Liebe auf Reisen

Urlaubsliebe

Liebe auf Reisen

Tausende Österreicher treten in diesen Tagen ­ihren Urlaub an. Die einen mit Familie, die anderen alleine. Oft ­enden diese Singlereisen im Liebesglück. Drei Frauen erzählen über ihre Erlebnisse. Plus: Wie Sie nie mehr an den Falschen geraten!

(c) GettyManche suchen ein Leben lang verzweifelt nach der großen Liebe. Andere wiederum bestellen auf Kreta im Strandrestaurant gefüllte Tomaten und schon hat sie Amors Pfeil ins Herz getroffen. So geschehen bei Sandra Lang.

Vor drei Jahren brach die Journalistin mit ihrer besten Freundin zum Relaxurlaub auf. Neun Monate später war sie mit ihrer Urlaubsliebe Goranco Filev verheiratet. „Wir hatten zwei traumhafte Wochen in Kreta. Im Herbst habe ich ihn dann wieder besucht, weil meine Sehnsucht so groß war. Bei diesem Urlaub wurde aus dem Urlaubsflirt Liebe.“

Wenige Monate später kam der gebürtige Mazedonier erstmals nach Wien zu Besuch. „Es war klar, dass es ziemlich riskant ist, nach so kurzer Zeit schon zu heiraten, aber wir wussten, wenn wir es nicht versuchen, werden wir uns das nie verzeihen. Für eine Ehe mit einem Österreicher gibt es keine Garantie“, erzählt die Wienerin.

Auch wenn die bürokratischen Hürden hoch waren – es wurde sogar geprüft, ob es sich um eine Scheinehe handelt – bereut das Paar den Schritt bis heute nicht. „Anfangs war es nicht leicht, weil Goranco noch nie in einer Großstadt gelebt hatte und nicht Deutsch konnte, aber die Situation wird immer besser“, erzählt Lang glücklich. Mittlerweile hat Goranco einen Job gefunden.

Liebe auf den zweiten Blick.
Weniger das Bürokratische, als das Zwischenmenschliche erforderte die besondere Ausdauer von Bianca Weiland aus Berlin. Die damals 27-jährige Bankangestellte verliebte sich im Urlaub auf Bali in einen Kollegen im Tauchkurs. „Bemerkt habe ich das leider erst, als ich nach zwei Wochen mit meiner Freundin am Flughafen auf den Rückflug wartete“, erzählt sie heute. „Plötzlich heulte ich drauflos, weil mir bewusst wurde, wie sehr mir Peter fehlen würde.“ Auch im Alltag in Berlin ließen sie die Gedanken an den um vier Jahre älteren Wiener nicht los.

„Eine Freundin gab mir Gott sei Dank den Tipp, ihm zu schreiben.“ Und tatsächlich: Peter antwortete auf jedes Mail, jeden Brief und jedes Fax von Bianca. „Aber ich denke nicht, dass ich den ersten Schritt gewagt hätte, wenn Bianca mich nicht von selbst kontaktiert hätte“, so Peter heute, der seine Urlaubsliebe nach rund einjähriger Fernbeziehung dazu überreden konnte, zu ihm nach Wien zu ziehen.

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Im Sand verlaufen

Sandra und Bianca hatten mit ihren Urlaubslieben großes Glück. Denn tatsächlich verlaufen die meisten Flirts und One-Night-Stands in den Ferien im wahrsten Sinne des Wortes im Sand. „Besonders traurig ist das natürlich, wenn von einem der Beteiligten mehr erwartet wird als von dem anderen“, analysiert Psychotherapeutin Dr. Susanne Adamek, die oft von Patienten, die ihre Herz auf Reisen verloren haben, aufgesucht wird.

In den meisten Fällen heilt jedoch die Zeit alle Wunden. Trotz allem kann die Expertin spontanen Kurzaffären im Urlaub durchaus Positives abgewinnen: „Ein Urlaubsflirt ist vor allem für Langzeit-Singles wie Balsam auf der Seele. Man befindet sich außerhalb der gewohnten Strukturen, man ist entspannt und hat Zeit. Außerdem stärkt er natürlich auch das Selbstbewusstsein.“

Zu warnen sei jedoch vor Übermut und Unvorsichtigkeit. „Das Wichtigste ist, auf seine Gesundheit zu achten, wenn man sich mit jemandem sexuell einlässt“, betont Adamek. Aber auch Verhütung ist ein wichtiges Thema, wie auch Barbara (32) weiß.

Plötzlich schwanger
Die Wienerin verbrachte vor knapp vier Jahren einen Traumurlaub in der Türkei. Zusammen mit drei Freundinnen wollte sie zwei reine „Mädels“-Wochen verbringen. Als sie drei Tage nach ihrer Ankunft den attraktiven Izmir an der Hotelbar kennenlernt, ist es jedoch um sie geschehen. Zwei Wochen voller Glück folgen.

Als Barbara schließlich zurück nach Österreich muss, bricht ihr beinahe das Herz. „Wir haben uns natürlich hoch und heilig versprochen, in Kontakt zu bleiben“, erzählt die Kosmetikerin heute. Doch wochenlang antwortet Izmir nicht auf ihre Anrufe und Mails. Erst als sie ihm beichten muss, dass sie von ihm schwanger ist, muss der junge Türke Stellung beziehen. „Als Izmir sagte, er würde für mich und unser Baby nach Österreich kommen, konnte ich mein Glück kaum fassen“, so Barbara. Heute sieht die Mutter eines dreijährigen Mädchens vieles anders. „Wir leben zwar zusammen, aber im Grunde verbindet uns nur das Kind.“

Vorsicht geboten
„Der Fall von Barbara und Izmir zeigt, dass man ja nichts überstürzen darf“, erklärt Psychotherapeutin Adamek. „Nur die Zeit zeigt, ob hinter einer Urlaubsliebe mehr steckt als ein One-Night-Stand oder ein kurzfristiger Flirt.“ Für Sandra und Goranco, aber auch Binaca und Peter hat sich ihre Reise ins Glück allemal gelohnt. Vielleicht versuchen ja auch Sie in diesem Sommer Ihr Glück?