Bestimmt die Pille, wen wir lieben?

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Bestimmt die Pille, wen wir lieben?

Forschungen zeigen, dass durch die Einnahme der Pille der Männergeschmack von Frauen maßgeblich beeinflusst wird.  

Die Pille hat bekanntlich so einige Nebenwirkungen: Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, erhöhtes Thromboserisiko und und und. Trotzdem gehört die Pille vor allem unter jungen Frauen zu den beliebtesten Verhütungsmethoden. Forschungen zeigen nun noch ganz andere Begleiterscheinungen der hormonellen Verhütung: Die Pille soll angeblich Auswirkungen auf die Partnerwahl haben.

Gegensätze ziehen sich an

Unter ForscherInnen ist schon lange bekannt, dass der Männergeschmack von Frauen in Zusammenhang mit den natürlichen Hormonschwankungen steht. Wissenschaftler aus Liverpool bestätigten diese These in einer Studie aus dem Jahr 2008. So kann sich während eines Menstruationszyklus, in dem es zu hormonellen Veränderungen kommt, der Fokus bei der Partnerwahl verschieben. Vor allem während der fruchtbaren Tage achten Frauen auf Männer, deren genetische Merkmale sich von den eigenen unterscheiden und diese ergänzen. Das bedeutet: Man sucht nach dem, was man selbst nicht hat. Der Grund dafür liegt in der Evolutionsgeschichte. Denn das Ziel der Fortpflanzung ist den Genpool möglichst durchzumischen, um Genmutationen und Erbkrankheiten zu vermeiden und die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheitserreger auszubauen.

Instinktive Partnerwahl

Lange Zeit war in der Forschung ungeklärt, wie der Körper die Zusammensetzung der genetischen Merkmale eines potentiellen Partners erkennt. Nun ist bereits bekannt, dass der Geruch eine entscheidende Rolle spielt. Durch die Duftstoffe anderer erkennt der Körper, ob sich die genetischen Merkmale dieser Person von den eigenen unterscheiden oder, ob sie ähnlich sind. Durch die so genannte instinktive Partnerwahl fühlt man sich automatisch zu jenen Leuten hingezogen, deren Erbgut möglichst verschieden zum eigenen ist.

Störung der instinktiven Partnerwahl

Durch die regelmäßige Einnahme der Pille wird der Hormonspiegel kontrolliert und die natürlichen Hormonschwankungen setzen aus. Stattdessen befinden sich im Körper durch die hormonelle Verhütungsmethode synthetische Hormone. Diese verändern zum einen den eigenen Körpergeruch, zum anderen aber auch die Wahrnehmung von Gerüchen. Durch Duftstoffe wählt man einen potentiellen Partner aus, da diese Auskunft darüber geben, ob man kompatibel ist oder nicht zusammenpasst. Die Veränderung der Geruchswahrnehmung bewirkt, dass man nicht mehr erkennen kann, welche Männer passende genetische Merkmale aufweisen. Somit stört die Pille die instinktive Partnerwahl.

Pille verändert uns

Die Pille wirkt als Verhütungsmittel, indem sie hormonell den monatlichen Eisprung unterdrückt. Ohne die Pille produziert der Körper nach dem Eisprung das Hormon Progesteron. Dieses ist unter anderem verantwortlich dafür, dass sich Frauen mutig, selbstsicher und unabhängig fühlen. Da die Produktion von Progesteron durch die Pille stoppt, weil der Eisprung verhindert wird, fühlen sich  manche Frauen ängstlich, antriebslos, unsicher und anhänglich. Die hormonellen Veränderungen können unterschiedliche Folgen haben.

Beziehungsaus nach Absetzen der Pille

Nach dem Absetzen der Pille beginnt der Körper die synthetischen Hormone abzubauen und die natürlichen Hormonschwankungen setzen wieder ein. Es ist in Studien dokumentiert, dass sich bei vielen Frauen, die zu Beziehungsbeginn die Pille einnahmen und diese während der Beziehung absetzten, die Gefühle gegenüber dem Partner veränderten.

1. Es kann vorkommen, dass man den eigenen Partner weniger anziehend und attraktiv findet, als unter dem Einfluss der Pille. Der Grund liegt darin, dass ohne die hormonelle Wirkung der Pille wieder die instinktive Partnerwahl durch den Geruchssinn funktioniert. Dadurch kann man erkennen, dass der Partner genetisch vielleicht nicht der beste Match ist.

2. Nach dem Absetzen der Pille verändern sich auch die individuellen Bedürfnisse, da wieder Progesteron produziert wird. Frauen werden dann wieder selbstbewusster, mutiger und unabhängiger, wodurch sie sich in der Beziehung eingeengt fühlen können und der Wunsch nach Freiheit wächst.