Es gibt viele Wege, um zu entspannen

So erholen sich Körper und Geist richtig

Der Gang in die Sauna, eine ausgiebige Massage, eine Yoga-Stunde - es gibt viele Wege, um zu entspannen. Oftmals geht damit jedoch ein Zustand der Erschöpfung einher. Viele sehen das schon als Normalität an, frei nach dem Motto: "erschöpft, aber glücklich".

Bei vielen Entspannungsmethoden ist Experten zufolge eine gewisse Erschöpfung normal - vor allem, wenn sie mit körperlichen Anstrengungen verbunden sind. "Wenn Sie in die Sauna gehen, muss Ihr Körper dort Höchstleistungen vollbringen, dann sind Sie natürlich erschöpft, empfinden dies aber als entspannend", erklärt Schnell-Entspannungscoach Klaus Kampmann. Bei solchen körperlichen Aktivitäten werde die Entspannung erreicht, indem man zunächst bewusst anspannt und dann loslässt.

Aber muss das Entspannen immer mit Erschöpfung enden? Kampmann verneint. "Ich kenne über hundert verschiedene Entspannungsmethoden, die ganz ohne körperliche Anstrengungen funktionieren, rein auf kognitiver Basis." Bei der sogenannten Sedona-Methode zum Beispiel stellt Kampmann den Gestressten lediglich drei bis vier Fragen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden müssen. Bei ehrlichen Antworten soll sich danach ein Gefühl der Entspannung einstellen.

Doch auch körperlich anstrengende Entspannungsmethoden müssen nicht immer mit einem Erschöpfungszustand einhergehen. Die Erschöpfung deutet eher daraufhin, dass das Entspannen nicht funktioniert hat und zum Beispiel immer noch unangenehme Gedanken durch den Kopf schwirren.

Nach einer Entspannungsübung kann Erschöpftheit aber auch bedeuten, dass der Körper noch nicht geschult genug ist im Erlernen der Entspannungsreaktion. "Beim Entspannen schaltet man ab und gerät in einen Zustand leichter Trance. Der Organismus muss aber nach dem Entspannen auch wieder bewusst auf Touren gebracht werden", erklärt Psychologin Westhoff. Gelingt das nicht oder noch nicht, fühle sich der Betreffende erschöpft.

Ein kurzer Mittagsschlaf etwa wirkt dann nicht erholsam, sondern so, als sei man zu früh in der Nacht geweckt worden, weil der Schlaf und die natürliche Erholung nicht ausreichen. Ein entscheidender Unterschied zwischen natürlichem Schlaf und der gelernten Entspannungsreaktion sei die Fähigkeit, sich in kurzer Zeit zu erholen, sagt Westhoff.

Allgemein gilt: Je größer der Kontrast zu den vorherigen Aktivitäten ist, desto wahrscheinlicher wird eine ganzheitliche Erholung. "Im Stress ziehen sich die Muskeln zusammen, bestimmte Organe werden abgeschaltet", sagt Kampmann. In der Entspannungsphase schalte der Körper in seinen normalen Rhythmus zurück. "Innerlich haben Sie dabei ein Gefühl der Weite."

Welche Entspannungsmethode die Richtige ist, muss jedoch jeder für sich selber herausfinden. Bereits Tätigkeiten wie Lesen oder Joggen können Elisabeth Westhoff zufolge entspannend wirken. Es gehe schließlich darum, innere Ruhe zu finden und sich von aktivierenden Gedanken und Bildern zu befreien.