Koffer

Reiseguide

So starten Sie top-vorbereitet in den Urlaub

Wohin darf die Reise gehen? Rasch sinkende Coronavirus-Infektionszahlen und der Impffortschritt lassen die Österreicher dem Fernweh nachgeben. Warum auch beim Kurztrip die Reiseapotheke nicht fehlen darf und wie Sie für Eventualitäten gerüstet sind.  

Kurzfristig – dieser Trend zeichnet sich laut jüngsten Befragungen für die diesjährige Urlaubsplanung der Österreicherinnen und Österreicher ab. Rund 72 Prozent wollen zumindest eine Urlaubsreise in der Zeit von Juni bis September unternehmen, jedoch planen die meisten von ihnen, kurzfristig zu buchen und zu verreisen. Der Grund für dieses hierzulande eher untypische Buchungsverhalten ist freilich die Pandemie. Viele möchten aus Sorge um womöglich negative Entwicklungen möglichst lange zuwarten. Trotz spontaner Reisefreude muss auch auf die Detailplanung geachtet werden. Neben Überlegungen rund um Einreise, Testen und womöglicher Quarantänepflichten (unbedingt regelmäßig die Einreisebestimmungen der Destination überprüfen!) darf auch die allgemeine Krankheitsprophylaxe nicht fehlen.

Vorsorge im Gepäck. Mit auf die Reise kommen sollte stets die gut ausgestattete Reiseapotheke – auch dann, wenn Sie an keinen Erkrankungen leiden oder sich als „nicht anfällig“ einschätzen. Man kann nie wissen, wie der Körper auf Veränderungen reagiert. Und kleine Beschwerden können unterwegs blitzschnell großes Unbehagen bedeuten. Glücklicherweise lässt sich die Vorsorge und schnelle Abhilfe einpacken. Auch kleine Unfälle können immer passieren: Hier ist es sehr ratsam, vorzusorgen – einerseits mit dem richtigen Werkzeug (z. B. Mittel zur Wunddesinfektion, Verbandmull), andererseits mit dem wichtigsten ­Erste-Hilfe-Praxiswissen. Besonders dann, wenn Sie nicht immer in guter Infrastruktur unterwegs sind, viele Ausflüge planen und/oder Kinder mitreisen, sollten Sie für den Ernstfall gerüstet sein und auf akute Erkrankungen und Verletzungen rasch reagieren können.

Medikamentensicherheit. Das schlichte Mitführen der Präparate alleine genügt leider nicht aus, um alle Risiken auszuschließen. Besonders bei wichtigen Medikamenten, wie solche, die der Behandlung von chronischen Erkrankungen dienen, ist Vorsicht geboten. Menschen, die etwa an Diabetes oder Bluthochdruck leiden, sollten sich im Vorfeld besonders genau beim Apotheker informieren, denn: Viele Medikamente erfordern eine bestimmte Lagerung (meist: kühl, trocken, lichtgeschützt), um die volle Wirksamkeit zu garantieren. Auch andere Präparate, wie die Antibabypille, sind temperaturempfindlich. Zudem sollten gewisse wichtige Medikamente immer zur Hand sein: Auf Flugreisen gehören diese daher ins Handgepäck, doch auch auf Autoreisen sollten sie gut erreichbar sein (Für die Sicherheitskontrolle am Flughafen sollte ein ärztliches Attest, z. B. über den Insulinbedarf, mitgeführt werden.). Bei längeren Reisen ist für Diabetikerinnen und Diabetiker Unterzuckerung ein sehr reales Risiko. Regelmäßige Messung und entsprechende Ernährung sind ­also notwendig. Kommt es während der Reise zu Zeitverschiebungen, so ist auch hier penibel darauf zu achten, wann Medikamente tatsächlich eingenommen werden müssen. Hypertonie-Patientinnen und -Patienten sollten auch unbedingt immer ein Messgerät mitführen. Durch veränderte Höhenlagen etwa (z. B. bei Bergtouren) können sich Druckprobleme einstellen, aber auch der Reisestress und die veränderten Gewohnheiten (z. B. andere Ernährung) können sich negativ auf den Blutdruck auswirken. Regelmäßiges Überprüfen ist also auch auf Reisen sehr wichtig! Bedenken Sie auch, ein paar Reserve-Dosen der wichtigsten Medikamente mitzuführen, sollte es bei der Heimreise zu Verspätungen kommen.

