Paar Beziehung Umarmung

Studie

Daran erkennt man oftmals die Liebe des Lebens

Eine neue Studie zeigt: Die meisten Beziehungen entstehen aus langjährigen Freundschaften und nicht aus Liebe auf den ersten Blick.  

Zwei Fremde, die sich zufällig begegnen und sich sofort unsterblich ineinander verlieben. Die klassisch-romantischen Hollywood-Filme lassen selbst Romantik-Gegner an die große Liebe auf den ersten Blick glauben, die alle Hindernisse überwinden kann. Doch die Ergebnisse einer neuen Studie beweisen, dass die meisten Beziehungen tatsächlich aus langjährigen Freundschaften entstehen, und nicht aus aufregenden Flirts.

Die Studie

Danu Stinson, Professorin für Psychologie an einer Universität in British Columbia und Leiterin der Studie, beschäftigt sich schon seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Forschungen zu Liebe und Beziehungen. Über die Jahre hinweg fiel ihr auf, dass eine Vielzahl an Partnerschaften aus einstigen Freundschaften entstanden ist, unabhängig von Ethnie, Alter oder sexueller Orientierung.

Nachdem eine Metaanalyse bereits vorhandener Studien durchgeführt wurde, kam Stinsons Forschungsteam zu dem Ergebnis, dass sich die meisten Forschungen (79%) zu den Themen Beziehung und Liebe nicht mit Partnerschaften beschäftigten, die sich durch Freundschaften ergeben haben. Stattdessen lag der Fokus fast ausschließlich auf Beziehungen, die aus romantischem Interesse von Beginn an entstanden sind. Deswegen entschied sich das Team um Stinson dazu, eine eigene Studie durchzuführen.

Die Ergebnisse

Insgesamt nahmen 1897 ProbantInnen unterschiedlichen Alters und sexueller Orientierung an der Studie teil. Alle wurden dahingehend befragt, ob ihre letzte Beziehung aus einer Freundschaft entstanden ist oder, ob bereits von Beginn an romantisches Interesse mit dem Ziel einer Partnerschaft bestand. 68,2% aller Teilnehmenden gaben dabei an, dass sich ihre Beziehung aus einer anfänglichen Freundschaft entwickelte.

Weiterführende Studie

In einer weiterführenden Studie wurden 300 ProbantInnen folgende drei Fragen gestellt:

  1. Wie lange dauerte die Freundschaftsphase, bevor daraus eine Beziehung entstand?
  2. Begeben sich Menschen absichtlich zunächst in Freundschaften, um später eine Beziehung zu initiieren?
  3. Bevorzugen es Menschen Beziehungen durch Freundschaften zu initiieren, anstatt sofort romantisches Interesse zu äußern?

Durchschnittlich hielten die Freundschaften der Teilnehmenden knapp 22 Monate, bevor sich daraus Liebe entwickelte. 70,3% der Befragten hatten bei ihrer letzten Freundschaft, die zu einer Partnerschaft wurde, zunächst keine Hintergedanken und meinten, dass das romantische Interesse erst über die Zeit hinweg entstand. Bei der dritten Frage gaben 47,4% an, dass sie Freundschaften für die beste Möglichkeit halten, um eine Beziehung zu initiieren.

Liebe auf den zweiten Blick

In der Forschung rund um die Themen Liebe und Beziehung geht man aktuell davon aus, dass sich eine Beziehung auf ausschließlich zwei Arten entwickeln kann: entweder durch romantisches Interesse und dem Wunsch nach einer Partnerschaft von Beginn an, oder durch Freundschaft. Anders als vermutlich erwartet entsteht sogar über die Hälfte aller Beziehung durch Liebe auf den zweiten Blick durch eine Freundschaft. Das einzige Problem, dass dabei häufig besteht, ist, dass viele Angst haben die Freundschaft durch romantisches Interesse zu zerstören und sich dadurch zunächst nicht trauen eine Beziehung zu initiieren.