Die Wahrheit über meine Ehe

Geheimnisse

Die Wahrheit über meine Ehe


Die Wahrheit einer Ehe ist ist oft anders, wie sie nach außen hin scheint. Weil wir uns und unseren Partner schützen wollen Und weil wir uns diese Wahrheit oft selbst nicht eingestehen.

Bestseller-Autorin Martina Rellin (45) hat die Schicksale von 16 Frauen in ein Buch verpackt. Die Frauen berichten, was hinter der schönen Fassade ihrer Ehe steckt: Sprach- und Respektlosigkeit, Frust, oft auch Gewalt und seelische Grausamkeit.

Sie bleiben selbstverständlich anonym.

madonna24 hat sich umgehört und einzelne Schicksale aufgezeichnet, ohne die Identität der Frauen preis zu geben.

"Mein Mann machte mir das Leben zur Hölle"
Helga, 54: "Als ich vor fünfzehn Jahren begonnen habe, zu arbeiten, begann für mich eine jahrzehntelanges Martyrium. Mein Mann war dagegen, dass ich einen Beruf ergreife und machte mir das Leben zur Hölle: Er rief täglich mehrmals in der Firma an und warf mir vor, mit sämtlichen Mitarbeitern der Firma ein Verhältnis zu haben.

Ich musste täglich pünktlich um 18 Uhr zu Hause sein. Kam ich nur eine Viertelstunde später, prasselten Beschimpfungen über mich. Erst Jahre später, als ich ihn zu einer Firmenfeier mitnahm, sah er, wie absurd seine Vorwürfe waren und er beruihgte sich ein wenig. Doch da war die Beziehung schon durch dieses ewige Misstrauen ruiniert."

"Mein Mann schlägt mich"
Sabine, 28: "Mein Mann schlägt mich, wenn wir streiten. Das kommt zwar nur drei, vier Mal im Jahr vor, aber ich schäme mich so dafür. Danach entschuldigt er sich immer und wir besiegeln den Streit im Bett."

"Mein Mann will keine Kinder"
Caroline, 32: "Ich bin seit acht Jahren mit meinem Mann verheiratet und wünsche mir seit Anfang an ein Kind. Mein Mann will keine Kinder. Was mich besonders verletzt ist, dass er mit seiner Ex-Frau ein Kind hat, und das scheint ihm zu genügen."

"Ich betrüge ihn mit seinem besten Freund"
Sandra, 26: "Mein Mann und ich sind seit drei Jahren glücklich verheiratet, und ich liebe ihn sehr. Ich habe aber ein Verhältnis mit seinem besten Freund, und das kam so: Kurz nach der Hochzeit war mein Mann für ein paar Tage verreist.

Sein Freund wusste das nicht und kam uns überraschend besuchen. Zwischen uns hat es in jener Nacht gefunkt. Wir verbrachten eine heiße Nacht, die wir alle paar Wochen oder Monate wiederholen. Meinen Mann will ich aber nicht verlassen und könnte mir auch nicht vorstellen, mit seinem Freund zusammen zu leben."

Lesen Sie weiter: Weitere schockierende Ehe-Geständnisse auf Seite 2




"Pornos statt Sex"
Manuela, 39: Die ersten neun Jahre mit Alex liefen ja wirklich super, die waren richtig schön. Da konnte ich noch alles: mit Geld umgehen, selbstständig entscheiden, einkaufen, Behördengänge erledigen. Bis ich das zweite Mal schwanger wurde.

Als ich ihm abends beim Essen sage: „Du, so wie’s aussieht, wirst du Vater“, sagt er mit versteinertem Gesicht: „Ich will keine Kinder mehr.“ Er wollte eine Abtreibung. (...) Alex hat auf meine Not dann reagiert: „Na gut, dann behalt es.“ (...) Als ich im siebten, achten Monat war, erzählte mir meine Schwester: „Du, gestern war Alex da und hat zu Frank gesagt, er will noch in die Videothek, sich’n Porno leihen.“ (...) Als nächstes fing Alex an rumzugeizen.

