Ihr neuer Coup nach "50 Shades"

Star-Autorin E.L. James

Ihr neuer Coup nach "50 Shades"

7 Jahre nach ihrem ersten Buch-Coup legt Star-Autorin E. L. James verbalerotisch nach. „The Mister“ verspricht einmal mehr lustvolles Lesevergnügen. Kann der „Fifty Shades“-Erfolg getoppt werden? 

"Mommy Porn“ heißt das Genre, das E. L. James (56) nicht bedient, sondern das sie vielmehr erfunden hat, wenngleich sie den Begriff selbst als „gemein“ empfindet. Ihr Bestseller „Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen“ samt den Nachfolge-Bänden „Gefährliche Liebe“ und „Befreite Lust“ schrieben förmlich Literaturgeschichte, prägten sie doch nicht nur das Leseverhalten, sondern sogar das Sexleben abertausender Frauen. Tatsächlich soll E. L. James’ romantische Sadomaso-Lektüre das Geschäft von Sexshops in den letzten Jahren enorm angekurbelt haben. Es wird vermehrt nach Utensilien gefragt, die an die Sexspiele des inzwischen berühmten schönen wie reichen Christian Grey, der seine geliebte Anastasia züchtigt, erinnern. 
 
Zurecht oder auch nicht – der Erfolg von „Fifty Shades of Grey“, dessen Verfilmungen 2015, 2017 und 2018 nicht minder für Furore sorgten, ist amtlich: 150 Millionen Mal ging die Trilogie über den Ladentisch, wurde in 52 Sprachen übersetzt – und machte die britische Autorin James zur Millionärin. Allein innerhalb der ersten acht Monate ab Veröffentlichung ihres Kassenschlagers soll sie 14 Millionen Euro eingenommen haben. Zudem wurde die inzwischen 56-Jährige aus einfachen Verhältnissen stammende Londonerin 2012 vom berühmten „TIME Magazine“ zu einer der 100 einflussreichsten Personen der Welt erklärt. 
 
Sich auf den Lorbeeren auszuruhen ist jedoch nicht ihr Ding. Während sich die Ehefrau des Drehbuchautors Niall Leonard längst zurückziehen und auf ihre Rolle als Mutter zweier Söhne konzentrieren könnte, macht sie weiter. Das Thema „Lust und Leidenschaft“ lässt sie nicht los, obwohl sie sich selbst in Interviews als „ziemlich langweilige Person“ bezeichnet. 
 
Nachdem Erika Leonard Mitchell, wie die Autorin bürgerlich heißt, vor zwei Jahren im Nachfolge-Buch „Darker. Fifty Darker as Told by Christian“ Mr. Grey nochmals aufleben ließ – und diesmal die sündigen Abenteuer aus seiner Sicht erzählte –, schuf E. L. James nun einen neuen „Traummann“. 
 
"The Mister" heißt ihr neuestes Werk, das letzte Woche erschien und sogleich international für Furore sorgte. Obwohl die Story freilich bloß eine weitere Grau-Schattierung darstellt, wenngleich an einem völlig anderen Schauplatz, in völlig anderer Gesellschaftsschicht. Anstelle des erfolgreichen Business Man im stylishen Wolkenkratzer tritt der junge, englische, freilich nicht minder attraktive Aristokrat Maxim Trevelyaner. Aus Anastasia wird Alessia, „die gerade in London angekommen, nicht sehr viel mehr im Gepäck hat, als eine Menge Probleme und eine dunkle Vergangenheit“, wie es in der Bewerbung des erhofften weiteren Bestseller heißt. Es kommt, wie es kommen muss: „Die moderne Aschenputtel-Story“, wie die Autorin sie selbst nennt, endet in erotischem Vergnügen. „Meine Reise mit Maxim und Alessia war faszinierend. Ich hoffe, dass ihre aufregende, sinnliche Geschichte die Leser genauso mitreißt wie mich“, erklärt E. L. James im Gespräch mit dem britischen „Guardian“. Viel mehr sagt die zurückgezogen lebende Britin nicht dazu. Interviews von ihr sind ohnehin rar. Lieber lässt sie ihre Protagonisten lasziv sprechen. „Ich habe unzählige Ehen gerettet“, meinte sie nur einmal anlässlich des Erscheinens des dritten Bandes ihrer „Fifty Shades of Grey“-Reihe. „Die Leute schlafen wieder miteinander.“ Ebenso sei sie stolz darauf, dass Menschen, die jahrelang kein Buch angefasst hätten, dank ihrer Werke wieder begonnen hätten, zu lesen. 
 
Soeben ist das neue Buch von „Fifty Shades of Grey“-Autorin E. L. James The Mister  (um 15,50 Euro im Goldmann Verlag) erschienen.
© Goldmann Verlag
 

Guter Sex ist nicht für meine Kreativität

Über ihr eigenes Privatleben spricht James indes nicht mehr gerne. 2012 verriet sie aber: „Für meine Kreativität ist guter Sex nicht wichtig, aber für meine Gesundheit. Ein gutes Sexleben ist mir und meinem Mann wichtig, auch nach über 20 Jahren Ehe. Aber noch wichtiger ist mir, dass er einer der wenigen Männer ist, die mich zum Lachen bringen können. Er hat einen fantastischen Sinn für Humor, das finde ich persönlich am spannendsten.“ Spannend bleibt auch, ob „The Mister“ Christian Grey das Wasser reichen – oder sollten wir lieber sagen: die Flogger-Peitsche – reichen kann. 
 
Zur Person
Erika Leonard Mitchell wurde am 7. März 1963 in London geboren. Sie arbeitete seit 1999 als Produktionsleiterin bei einer TV-Produktionsfirma. Bis ihr der Job zu langweilig wurde und die Mutter zweier Söhne inspiriert von der „Twilight“-Reihe ihr Buch „Master of the Universe“ zunächst online veröffentlichte. 2011 erschien es in überarbeiteter Version unter dem Titel „Fifty Shades of Grey“ im Independent-Verlag. Der erste Luxus, den sie sich dank ihres Erfolgs gönnte: ein Auto.