,Wir lassen uns überraschen'

Babyglück

,Wir lassen uns überraschen'

Vier Kristallkugeln hat Renate Götschl (34) – sie ist mit 46 Siegen die dritterfolgreichste Rennläuferin aller Zeiten – in ihrer beispiellosen Karriere bereits gewonnen. Ihre schönste Kugel, sagt sie allerdings, trägt sie derzeit unter ihrem Herzen.

Intimes Shooting
Am 8. März erwarten der Ex-Skistar und Langzeitpartner Hannes Kargl, Journalist und Eventmanager, ihr erstes gemeinsames Kind. MADONNA zeigt Götschl kurz vor der Geburt ihren kugelrunden Babybauch. Im launigen Doppeltalk erzählen die werdenden Eltern, warum sie sich mit dem Geschlecht überraschen lassen, Hannes alles planen muss und Renate eine strenge Mutter wird.

Sie erwarten am 8. 3. Ihr erstes Baby. Wie bereiten Sie sich auf die Geburt vor?

Renate Götschl:
Unser Baby wird auf jeden Fall im Spital zur Welt kommen, das ganz in der Nähe von uns ist. Wo wird nicht verraten, damit wir unsere Ruhe haben. Geplant ist eine natürliche Geburt. In den nächsten Tagen werden wir uns das Krankenhaus ansehen, damit wir wissen, was auf uns zu kommt.

Wird Ihr Partner dabei sein?

Hannes Kargl:
Ich hoffe doch sehr, dass mir Renate das erlauben wird (lacht).

Wird es ein Bub oder ein Mädchen?

Götschl:
Wir wollen uns überraschen lassen. Das ist gar nicht so einfach, weil wir schon so neugierig sind. Vor zwei Wochen wären wir fast geplatzt. Aber dann haben wir uns entschieden, dass wir die letzten paar Wochen auch noch warten können.

Kargl:
Es gibt nichts schöneres, als sich neun Monate zu fragen, was es wird und sich dann überraschen zu lassen. Schließlich gibt es so wenige Überraschungen im Leben, da wollten wir uns diese nicht nehmen lassen.

Sie waren jahrelang die Speedqueen – die schnellste und weltbeste Skiläuferin, haben die gefährlichsten und steilsten Pisten mit über 100 kmh bewältigt. Fürchtet man sich da noch vor etwas – zum Beispiel vor einer Geburt?

Kargl: (schüttelt energisch den Kopf)

Götschl: (lacht)
Du musst ja nichts tun, du hast leicht Kopfschütteln. Eine Geburt ist sicher etwas ganz anderes, aber ich habe bereits so viele Verletzungen gehabt und unter so starken Schmerzen gelitten, da werde ich das auch aushalten. In dem Sport, den ich ausgeübt habe, ist Angst nicht angebracht, du brauchst nur gesunden Respekt. So sehe ich das in allen Lebensbereichen.

Wie hat Sie die Schwangerschaft verändert?

Götschl: Mir geht es wirklich sehr gut. Der Bauch ist halt größer geworden, und das Schuhe ausziehen wird schwerer. Ich habe ein paar Kilo zugelegt – ungefähr siebzehn. Mir war es lange egal, dass ich zunehme, aber jetzt stört es mich schon sehr und ich achte darauf, dass es nicht mehr wird. Natürlich leide ich – so wie vermutlich die meisten schwangeren Frauen – an Stimmungsschwankungen. Aber das Gute ist: wenn ich Stimmungsschwankungen habe, dann hat der Hannes sie auch.

Götschlar © Inge Prader (c)Inge Prader

Kargl: Sie genießt die Zeit sehr und ich glaube, Skifahren geht ihr überhaupt nicht ab. Die Schwangerschaft tut ihr sehr gut. Was sich verändert hat ist, dass sie nun andauernd daheim ist und ganz fantastisch für mich kocht.

Sie reisten 20 Jahre mit dem Ski-Weltcup ohne Pause rund um die Welt. Fehlt Ihnen das?

