Warum Frauen länger leben

Das stärkere Geschlecht

Warum Frauen länger leben

Das neue Buch „Die Gesundheit der Frau“ von Starmediziner Johannes Huber verrät, warum wir mit besseren Genen ausgestattet sind als Männer. Plus: Tipps, wie frau noch länger lebt.

(c) sxcBösartige Männerzungen behaupten ja gerne, dass wir anstrengenden und stets unzufriedenen Frauen unsere Göttergatten frühzeitig ins Grab bringen. Doch mit diesem Vorurteil räumt jetzt der neue Bestseller 'Die Gesundheit der Frau – Warum Frauen länger leben' (erscheint Anfang November im Ueberreuter-Verlag um 24,95 Euro) von Starmediziner Johannes Huber ordentlich auf.

Warum sich Frauen in Österreich durchschnittlich über eine um sechs Jahre längere Lebenserwartung freuen dürfen, hat einen simplen Grund: Mutter Natur hat Frau mit den besseren Genen ausgestattet. Unser Herz ist leistungsfähiger, wir können besser mit Stress und Niederlagen umgehen, das weibliche Gehirn kann neue Nervenzellen bilden, das männliche nicht. Kurzum: Für Johannes Huber besteht eigentlich kein Zweifel mehr daran, dass Frauen aus medizinischer Sicht das stärkere Geschlecht sind.

'Die Gesundheit der Frau – Warum Frauen länger leben' erscheint Anfang November im Ueberreuter-Verlag um 24,95 EuroPrivilegiert
So erfreulich die Nachricht auch ist, bleibt das Rätsel, warum gerade Frauen von der Natur derart privilegiert sind. Dieser Frage ist Huber in seinem neuen Buch 'Die Gesundheit der Frau – Warum Frauen' länger leben nachgegangen und kam zu erstaunlichen Ergebnissen über den weiblichen Organismus. „Die Frau ist für die Erhaltung der Art wichtiger und wird daher von Mutter Natur besser geschützt. Und zwar durch dieselben Botenstoffe und Hormone, die auch für die Fortpflanzung verantwortlich sind“, erklärt Huber.

Unter Naturschutz

Vor allem das Kraftwerk des Lebens – unser Herz – wird durch das Östrogen bestens gehütet. Das weibliche Fortpflanzungshormon ist ein wahres Wundermittel für das Herz. So hat das weibliche Herz große Energiereserven, ist belastungsfähiger und verkalkt, wie auch die Blutgefäße, seltener. Herzinfarkte sind bei Frauen – verglichen mit Männern – eine Rarität. Denn durch Östrogen kann der Gefäßkrampf, der durch das Stresshormon ausgelöst wird, überwunden werden und die Hormone der Fortpflanzung haben eine ähnliche Wirkung wie Psychopharmaka. Frauen sind dadurch einfach stress­resistenter und nehmen sich auch im Job hierarchische Kämpfe nicht so zu Herzen wie Männer. In den Genuss dieser Vorteile kommen auch Frauen, die kinderlos bleiben.

Besseres Gedächtnis

Aber das Östrogen stärkt nicht nur unser Herz, es macht Frauen auch schlauer. Huber: „Bei Frauen ist die für das Gedächtnis zuständig Region im Gehirn ausgeprägter als bei Männern. In faszinierender Weise erfüllt das Östrogen viele Aufgaben im weiblichen Gehirn“, weiß der Hormonspezialist. So verbessert Östrogen den Glukose-Stoffwechsel im Gehirn und fördert jene Wachstumsfaktoren, die für die Hirnleistung wichtig sind. „Bei Eisprung ist der Östrogenspiegel am höchsten, zu diesem Zeitpunkt erbringen Frauen die beste Gedächtnisleistung“, so Huber.

Längerer Atem
Selbst die Lungenfunktion der Frauen wird von den Hormonen positiv beeinflusst. Das Schwangerschaftshormon Progesteron erhöht nicht erst in der Schwangerschaft den Sauerstoffgehalt im Blut, sondern auch in der zweiten Zyklusphase. Erfreuliche Folge: Frauen haben eine bessere Atmung.

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14-Stunden-Regel

Im neuen Frauenratgeber gibt der Starmediziner auch Tipps, wie man fit und juvenil ins hohe Alter kommt. Hubers effektivste Erfolgsmethode ist Fasten. Neu ist die Erkenntnis, dass Fasten nicht nur zur Gewichtsreduktion führt, sondern auch als lebensverlängernd gilt. Huber: „Der Stress des Verhungerns, den der Körper durch das Fasten verspürt, führt zu einer starken inneren Produktion des Wachstumshormons, welches alte Strukturen im Körper regeneriert und verjüngt.“

Um diesen Vorgang zu starten, muss man nur eines – 14 Stunden, am besten ab 16 Uhr, fasten. Zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens ist der Körper bereit, das Wachstumshormon zu bilden und in die Blutbahn abzugeben. Hier startet dann der Verjüngungsprozess.“ Die 14-Stunden-Regel ist die effektivste und billigste Anti-Aging-Methode. Das „Leere-Magen-Gefühl“ löst einen Balance-Mechanismus aus: Einerseits werden Zellen zerstört, die dem Körper suspekt vorkommen, andererseits wird der Aufbau neuer Zellverbände gefördert.

Grüner Tee
Aber damit nicht genug: Die 14-Stunden-Regel kombiniert mit Grünem Tee ist ein unschlagbares Anti-Aging-Duo. Diesem Schatz aus der Natur verdanken auch die Asiaten ihr langes und agiles Leben. Denn die Grüntee-Pflanze muss sich gegen Pilze, Bakterien und Viren schützen. Das tut sie, indem sie in den Blättern antibiotikaähnliche Substanzen deponiert. Das Besondere daran: diese Stoffe haben eine gesundheitsfördernde Wirkung beim Menschen.

Der asiatische Zaubertrank wirkt keimtötend und ist ein effektiver Freier-Radikalen-Fänger. Asiaten genießen den Tee am liebsten nach dem Essen. Auch das hat seinen Grund: Er reduziert dann die Aufnahme des Cholesterins und der Fette. Die erfreuliche Folge: Grüner Tee reguliert nicht nur das Körpergewicht. Er schützt auch vor Herzinfarkt und bösartigen Karzinomen.