Er wollte, dass ich den Küchenlappen zum Tischabwischen mit kaltem Wasser ausspüle, warmes wäre Verschwendung. (...) Irgendwann war das warme Wasser weg. Alex hatte es abgestellt. (...)
An einem Abend war dann eine Cousine von Alex zu Besuch, die ich noch nie besonders mochte, sie ist eine falsche Schlange. (...) Da sagt sie: „Du, Alex liebst du eigentlich Manuela noch?“ Er sagt: „Lieben, was heißt lieben ...“

"Schwanger und betrogen"

Sie reden so’n bisschen über Beziehungen und bla, da fragt Cousinchen: „Wie war das eigentlich damals mit Cornelia?“ (...) Ich hatte lange völlig aus dem Gedächtnis gelöscht, dass ich Alex und die Kollegin mal bei einem Kuss ertappt hatte. (....)

Jetzt fiel es mir wieder ein. Er war einwandfrei fremdgegangen zu der Zeit, als ich schwanger wurde. (...) Alex hat es dann zugegeben nach dem Gespräch mit seiner Cousine: „Nicht nur Cornelia...“ (...) Es kam mir die Erkenntnis: Ich habe ihn schlicht noch geliebt – den Alex von damals, als es mit uns angefangen hatte. Ich begriff auch: Du hättest ihn schon lange rausschmeißen sollen.

"Nie ein Geschenk"
Susanne, seit 18 Jahren verheiratet: Geschenke für mich, zum Geburtstag und zu Weihnachten, die kaufe ich mir schon lange selbst. Aber neulich war Valentinstag. Mein Mann zeigt beim Frühstück auf den großen Beutel Pfandflaschen und sagt zu unserer Tochter: „Bring doch bitte heute die Flaschen zurück, und von dem Geld kaufst du deiner Mutter dann Blumen.“ (...)

Auch wenn ich jetzt voll arbeite, bin ich früher zu Hause als mein Mann. Kommt er dann, reden wir meist kaum ein Wort mehr als die normalen Begrüßungsformeln. Mein Mann geht direkt ins Wohnzimmer, nimmt die Fernbedienung und macht den Fernseher an. Dann erwartet er sein Essen. (....) Wenn ich etwas erzählen will, hört er weg.

"Wie eine Prostituierte"
Vor ein paar Jahren gab es eine Zeit, da war klar: Mein Mann hat plötzlich richtig Spaß bei der Arbeit. Mein Papa meinte schon: „Ob der ’ne Freundin hat?“ Mein Mann hatte damals eine Geschäftspartnerin, die sah gut aus, die fand er bestimmt attraktiv. Etwas Näheres lief unter Garantie nicht, das wäre ihm zu anstrengend gewesen. Aber ich dachte schon damals: Wenn da was wäre – es würde mir nichts ausmachen!

Ich schlafe immer noch mit meinem Mann, aber es ist die Katastrophe. Die Gedanken müssen dann wandern gehen ... Das ist so, wie Lisa Moss, diese Prostituierte, es in ihrem Buch beschreibt. Mit dem feinen Unterschied: Man prostituiert sich für den eigenen Mann!

"In 1 Jahr bin ich weg"
Unsere Trennung würde ich schon richtig vorbereiten. (...) Sicherheitshalber habe ich die regelmäßigen Zahlungen schon mal mit Daueraufträgen und Einzugsermächtigungen eingerichtet. In anderthalb Jahren ist unsere Tochter Lea mit ihrer Ausbildung durch. Dann wird neu gewürfelt, dann kann ich endlich gehen ...

Auf der nächsten Seite: Ehe-Geständnisse mit Experten-Rat Seite 3



„Mein Mann wollte unser Baby nicht“
Martina K. (36) Forschungsassistentin. „Ich habe mich jung verliebt, mit 19, er wardamals 38. Alle haben mir anfangs davon abgeraten und an die Beziehung nichtgeglaubt. Trotz aller Widerstände entwickelte sich unsere Liebe und nach dreiJahren haben wir geheiratet. Es war wahre Liebe.

Bis vor knapp sieben Jahren,als ich ihm sagte, dass ich schwanger bin. Er fiel aus allen Wolken und stelltemich schließlich vor die Wahl: er oder das Kind. Ich weiß nicht warum, aber ichhabe mich für ihn entschieden. Und abgetrieben. Heute hasse ich mich dafür,denn nicht nur ich, sondern eigentlich auch unsere Ehe ist daran zerbrochen.

Doch was soll ich tun? Mich scheiden lassen, wo ich mich doch aus Liebe gegen dasBaby entschieden habe? Mein Mann spürt natürlich, was er mir damit angetan hat und versucht, michglücklich zu machen. Aber irgendwie bin ich blockiert. Das Schlimmste ist, dasser nun doch gerne noch Vater werden will. Wir „basteln“ jetzt, wie man so schönsagt. Aber ob das der richtige Weg ist, weiß ich nicht...

