Sex-Report: So liebt Österreich

Wo, wann und mit wem?

Sex-Report: So liebt Österreich

Was gibt es ­Schöneres, als über die prickelndste Nebensache der Welt zu reden? Wohl nichts, abgesehen davon, sie zu tun. Wer treibt es wie oft, mit wem und wo? Was törnt andere Menschen an und wie oft gehen sie fremd …? Der Fragenkatalog, der beim Mädels- oder Burschenabend aufgearbeitet werden kann, ist nahezu unendlich.
Intime Details. Den 200 spannendsten Fragen rund um das Thema Sex hat sich nun Österreichs größte aktuelle Sexstudie gewidmet. 4.004 Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 69 Jahren gaben im Rahmen einer Online-Befragung von marketagent.com offen und ehrlich Auskunft über ihr Intimleben. Die spannenden Ergebnisse werden ab morgen, Sonntag, 14. April, wöchentlich auf PULS 4 in TABU – Österreichs größter Sexreport (jeweils 22.30 Uhr) präsentiert. Am Samstag lesen Sie ab heute jeweils vorab die prickelndsten Zahlen und Fakten rund um das Thema Erotik – und so manche davon werden Sie zum Staunen bringen …

Der große Sex-Report 1/6
Wann wurden sie aufgeklärt? Beginnen wir mit den harmlosen Fragen: Wie das genau mit den Blümchen und Bienchen läuft, erfährt laut Umfrage ein/e ÖsterreicherIn durchschnittlich im Alter von 12 Jahren. Die Generation 60 plus wurde erst mit 14 Jahren aufgeklärt, wobei fast einem Drittel der über 60-Jährigen gar nichts zum Thema Sex erklärt wurde.
Wo lernen sie Sexpartner kennen? Acht von zehn der unter 30-Jährigen lernen Sexualpartner beim Ausgehen kennen. Die große Liebe jedoch lernen zwei Drittel der ÖsterreicherInnen in der Arbeit oder über Freunde kennen. 28,1 Prozent aller Männer und 31,6 Prozent aller Frauen geben an, auch via Facebook ihre Sexualpartner kennenzulernen. 53,2 Prozent der Männer und 51,1 Prozent der Frauen verleben wilde Sexnächte mit einer Neueroberung im Urlaub. 
Wie oft tun sie es? Die traurige Zahl zuerst: Im Schnitt haben ÖsterreicherInnen 52,1 Mal Sex pro Jahr. Wobei Menschen ab 30 Jahren den Schnitt ordentlich drücken. Denn während 18- bis 29-jährige Testpersonen rund 104,3 Mal Sex pro Jahr haben, lassen die 30- bis 39-Jährigen mit 52, 1 Mal pro Jahr stark nach – und verkehren damit ebenso oft wie 40 bis 49-Jährige. Interessant: 50- bis 59-Jährige haben mit 60, 8 Mal jährlich öfter Sex als die 30plus-Generation.
Alle wünschen sich mehr Sex Glücklich ist mit oben genannten Zahlen sichtlich niemand: Nur vier von zehn ÖsterreicherInnen bezeichnen ihr Sexualleben als erfüllend. Ein Drittel der Frauen hätte gerne öfter Spaß im Bett, während ein Drittel der österreichischen Männerwelt von Sex mit mehren Personen träumt. Jedoch nur ein Sechstel aller ÖsterreicherInnen würde ihren Partner oder ihre Partnerin beim Sex mit anderen „teilen“.
Ganz allgemein dürfte man hierzulande im Schlafzimmer  fantasievoll sein: Immerhin sieben von zehn Liebeshungrigen denken beim Liebesakt an eine andere Person. Wo wir auch schon beim Thema Treue wären: 
Wer betrügt mit wem? In Versprechen und Vorsätzen sind die ÖsterreicherInnen bekanntlich gut, weshalb die Angabe von 97 Prozent aller Befragten, dass ihnen Treue ex­trem wichtig sei, wenig verwundert. Ans Eingemacht geht es bei Fragen wie: „Sind Sie schon einmal fremdgegangen?“ Ein Drittel sagt ganz klar: Ja! Wobei nur zehn Prozent mehr Männer als Frauen schon einmal ein Techtelmechtel hatten. Interessant auch, dass jede(r) vierte ÖsterreicherIn beim Liebesspiel an den Ex-Partner denkt – und 16,5 Prozent an einen Prominenten … Ganz dem Klischee entsprechend, bejahen ganze 42 Prozent der österreichischen Männerwelt auf die Frage, ob sie schon einmal die Dienste einer Prostituierten in Anspruch genommen haben.
Spielzeug, Pornos und Gleitmittel Fest steht: Konservativ sind die ÖsterreicherInnen nicht. Nur drei Prozent der Befragten meinten im Rahmen des Sexreports, dass sie Sextoys ekelhaft oder abnormal fänden. Neun von zehn Testpersonen schwören auf Gleitgel als Hilfsmittel beim Liebesakt. Ein Verkaufs-Hit dürften auch Massageöle sein. 43 Prozent geben an, diese zumindest gelegentlich zu verwenden. Wenn es um die Einschätzung der Verbreitung von Sextoys geht, sind übrigens 43,7 Prozent davon überzeugt, dass Vibratoren in Österreichs Schlafzimmern am verbreitetsten sind. Diese zu verwenden, geben 32,7 Prozent der befragten Personen an. Pornofilme und -magazine werden für ähnlich verbreitet gehalten – jedoch nur 22,5 Prozent der 4.004 Menschen wollen diese gelegentlich verwenden.
„Es gibt kein Thema, bei dem so viel gelogen wird wie beim Thema Sex“, warnt allerdings „Mr. Sexreport 2013“, Mag. Thomas Schwabl, Geschäftsführer von marketagent.com im Interview mit MADONNA (siehe links). Trotzdem, oder auch gerade deshalb, wird immer gerne darüber gelesen und geredet.

