Warum heute der traurigste Tag des Jahres ist

Blue Monday

Warum heute der traurigste Tag des Jahres ist

Berechnungen zufolge ist der Blue Monday der traurigste Tag des Jahres. Doch was steckt hinter dieser Theorie? Plus: Was wir gegen den Lockdown-Blues tun können!

 In jedem Jahr gibt es bessere und schlechtere Tage. Doch laut dem Psychologen Cliff Arnall der Cardiff University gibt es einen speziellen Tag, der der traurigste und deprimierendste des ganzen Jahres sein soll. Er stellte Variablen auf und führte Berechnungen durch, um diesen einen Tag zu finden, an dem vermeintlich jeder den Höhepunkt der Niedergeschlagenheit erreicht. Doch lässt sich dieser wirklich mit einer Formel berechnen?

Blue Monday

So wird der angeblich traurigste Tag des ganzen Jahres genannt. Mit Blue ist dabei allerdings nicht die Farbe gemeint. Blau steht sinnbildlich für Traurigkeit und Kälte, die die Menschen am Blue Monday laut Arnall besonders stark treffen sollen. Der zweite Teil des Begriffs kommt daher, dass sich der Tag mit dem Schlechte-Laune-Faktor jährlich am dritten Montag im Jänner ereignet (dieses Jahr der 18.01.2021).

Berechnung

Mit folgender Formel - (W + (D-d)) x TQ] / (M x Na) errechnete sich der Psychologe den Blue Monday:

 
W … Wetter
D … Schulden
d … Jännergehalt
T … Zeit, die seit Weihnachten vergangen ist
Q … gute Vorsätze, die man schon aufgegeben hat
M … Motivationslevel
N … Bedürfnis, wieder aktiv zu werden


Kritik an der Formel

Trotz der kompliziert wirkenden Formel handelt es sich dabei allerdings nicht um eine wissenschaftliche Berechnung. Arnalls Ausdruck wird in Forschungskreisen als pseudowissenschaftlich kategorisiert. Bei Betrachtung der Variablen, scheinen diese willkürlich gewählt zu sein und wirken nicht kompatibel zueinander.

Zudem wurde der Psychologe von einem Reiseunternehmen mit den Berechnungen beauftragt, was eher nach einem Werbegag klingt, um die Leute in den Urlaub zu locken, als nach einer wissenschaftlichen Forschung. Kein Wunder, dass das Wetter eine wichtige Variable seiner Formel darstellt.

Ein Funken Wahrheit

ABER: Man kann nicht vollends abstreiten, dass gerade zu Beginn des neuen Jahres, wenn die ersten guten Vorsätze bereits über Bord geworfen wurden, eine Welle von Trübsinn und Demotivation über die Leute hereinbricht. Die kalten, dunklen Wintermonate, in denen kaum ein Sonnenstrahl durch die Wolkendecke gelangt und es demnach nie richtig hell wird, führen allgemein zu Antriebslosigkeit und Schlappheit. Ob der Stimmungstiefpunkt bei allen gerade am dritten Montag im Jänner erreicht ist, so wie es Arnall mit seiner Formel berechnete, sei dahingestellt.

Gute-Laune Tipps gegen den Lockdown-Blues
 


1. Unter die Dusche
Es muss nicht die Kneippkur im Freien sein, auch Wechselduschen im Bad bringen den Kreislauf auf Trab. Mit warmem Wasser beginnen und mit kaltem Guss aufhören.
 
2. Frühstück
Tanken Sie morgens Vitamine (frisches Obst und Smoothies) und machen Sie eine Kur mit Präparaten aus Gelée royale, Ginseng oder Taigawurzel (Apotheke).
 
3. Licht
Stellen Sie Ihren Tagesablauf um: Gehen Sie früher schlafen und stehen Sie morgens mit der Sonne auf. Gehen Sie morgens noch ohne Sonnenbrille – Licht ist der wichtigste Taktgeber.
 
4. Outdoor
Wer jetzt täglich 30 Minuten im Freien verbringt, hat mehr Antrieb – der Körper produziert mehr Serotonin. Trotz des Lockdown sind Spaziergänge erlaubt!

5. Sporteln
Ob Joggen oder flottes Spazieren: Körperliche Aktivität im Freien ist eines der effektivsten Mittel, um die gute Laune freizusetzen

6. Essen
Dem Organismus mit leichter Kost auf die Sprünge helfen. Denn der Körper hat ab sofort einen geringeren Bedarf an Kalorien.
 
7. Proteine
Fahren Sie den Konsum an Kohlenhydraten zurück und essen Sie mehr vom Wachmacher Eiweiß. 
 
8. Kopf hoch
Machen Sie mehrmals täglich einen Check: Gehen oder sitzen Sie gerade? Denn eine aufrechte Körperhaltung wirkt der Schlappheit entgegen.
 
9. Musik
Wenn gar nichts mehr geht: Schnelle Musik stimuliert das Aktivitätszentrum im Gehirn – das haben Studien nachgewiesen.
 
10. Entspannung
Handyfreie und laptopfreie Zeiten einrichten, Pausenkultur entwickeln – alle 90 Minuten eine fünf- bis zehnminütige Pause einlegen. Atemübungen oder andere Entspannungsübungen wie Yoga oder progressive Muskelentspannung für Zwischendurch lässt Ihr vegetatives Nervensystem entspannen. Achten Sie auf körperliche und psychische Warnsignale – und vor allem: Nehmen Sie sie ernst. Schärfen Sie Ihr Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse, Gefühle und Grenzen.

Glücklichster Tag des Jahres

Falls Arnall mit seinen Berechnungen doch richtig liegen sollte, gibt es gute Nachrichten: Denn er hat nicht nur den traurigsten Tag des Jahres mit seiner Formel herausfinden können, sondern auch den glücklichsten. Dieser liegt jährlich nahe an der Sonnenwende (zwischen 21.6. & 24.6.) und findet meistens am vierten Freitag im Juni statt.  

Die Tage werden langsam wieder länger und der nächste Sommer kommt bestimmt! Man darf einem Frühling entgegenblicken, in dem wir uns Schritt für Schritt - Impfdosis für Impfdosis - wieder einer Normalität annähern. Mit diesem optimistischen Ausblick lassen wir die schlechten Vibes des Blue Monday von uns abprallen!

 
Hilfe bei Depressionen & Co.
Sollten Sie von Depressionen oder Selbstmordgedanken betroffen sein oder jemanden kennen, der Hilfe sucht, finden Sie diese unter anderem auf www.telefonseelsorge.at oder unter Telefonnummer 142.