Vorsicht vor Sonnenschäden. Erhöhte Aufmerksamkeit gilt im Sommer auch der Haut: Hautkrebs ist eine immer ­häufiger auftretende Erkrankung, die zum Großteil auf Sonnenstrahlung zurückgeht. Über viele Jahre sammeln sich im Gedächtnis der Haut sämtliche noch so kleine Sonnenschäden (die oftmals keine äußerlichen Zeichen hinterlassen) und kumulieren sich so zu einem großen Gesundheitsrisiko. Schwarzer und weißer Hautkrebs lauern verstärkt auf ­Sonnenschutzmuffel! Sorgen Sie daher unbedingt immer für guten Sonnenschutz: 1. durch kosmetische Produkte mit einem hohen Lichtschutzfaktor, 2. durch Bevorzugen von Schatten und 3. durch das Tragen einer Kopfbedeckung.

Eigene Empfindlichkeit kennen. Viele Menschen überschätzen die eigene ­Sonnentoleranz oder die Schutzwirkung der Produkte – ein großer Fehler! Denn auch wenn Sie keine oder nur sehr selten Sonnenbrände erleiden oder kein heller Hauttyp sind, entstehen durch die Strahlen tiefe Langzeitschäden in der Haut. Besonders helle Hauttypen erleiden sehr rasch Sonnenschäden, die auf lange Sicht Krebs verursachen können. Auch im Schatten und bei Bewölkung sollten Sie sich stets eincremen! Spezielle Vorsicht gilt bei der Reise mit Kindern: Ihre Haut hat noch keinerlei Eigenschutz ­gegen UV-Strahlung aufgebaut und wird so besonders rasch und dauerhaft geschädigt. Neben gründlichem Einschmieren mit höchstem Lichtschutzfaktor ist es auch sehr ratsam, kleinen Kindern langärmelige UV-Schutzkleidung anzuziehen – vor allem am Strand. Eine großzügige Kopfbedeckung sollte hier ebenfalls nicht fehlen.   

Alles für die Reise-Apotheke 

Basis-Ausstattung 

Arzneimittel gegen ...

1. chronische Erkrankungen, ggf. inklusive nötiger Messgeräte (z. B. bei Diabetes oder Bluthochdruck)
 2. Fieber, Schmerzen, Grippe und Erkältung
3. Mund-, Hals-und Rachenentzündungen
4. Durchfall, inkl. Präparat zum
Ersatz von Mineralstoffen bei
schwerem Durchfall
5. Erbrechen und Reisekrankheit
6. Verdauungsbeschwerden
7. Sonnenbrand (unbedingt auch Sonnenschutz mit hohem LSF!)
8. Insektenstiche
9. Allergien
10. Nasentropfen und Augentropfen (für jeden Reisenden ein eigenes Fläschchen)
11. spezielle „Tropenkrankheiten“
(z. B. Malaria-Mittel bei entsprechendem Reiseziel)
12. div. persönliche Anfälligkeiten

Wunderversorgung

1. Mittel zur Hautdesinfektion
2. Wund- und Heilsalbe
3. aluminisierter Verbandmull gegen Verbrennungen
4. elastische Binde: 5 m/6 cm, Mullbinden: 6 cm und 8 cm
5. Heftpflaster, Pflaster-Strips
6. Fieberthermometer
7. Erste-Hilfe-Anleitung
8. Schere und Pinzette

Sonstiges

1. Sonnenschutz: Sonnencreme & Co. mit hohem LSF, Kopfbedeckung, entsprechende Kleidung (besonders für Kinder!)
2. Insektenschutz
3. Dokumente betreffend Gesundheit: Impfpass, Allergiepass, Diabetikerpass
4. ärztliches Attest über die wichtigen Medikamente im Handgepäck für die Sicherheitskontrolle bei Flugreisen
5. nötige Einreisedokumente betreffend Coronavirus: z. B. negativer Testbescheid, Impfpass.