 

Wie oft haben Sie Sex pro Jahr?
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„Mr. Sexreport 2013“, Mag. Thomas Schwabl, im Interview über die Ergebnisse seiner Sexumfrage

Oversexed, and underfucked?


Sie haben mit marketagent.com für PULS 4 Österreichs größte Sexumfrage durchgeführt. Was war für Sie dabei die größte Überraschung?


Mag. Thomas Schwabl:
Wir haben in einem Zeitraum von knapp einem Monat 4.004 Menschen insgesamt 200 Fragen zum Thema Sex gestellt. Knapp 200 Fragen sind für derlei Umfragen ein sehr großer Umfang, sodass wir uns nicht sicher waren, ob die befragten Personen das durchhalten, auch wenn das Thema noch so prickelnd ist. Tatsächlich hat die Befragung aber toll funktioniert und die Menschen haben auch jene Fragen beantwortet, die sicher so mancher anstößig gefunden hat.


Wie ehrlich sind befragte Personen bei derlei Tests, noch dazu, wenn es um Sex geht?
Schwabl
: Natürlich wird bei keinem Thema so viel gelogen, wie beim Thema Sex. In der Marktforschung nennen wir das das Phänomen der sozialen Erwünschtheit. Sprich: man versucht sich dem Interviewpartner so darzustellen, dass es den gesellschaftlichen Normen entspricht. Der Vorteil unserer Umfragen ist, dass sie online gemacht werden – und die Befragten deshalb sehr ehrlich antworten. In einem Face-to-Face-Interview würden wohl wenige offen über Prostitution oder Analverkehr sprechen. Bei unserer Befragung war dies sehr wohl der Fall. Auch unsere Validitätsprüfung der Testergebnisse hat ergeben, dass die Fragebögen sehr ernsthaft ausgefüllt wurden.

Welche Ergebnisse haben Sie inhaltlich überrascht?
Schwabl:
Unsere weiblichen  Mitarbeiterinnen waren vor allem von den Ergebnissen bei der Frage „Haben Sie schon einmal die Dienstleistung einer Prostituierten in Anspruch genommen?“ schockiert. 42 Prozent haben mit Ja geantwortet. Mich hat das weniger überrascht (lacht). Aber für die Frauenwelt war das wohl ziemlich desillusionierend.

Welche Ergebnisse waren für Sie desillusionierend?
Schwabl:
Natürlich haben wir auch umgekehrt gefragt, wie viele Frauen schon einmal einen Callboy in Anspruch genommen haben. Da sind die Zahlen aber verschwindend klein. Was man deutlich sieht: Gerade bei den Fragen wird bezüglich Erwartungen gegenüber dem Partner, Zufriedenheit mit der Sexhäufigkeit etc. im Grunde jedes Klischee mit der Umfrage bestätigt. Männer wünschen sich mehr Sex als Frauen. Männer gehen häufiger fremd … Inhaltlich schockiert mich also nichts.


Experten sprechen immer wieder davon, dass unsere Gesellschaft „oversexed and underfucked“ ist. Bestätigt dieser Sexreport diese These?
Schwabl
: Es ist zu sehen, dass das Altersgefälle groß ist, wenn es um Fragen geht, wie: „Wann wurden Sie aufgeklärt?“ oder: „Verwenden Sie Sextoys?“. Die jüngeren Generationen haben schon einen viel offeneren Umgang mit dem Thema Sexualität. Was es aber nicht unbedingt leichter macht für sie, denn die Erwartungshaltung wird durch den freien Zugang zu Pornos etc. auch immer höher.

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