Ehe-Expertin Dr. Brigitte Bösenkopf rät:
Er hat offensichtlich Schuldgefühle entwickelt und das Kind soll eine ArtWiedergutmachung sein. Doch das hat mit Liebe leider nicht mehr viel zu tun.

"Er wird so wütend, dass ich Angst habe."
Elisabeth S. (29) Beamtin, 1 Kind (4). „Ich bringe Kind,Haushalt und Job sehr gut unter einen Hut. Einmal im Monat gönne ich es mir,mit meinen Freundinnen weg zu gehen. Essen, ein wenig tanzen, wie auch immer.Ist doch nichts dabei, sagt jede andere Frau.

Aber mein Mann Peter – wir sindseit fünf Jahren verheiratet – macht zunehmend Terror. Jedes Mal, wenn ich nachHause komme, brüllt er mich an, dass ich einen Geliebten hätte. „Während ichdas Kind hüte, hurst du herum“, sagte er letztens sogar.

Er wird dann sowütend, dass ich richtig Angst bekomme. Das Weggehen macht mir so gar keinenSpaß mehr. Aber meinen Freundinnen will ich davon nichts erzählen, weil ichmich schäme.“

Ehe-Expertin Dr. Brigitte Bösenkopf rät:
Hier zeichnet sich ein klinisches Verhalten bei ihm ab, dasunbedingt therapiert werden muss! Sie kann nichts mehr ändern.

"Immer wieder demütigt er mich vor anderen Leuten"
Karin P. (35) Bank-Angestellte. „Ich kann es oft selbstnicht glauben, aber mein Mann hat zwei Gesichter. Wenn wir zu Hause sind, istKarl eigentlich ein richtiger Softie. Aber wehe, es kommen Freunde zu uns oderwir gehen wohin: Dann lässt er den großen Macho raushängen.

Er merkt gar nicht,wie es mich trifft, wenn er meine Arbeit runtermacht oder etwa vor anderensagt: ‚Na, ganz frisch schaust du ja nicht mehr aus.‘ oder ‚Meine Frau ist haltein bisserl naiv!‘ Ich bin nicht nur einmal auf die Toilette gegangen, weil ichdie Tränen nicht mehr zurückhalten konnte.

Wenn ich ihm das vorwerfe, sagt er,dass ich zu angerührt sei. Und dann streiten wir wieder. Also sage ich ­liebernichts mehr. Oder ich versuche, Treffen mit Freunden und Verwandten aus dem Wegzu gehen. Denn wie gesagt: Wenn wir allein sind, ist er richtig nett zu mir.“

Ehe-Expertin Dr. Brigitte Bösenkopf rät:
Eindeutig: Er hat ein angeschlagenes Selbstbewusstsein und wertet es auf ihreKosten auf. Entweder setzt sie ihm klare Grenzen oder beide besuchen ein Kommunikationsseminar.Das wäre ideal.

„Nach nur eineinhalb Jahren Ehe haben wir keinen Sex mehr!“
Susanne S. (32) Büroangestellte. „Als ich Hubert kennenlernte, war alles perfekt. Tolle Gespräche, viel Spaß und super Sex. 2006 habenwir geheiratet. Und plötzlich war alles anders. Unser Leben ist Tag ein, Tagaus gleich: arbeiten, heimkommen, essen, um 19.30 Uhr Zeit im Bild, schlafen.

Sogar im Sommer will er abends nicht mehr hinaus. Von Leidenschaft ganz zuschweigen. Die paar Male, die wir im letzten Jahr Sex hatten, kann ich an einerHand abzählen. Ich habe schon alle Verführungskünste probiert – Fehlanzeige. Wennich frage, was los ist, meint er nur: Liebe ist mehr, als nur im Bettherumzuhüpfen. Ich weiß nicht, wie das weitergehen soll.“

Ehe-Expertin Dr. Brigitte Bösenkopf rät:
Sex wird oft als Druckmittel benützt, wenn es in der Beziehung an einer anderenStelle nicht klappt. Das ist ein typisches Spiel zwischen Mann und Frau. Indiesem Fall ist eine Therapie ratsam, in der man das wahre Problem abseits dersexuellen Ebene findet.


Buchtipp:

Martina Rellin: „Die Wahrheit über meine Ehe.
Frauen erzählen.“ Diana Verlag, 287 Seiten, 16,95 Euro.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden