weit vorne in der Statistik befinden sich Zankereien über den richtigen Weg  (Navi einpacken!) oder dass ­einer der Partner während des Urlaubs arbeitet. Weiteres Konfliktpotenzial wird damit eröffnet , dass einer der beiden zu viel Geld ausgibt. Und letztlich sorgen auch unsere Kleinsten für Streitigkeiten. Wie Sie aber eine Reise tun, ohne nachher wieder Single zu sein, verraten wir hier:

Zu hohe Erwartungen:
Wer mit der fixen Vorstellung eines perfekten Urlaubs abreist, wird diesen ganz bestimmt nicht bekommen. Denn Sie werden sich mit Ihrem Partner auch mal in die Haare kriegen oder unterschiedlicher Meinung sein. Und das ist auch völlig okay, schließlich lernt man sich dadurch besser kennen und steckt immer wieder neue Grenzen ab. Außerdem sind zu hohe Erwartungen ohnehin Gift für den Urlaub. Bleiben Sie spontan, so kommen Sie auch dazu, Spannendes zu erleben.

Zu viel Nähe:
Schlagen Sie sich die Idee von 24 Stunden Zweisamkeit aus dem Kopf. Wenn er keinesfalls einen Bummel durch das Urlaubsörtchen machen will, ziehen Sie einfach mal alleine los. Sie werden sich nachher jede Menge zu erzählen haben.

Das liebe Geld:
Klären Sie dieses Thema unbedingt noch vor Ihrer Abreise. Sollen Ausgaben wie Essen, Trinken oder Eintrittskosten aus einer gemeinsamen Kasse gezahlt werden oder nicht? Wie auch immer Sie das lösen möchten, es ist wichtig, offen darüber zu reden. Denn angestaute Wut über „ungewollte“ Ausgaben platzt irgendwann aus Ihnen heraus, ist in dem Moment ­bestimmt überzogen und für den Partner vor allem überraschend. Aber seien Sie auch nicht kleinlich. Der Urlaub ist dazu da, um spontan und unbefangen zu sein.

Die innere Uhr:
Sie sind Frühaufsteherin, er bleibt am liebsten lange im Bett? Auch das sollte man im Vorhinein klären, denn sonst gibt es schnell Ärger. Am besten bestimmen Sie abwechselnd oder wochenweise, wann der Tag anfängt. Und wenn er mal länger schlafen will – kehren Sie einfach zu sich selbst zurück, setzen Sie sich zum Beispiel mit einem Buch an den Pool und gönnen sich ein wenig „Me-Time“.  

Arbeitstrennung:
Gerade wenn Sie eine Ferienwohnung gebucht haben oder auf dem Campingplatz sind, sollten Sie aufpassen, nicht in alte Rollenmuster zu fallen: Der eine bereitet das Essen zu, der andere macht den Abwasch. Achten Sie auf eine gerechte Arbeitsteilung. Und gemeinsam macht in Wahrheit auch das Aufräumen Spaß.  

Die Arbeit hat im Urlaub nichts verloren:

Ständiges SMS-Gepiepse oder das Checken seiner E-Mails machen Sie wahnsinnig? Sollte der Beruf Ihres Partners eine Dauerverfügbarkeit verlangen, müssen Sie schlichtweg Verständnis zeigen. Spielt er jedoch bloß mit seinen technischen Gimmicks herum, vereinbaren Sie Maximal-Nutzungszeiten. Den Rest des Tages sollten dann alle elek­tronischen Geräte ausgeschaltet bleiben, im Flugzeug kriegt er das ja schließlich auch hin. Außerdem ist ein „Digital Detox“ eine wirklich angenehme Sache.

Die Flaute im Bett:
Da hat man nun endlich alle Zeit der Welt, doch Lust kommt ­keine auf. Das könnte daran ­liegen, dass man ständig aufeinanderklebt und sich irgendwie „zu nah“ ist. Lösungsvorschlag: Druck rausnehmen und einfach nur kuscheln. Meist führt früher oder später das eine (Schmusen) zum anderen (Sex).  

Kinder, Kinder:
Viele Männer sehen ihre Frauen nur noch als Mütter. Mütter kochen das ganze Jahr, passen auf ihre Kinder auf, laufen in zweckmäßiger Kleidung herum und sind einfach immer für alles verantwortlich. Leisten Sie sich deswegen im Urlaub eine gute Kinderbetreuung. Jedes gute Hotel bietet ein solches Service an. Und haben Sie dabei bloß kein schlechtes Gewissen, sondern genießen Sie die kinderfreien Stunden.

Probieren Sie es mit Gemütlichkeit:
Der vergessene Reisepass, das geschlossene Museum, die nicht abgeschlossene Kellertür. Das sind Urlaubspannen, von denen Sie sich keinesfalls auseinandertreiben lassen sollten. Denken Sie daran, dass Sie im Urlaub sind. Und wenn es Ärgernisse gibt, dann meistern Sie diese gemeinsam. Stärken Sie sich gegenseitig den Rücken! Entscheidend ist die positive Einstellung. Das schweißt zusammen, auch für den Alltag!

Ratgeber: Katrin Zita erklärt, wie man harmonisch mit anderen Reisenden urlaubt. Die Kunst, gemeinsam zu reisen. Goldegg Verlag, 19,95 Euro.

4 goldene Regeln für relaxten Urlaub 1/4
REGEL NUMMER 1

Klare Absprachen:

Wer mit falschen Vorstellungen reist, muss enttäuscht werden. Besprechen Sie daher vor Reiseantritt, was Sie tun möchten und worauf Sie keine Lust haben.

REGEL NUMMER 2

Kompromisse eingehen:

Dass zwei Menschen sich deckende Urlaubsvorstellungen haben, ist eine Seltenheit.  Finden Sie Lösungen, mit denen beide leben können.  Und wechseln Sie sich mit dem „Bestimmen“ ab, wenn es sein muss.  
REGEL NUMMER 3

Erwartungen klein halten:

Setzen Sie sich nicht unnötig unter Druck. Perfektion ist anstrengend!

REGEL NUMMER 4

Individuelle Lösungen:

Ein gemeinsamer Urlaub bedeutet nicht, dass man alles gemeinsam machen muss.
Jedes Paar braucht eine  eigene Balance.

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