Was man vom Beziehungs-Coach lernen kann

Liebesgeheimnisse vom Profi

Was man vom Beziehungs-Coach lernen kann

Gabi ist am Boden zerstört, weil ihre Beziehung gerade in die Brüche gegangen ist. Thomas, ebenfalls Single, wundert sich darüber, warum er stets an die „falsche“ Frau gerät. Maria und Bernd führen seit Jahren eine Beziehung, aber glücklich sind sie beide nicht. Jeder kennt zumindest eine dieser Situationen. Und oft fragt man sich, gibt es nicht vielleicht doch das eine oder andere Geheimrezept, um eine langjährige, erfüllte Paarbeziehung zu führen?

Sag Ja zur Liebe
Der erfahrene Beziehungs-Coach Dominik Borde weiß aus eigener Erfahrung sowie mehr als 20.000 Coachingstunden über das Thema Liebe und Partnerschaft bestens Bescheid und ist überzeugt: Ja, es gibt bestimmte Verhaltensmuster, die vielen auf dem Weg zur wahren Liebe im Wege stehen. Er kennt allerdings auch einfache Rezepte, um Amor auf die Sprünge zu helfen. Der Coach ist überzeugt: „Die beste Möglichkeit, um in einer Beziehung unzufrieden zu werden, ist, wenn sich beide nur darauf konzentrieren, was sie nicht bekommen bzw. was fehlt.“ Denn: „Paare, die langfristig, sprich über 30 oder 40 Jahre miteinander glücklich sind, so hat man in Studien herausgefunden, schauen nicht nur auf ihr eigenes Wohl, sondern sagen: ‚Nichts macht mich glücklicher, als den anderen glücklich zu machen.‘“

Im vollen Seminarraum im Europahaus befindet sich an diesem sonnigen Sonntag eine bunte Mischung aus frischen sowie ewig suchenden Singles und Paaren, die ihre bestehende, etwas eingeschlafene Partnerschaft verbessern möchten. Liebes-Coach Borde begrüßt die gespannten Zuhörer und schickt gleich eine wichtige Botschaft vorweg: „Liebe ist ein Ort, an den man geht, wenn man das zu geben hat, was der andere wünscht, und nicht, um zu bekommen, was man selbst gerade braucht.“ Sein Tipp an alle Singles: Erst wenn man mit sich selbst gerne Zeit verbringt und im Reinen ist, werden auch andere das tun wollen und bereit sein, einen so zu lieben, wie man ist. Wer sich in eine Paarbeziehung flüchtet, weil er sich einsam fühlt, nicht alleine sein kann oder jemanden sucht, der ihn in jeder Lebenslage unterstützt, dem wird der Partner über kurz oder lang abhandenkommen. Die einzige Möglichkeit, um eine ausgeglichene Beziehung zu finden bzw. sie dauerhaft zu verbessern, ist laut Borde, „wenn beide den Standard an sich selbst erhöhen – und nicht den an seinen Partner. Das bedeutet, die Liebesreise beginnt immer mit dir!“ Diese Prinzipien und vieles mehr kann man in dem von Borde ins Leben gerufenen einjährigen Beziehungsseminar „Love Life Masters“ lernen und auch gleich vor Ort anwenden. Die ganztägigen Treffen finden einmal im Monat statt, die konkreten Inhalte werden von den jeweiligen Teilnehmern mitbestimmt. Das heißt, im gegenseitigen Austausch werden Wunschthemen eruiert, die dann genau analysiert werden. Das Seminar besteht des Weiteren aus lehrreichen Minivorträgen des Beziehungs­experten sowie Interventionen (ja, die können auch unangenehm sein, aber dafür sind sie in jedem Fall sehr wirkungsvoll, denn Borde nimmt sich hier kein Blatt vor den Mund). Die praktischen Gruppenarbeiten reichen von offener Kommunikation mit dem anderen Geschlecht (z. B. ‚positive Unterstellung‘), Komplimentvergabe und Austausch über selbst Erlebtes aus Ex-Beziehungen bis zu Wunschvorstellungen für die kommende.