Götschl:
Nein, ich habe mein Leben lang soviel gemacht, dass ich nun alles zurückgeschraubt habe. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich nicht in den nächsten Tagen in den Flieger steigen muss, um nach Vancouver zu den Olympischen Spielen zu reisen. Obwohl mich die Piste sehr gereizt hätte. Ich genieße das Hausfrauen-Dasein sehr. Ich koche, wasche, bügle, putze und gärtnere. Ich kann mir meinen Tag endlich so einteilen, wie ich möchte. Das ist ein tolles Gefühl und ich sehe es als Privileg, denn nicht viele Menschen haben die Möglichkeit, ihren Tag so zu leben wie sie möchten.

Sie haben im August erfahren, dass Sie schwanger sind und sofort Ihre Karriere beendet. War das Baby geplant?

Götschl:
Nein, ich war sehr überrascht. Aber das Baby hat mir einen Gefallen getan, indem es mir eine sehr schwere Entscheidung abgenommen hat – nämlich, ob ich noch diese Saison fahre, oder aufhöre.

Sie waren es gewohnt, eine Beziehung auf Distanz zu führen. Mussten Sie sich nach dem Karriereende als Paar neu finden?

Götschl:
Das permanente Zusammenleben funktioniert gut. Wenn ich eine Auszeit brauche, dann nehme ich die mir einfach. Es ist kein Problem, wenn ich sage: ‚So, jetzt fahre ich zwei Tage alleine nach Salzburg.‘

Kargl:
Sie hat früher eigentlich noch mehr frei Räume gebraucht als jetzt.

Götschl:
Ich werde familiär.

Kargl:
Das wird auch Zeit!

Hannes ist der Verwalter des Mutterkind-Passes. Wie fürsorglich ist Ihr Partner?

Götschl:
Hannes ist sozusagen mein Kontrolleur, der Planer. Er hat die Übersicht, ich nehme alles locker. Gestern hat er mich schon aufmerksam gemacht, dass wir eine Tasche fürs Krankenhaus packen sollten. Ich habe nur gefragt: ‚Was brauchen wir denn?‘

Kargl:
Einen Pyjama, Toilett-Sachen, ...

Götschl: (lacht)
Das werden wir wohl in fünf Minuten – vor Abfahrt ins Krankenhaus – auch zusammensuchen können. Aber du kannst die Sachen auch gerne jetzt schon ins Auto packen. Es ist eh gut, dass du so fürsorglich bist.

Haben Sie sich Gedanken gemacht, wie Sie Ihr Kind erziehen wollen? Inwieweit hat Sie die Erziehung Ihrer Eltern geprägt?

Kargl:
Man versucht natürlich, gewisse Fehler nicht zu wiederholen. Aber es redet sich leicht, wenn man nicht in der Situation ist. Renate und ich haben beide eine sehr gute Erziehung genossen. Wir hoffen, dass wir es auch so hinbekommen. Ich glaube, dass die Renate eine strenge Mutter wird – nicht ungut streng, aber sehr konsequent.

Götschl:
Ich glaube auch. Ich bin vom Typ her einfach so.

Planen Sie eine Großfamilie oder sind mit einem Kind zufrieden?

Götschl: Wir planen jetzt keine riesengroße Familie.

Kargl: Na zwei wären nett.

Götschl: Du hast schon zwei!

Kargl:
Dann habe ich noch zwei mehr! Ich habe aus einer früheren Beziehung zwei große Mädls, die sich sehr auf ihr Geschwisterchen freuen. Sie sind vierzehn und fünfzehn Jahre alt. Sie verstehen sich super mit Renate. Renate ist manchmal streng, aber immer berechtigt streng. Das finde ich gut und richtig.

Renate, Sie sind ab März sozusagen dreifache Mama einer Patchworkfamilie.

Götschl:
Nein, ich bin zweimal Freundin, einmal Mama.

Gibt es Hochzeitspläne?

Götschl:
Ich habe immer gesagt, wenn ich heirate, will ich ordentlich feiern! Also war es immer klar, dass ich nicht während meiner Schwangerschaft heiraten werde. Wir haben momentan nichts geplant.

Haben Sie Wünsche, die Sie sich noch erfüllen wollen?

Götschl:
Wir leben derzeit in Knittelfeld in einer Wohnung und sind auf der Suche nach einem schönen Haus. Unser größter Wunsch wird sich allerdings mit der Geburt unseres Babys erfüllen.

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