Neues Sex-Studienergebnis: "Unbefriedigend"

Beziehungskiller Sex-Flaute

Neues Sex-Studienergebnis: "Unbefriedigend"

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86 Prozent (!) der Deutschen sind mit ihrem Sexleben unglücklich. Doch Flaute im Bett herrscht nicht nur bei den Nachbarn. Der Report.

Die gute Nachricht: Der Frühling mitsamt seinen prickelnden Gefühlen ist endlich da! Die schlechte: Unfassbare acht von zehn Menschen finden ihr Sexleben wenig bis gar nicht prickelnd. Das ergab zumindest eine aktuelle deutsche Studie der Dating-Plattform „Bumble“, die ausweist, dass sich 86 Prozent der Deutschen mehr oder etwas anderes im Bett (oder anderswo) wünschen. Doch woher rührt das unbefriedigende Ergebnis, das wohl nicht nur unsere Nachbarn betrifft?

Reden & machen!

Laut Familienberaterin Ruth Marquardt liegt das Hauptproblem an fehlender Kommunikation zwischen den Partnern. „Viele trauen sich nicht zu sagen, was sie wirklich wollen“, erklärt die Expertin im RTL-Interview, der durchaus bewusst ist, dass es nicht immer einfach ist, geheime Fantasien und Wünsche zu formulieren. Ihr Rat: „Erst einmal ist es wichtig, die Thematik überhaupt anzusprechen.“ Nur wer offen über Sex spricht, kann – nach und nach – auch offen seine Fantasien teilen. Und das gilt in Deutschland ebenso wie in Österreich.

Stellungswechsel

Eine im letzten Jahr veröffentlichte Befragung durch die Online-Partneragentur „ElitePartner“ ergab, dass sieben von zehn Österreicher:innen gerne mit ihren Sexualpartner:innen etwas Neues ausprobieren würden. Die Hälfte davon denkt dabei an verschiedene Stellungen oder andere Orte als das altbewährte Schlafzimmer. Ob diese Vorstellungen auch offen kommuniziert und dementsprechend erfüllt werden, steht jedoch auf einem anderen Blatt. „Über Lust und sexuelle Wünsche offen zu sprechen, ist oft unangenehm und tabuisiert. Die eigenen Bedürfnisse und Grenzen mitzuteilen, trägt jedoch in der Regel maßgeblich zu einer erfüllten Sexualität bei“, weiß Psychologin Lisa Fischbach. „Voraussetzung dafür ist aber, zunächst die eigenen Bedürfnisse zu kennen, ebenso wie die Bereitschaft, sich auch auf den Sexualpartner und seine oder ihre Wünsche einzulassen.“

Stichwort eigene Bedürfnisse: Laut „ElitePartner“-Befragung weiß jeder Fünfte zwischen 18 und 29 Jahren noch nicht, was ihn tatsächlich auf Touren bringt. Zwischen 40 und 49 Jahren fühlen sich 7 Prozent, zwischen 50 und 59 Prozent nur mehr 5 Prozent unsicher, was die eigenen sexuellen Bedürfnisse betrifft. Alter wird somit, zumindest was das Know-how in eigener Sache betrifft, zum Verdienst.

Überraschende Ergebnisse

Überraschend sind dabei vielleicht die Unterschiede, aber auch Übereinstimmungen zwischen Männern und Frauen darüber, was in Sachen Sex gewünscht ist. Über die schönste Nebensache der Welt zu reden, ist scheinbar eher Männersache: 52 Prozent der von dem Meinungsforschungsinstitut Fittkau & Maaß befragten Männer wollen mit ihrer/ihrem Partner/in darüber sprechen, was sie anmacht. Damit sind nur 40 Prozent der Frauen einverstanden.

Ebenso scheiden sich in Sachen Kreativität die Geister: Während über die Hälfte aller Männer verschiedene Stellungen beim Liebesakt praktizieren wollen, wünschen sich dies nur 28 Prozent der Frauen. Wobei es Letzteren keineswegs an Experimentierfreude fehlt: 40 Prozent der weiblichen Studienteilnehmerinnen wollen gerne etwas Neues in Sachen Sex ausprobieren. Rund 30 Prozent beider Geschlechter wollen es jedenfalls an anderen Orten tun als im Bett.

Was alle wollen – und das wird wohl manch einen überraschen – ist Emotion und Vertrautheit, die auch für Männer ganz oben auf der Wishlist der Leidenschaften steht. Ein ausgedehntes Vor- und Nachspiel ist ihnen laut der im Februar veröffentlichten Studie fast ebenso wichtig wie Frauen. Zudem soll der Liebesakt möglichst lange dauern. 37 Prozent der männlichen Befragten legen Wert auf ein ausdauerndes Liebesspiel – im Vergleich dazu: „nur“ 24 Prozent der Frauen empfinden die Dauer als wichtig. Aber: nur 22 Prozent aller Teilnehmer:innen lieben Quickies.

Der Höhepunkt an sich spielt indes eine kleinere Rolle als von vielen gedacht. Nach Vertrautheit, Emotionen und Zärtlichkeit rangiert der Orgasmus auf der Prioritätenliste im Rahmen der Studie erst auf Platz vier. 48 Prozent der Männer geben an, dass es ihnen wichtig ist, einen Höhepunkt zu erleben. 40 Prozent der Frauen legen Wert darauf zu kommen. Dass rund ein Drittel der Frauen beim Sex selten oder sogar keinen Orgasmus erleben, trägt jedoch zweifelsohne nicht zur Zufriedenheit im Sexleben bei. Seit über 20 Jahren feiert man etwa in Brasilien jeweils am 9. Mai den „Tag des Orgasmus“, wobei es konkret darum geht, ein Zeichen gegen die Unterdrückung von Frauen zu setzen. Denn laut den Intiator:innen sei „der sexuelle Höhepunkt ein Menschenrecht“.

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