Auch für Personen, die gerade eine Trennung zu verarbeiten haben, hat der Experte eine passende Lektion: Dabei geht es erst einmal darum, sich auf sich und die positive Lernerfahrung zu konzentrieren und damit aufzuhören, die „Schuld auf die ‚böse Welt‘ oder den Partner zu schieben“. Erst dann kann man damit beginnen, sich ernsthaft zu überlegen: ‚Wer war ich in der Beziehung, und was habe ich möglicherweise übersehen?‘ Die Idee, mit der gleichen (falschen) Haltung und denselben Vorstellungen in die nächste Beziehung zu gehen und ein anderes Ergebnis, sprich eine funktionierende Partnerschaft zu bekommen, ist keine zielführende. Denn, so Borde: „Man bekommt immer wieder das gleiche Thema präsentiert, bis man es gelöst hat.“ Nur so funktioniert eine voranschreitende Persönlichkeitsentwicklung – um den nächsten Schritt Richtung erfüllender Liebesbeziehung setzen zu können. Erst, wenn man alle Stufen der Trennungs­verarbeitung – wissenschaftlich ausgedrückt sind das die „Nicht wahrhaben wollen“-Phase, die „Gefühlschaosphase“, die „Neuorientierungsphase“ und die „Auf zu neuen Ufern“-Phase –, die mit Wut, Trauer und Schmerz verbunden sind, durchwandert hat, kann man sich nach einem neuen Partner umsehen. Sonst schleppt man höchstwahrscheinlich alte Verletzungen und nicht verarbeitete negative Gefühle mit in die nächste Beziehung. Vergebung ist hier ein ganz wichtiges Stichwort. Die Borde’sche Übung dazu lautet: Sagen oder schreiben Sie Ihrem Ex-Partner folgende vier Punkte: „Ich bedanke mich für …“, „Ich bedaure …“, „Ich wünsche dir …“ und „Ich nehme mir mit …“. Das hilft dabei, negative Gefühle loszulassen und ohne Wut weiterzuziehen. Wichtig ist hier zudem, dass man wirklich klarstellt, dass es vorbei ist und man den anderen nicht mehr liebt, damit er/sie sich auch wirklich lösen kann und sich keine falschen Hoffnungen mehr macht.

Bordes Mission
Wer aus diesem Teaching hinausgeht, soll nicht nur viel gelernt, sondern selbst auch viel aktiv angewandt haben, um mit einem „echten“ und nachhaltig wirksamen Ergebnis nach Hause zu kommen. So hat man ein Stück weit die „Liebe gelernt“ – oder kann sie zumindest ein wenig besser verstehen.

Autorin: Rosa Zakravsky

Liebesgeheimnisse vom Profi 1/5
Coach Dominik Borde zu Trennungen, Tinder, Single-Dasein & glücklichen Beziehungen
 

Glückliche Beziehung

Liebe In einer glücklichen Beziehung ist es beiden Partnern wichtiger, verliebt zu bleiben, als Recht zu haben. Liebe ist ein Ort, an den man geht, um etwas zu geben, was der andere sich wünscht – nicht, das zu bekommen, was man selbst braucht.
 
 

Trennung verarbeiten

Lösung Indem man sich auf die positive Lernerfahrung konzentriert und aufhört, die Schuld auf die ‚böse Welt‘ oder den Partner zu schieben, sondern wirklich überlegt: „Wer war ich in der Beziehung, und was ­habe ich möglicherweise übersehen?“ Denn man bekommt das Thema so lange präsentiert, bis man es gelöst hat.
 

Häufige Fehler

Irrtum Mit den gleichen Marotten in die nächste Beziehung zu gehen und anzunehmen, dass es besser funktionieren wird. Die beste Möglichkeit, um in einer Beziehung unzufrieden zu werden, ist, wenn jeder sich nur auf sich selbst konzentriert und darauf, was er/sie nicht bekommt. Paare, die langfristig (30 oder 40 Jahre) miteinander glücklich sind, sagen: „Nichts macht mich glücklicher, als den anderen glücklich zu machen.“ Und das ganz ohne Selbstaufgabe.
 
 
 

Tipps für Singles

 
Borde rät Werden Sie ein glücklicher Single. Das ist der erste Schritt – und man bleibt nicht lange allein. Seien Sie der Mensch, der von sich selbst behaupten kann: „Ich bin mit mir und meinem Leben im Reinen, jetzt würde ich gerne mein schönes Leben mit jemand anderem teilen.“
 
 
 

Tinder: Ja / Nein?

Tindern ist etwas, das ganz viele machen, da es diese Ego-freundliche Erwartungssicherheit gibt: Ich habe schon ein Match, bevor ich mir die Mühe machen muss, auf jemand anderen zuzugehen. (Das und der persönliche Umgang werden durch solche Plattformen generell verlernt.) Auf der anderen Seite ist Tinder sehr oberflächlich, denn es geht dabei fast ausschließlich ums Aussehen. Ja, Kennenlernen passiert generell durch den ersten Eindruck, aber zusätzlich kann man den anderen auch spüren, seine Stimme hören etc. – da gibt es mehr zu einer Person als einfach nur ein Bild: eine Dreidimensionalität und dadurch ganz andere Möglichkeiten. Borde sieht Tinder als gute Ergänzung, als Übungsfeld, aber sicherlich nicht als zu ­bevorzugende Methode.

Dominik Borde im Talk

Warum finden so viele unfreiwillige Singles nicht den richtigen Partner?
Dominik Borde:
Wenn man in eine Paarbeziehung geht, weil man einsam ist, eine ­Altersvorsorge sucht bzw. jemanden, der einem hilft, seine Kinder großzuziehen, oder weil man sagt: „Ich kann alleine nicht glücklich sein“, „Ich brauche jemanden, der mich unterstützt“ – dann wird das wahrscheinlich nicht funktionieren. Vielmehr ist es anziehend für andere, wenn man feststellt: „Ich bin mit mir und meinem Leben im Reinen, und jetzt würde ich gerne mein schönes ­Leben mit jemand anderem teilen.“

Was machen viele unglückliche Paare Ihrer Ansicht nach falsch?
Borde:
Die beste Möglichkeit, in einer Beziehung unzufrieden zu werden, ist, wenn jeder sich nur auf sich selbst konzentriert – auf das, was einem fehlt oder darauf, was er bzw. sie nicht bekommt.

Wie würden Sie echte Liebe definieren?
Borde:
Liebe ist ein Ort, an den du gehst, um etwas zu geben, und zwar das, was der andere sich wünscht, und nicht das zu bekommen, was du brauchst.

Gibt es denn ein Geheimnis für eine glück­liche Beziehung?
Borde:
In einer glücklichen Beziehung ist es beiden Partnern wichtiger, verliebt zu bleiben, als Recht zu haben. Paare, die langfristig glücklich bzw. 30 oder 40 Jahre mit­einander glücklich sind – das hat man in Studien herausgefunden –, sagen: „Nichts macht mich glücklicher, als den anderen glücklich zu machen.“

Wie kann man eine ins Stocken geratene Partnerschaft wieder ankurbeln?
Borde:
Die einzige Möglichkeit, eine Paarbeziehung dauerhaft zu verbessern, ist, wenn jeder der beiden Partner den Standard an sich selbst erhöht – nicht den an den Partner. Das heißt, es beginnt immer mit dir!

Was soll ein Liebes­coaching bringen?
Borde:
Meine Teachings werden Vorort immer gleich praktisch ausprobiert, die Übungen an Ort und Stelle gemacht, damit man nichts aufschiebt und man mit ­einem echten Ergebnis nach Hause geht.


Infos und Anmeldung: go.sozialdynamik.at/love-life-masters

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