Sie heben 2009 die Welt aus den Angeln

Start in ein neues Leben

Sie heben 2009 die Welt aus den Angeln

Träume verwirklichen. Einfach aussteigen, Neues wagen, dem Leben Pfiff verleihen. MADONNA stellt Frauen vor, die 2009 genau das machen!

(c) M. Pauty (3) Gute Vorsätze für 2009 - Welche Vorsätze haben Sie? Den Alltag hinter sich lassen und einfach mal aus den eingefahrenen Gleisen aussteigen. Etwas völlig anderes machen, den Job wechseln, ferne Länder bereisen oder wenigstens sich einer zusätzlichen Herausforderung stellen. Wer wünscht sich das nicht? Vor allem die Zeit rund um den Jahreswechsel, wenn man Bilanz zieht und die ganze Welt Veränderungen gegenüber aufgeschlossen ist, nützen viele dazu, den oft schon lange gehegten Wunsch endlich mal zu verwirklichen.

In MADONNA erzählen sieben Frauen – mit unterschiedlichem Background, aus verschiedenen Berufsfeldern und mit gänzlich divergierenden Motiven – von ihrem aufregenden neuen Leben im Jahr 2009.

Kind statt Karriere
Nach zwölf Jahren im TV- und Promi-Business und einer steilen Karriere, unter anderem beim ORF, bei MTV und zuletzt bei Puls 4, hat Society-Moderatorin Claudia Hölzl (32) genug vom „Schein und Sein“ im Gesellschaftsjournalismus. „Es war eine schöne Zeit, aber es ist der richtige Zeitpunkt, um auszusteigen. Ich möchte nicht den Rest meines Lebens über Prominente berichten, sondern etwas tun, was sinnvoll ist und mich erfüllt“, so die Mutter des zweijährigen Leon. „Ich möchte ausspannen und mich um meinen Sohn kümmern.“

Ein Comeback als VIP-Berichterstatterin schließt Hölzl definitiv aus, aber: „Ich möchte 2009 ein revolutionäres TV-Konzept ausarbeiten, und wenn dieses Projekt ankommt, kann ich mir gut vorstellen, wieder ins Fernsehgeschäft zurückzukehren.“ Schon einmal – vor fünf Jahren und damals noch kinderlos – nahm Hölzl eine Auszeit vom Job und trampte durch Indien und Südamerika. „Auch dazu hätte ich Lust, aber im Moment ist Leon noch zu klein. Jetzt möchte ich einmal einige Monate die Seele baumeln lassen und mich nur meiner Familie widmen. Meine Prioritäten haben sich, seit ich Mutter bin, verschoben“, sagt Hölzl.

„Das letzte Jahr war extrem hart. Es war die Hölle für mich, Tag für Tag mein kleines Baby bei den Großeltern oder einem Babysitter abzugeben. Du kommst mit einem schlechten Gewissen ins Büro und hast ein schlechtes Gewissen deinem Chef gegenüber.“ Und das alles „für leere Inhalte“. Mit 32 und nach zwölf Jahren Gesellschaftsjournalismus ist nun Schluss. „2009 soll überdies astrologisch das Jahr der Veränderungen sein. Das trifft sich gut, wenn man sein Leben neu orientieren will.“

Reisen und Gutes tun
Eine Auszeit von ihrem Job vor der Kamera hat sich auch TV-Moderatorin Carolyn Aigner (39) genommen. „Ich habe vor einem Jahr auf einer Reise nach Nicaragua eine Kinderhilfsorganisation kennengelernt und war sofort Feuer und Flamme“, so Aigner, die nach ihrer Rückkehr sofort damit begonnen hat, ein eigenes Projekt zu gründen. „Obwohl ich letztes Jahr nur zwei Wochen hier war, fühle ich mich wie zu Hause. Ich bin sehr glücklich, dass ich nach der intensiven Vorbereitungszeit endlich in Nicaragua sein kann.

“ Jetzt unterrichtet Aigner gemeinsam mit einem Team Straßenkinder in Granada im Journalismus und lehrt sie, mit mitgebrachten Digitalkameras Bilder zu machen. „Die künstlerische Arbeit bei unserem Projekt ninovista holt Kinder von den Straßen, verleiht Selbstbewusstsein und gibt ihnen Mut, etwas mehr aus ihrem Leben zu machen und“, so Aigner weiter, „es macht mich glücklich, dass die Kinder, mit denen ich arbeite, wirklich motiviert und begeistert sind.“

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Einstieg ins Society-Leben
Während die einen sich 2009 aus dem öffentlichen Leben zurückziehen und anderswo ihr Glück suchen, katapultiert eine neue Liebe Elisabeth Kawan (45) direkt ins Scheinwerferlicht. Die zweifache Mutter hat zwar schon ein bewegtes und auch öffentliches Leben hinter sich, aber in den letzten Jahren ist es relativ still geworden um die ehemalige „Miss Austria“.

Die studierte Juristin – sie war zwanzig Jahre lang mit Formel-1-Zampano Walter Wolf verheiratet und später mit Ex-Opernballett-Direktor Renato Zanella liiert – ist seit November die neue Liebe des seit Kurzem geschiedenen Rindfleischkaisers Mario Plachutta. „Wir sind seit Anfang November zusammen und sehr glücklich“, sagt Kawan, die sich nicht nur als Fitness-Expertin, sondern auch als Autorin und Präsidentin der „Europäischen Wirtschaftskammer für Ernährungswissenschaft“ einen Namen gemacht hat.

Das neue Jahr will die Vielbeschäftigte allerdings nicht nur dazu nützen, ihre Beziehung zu gestalten und zu festigen, sondern auch zur Weiterbildung: „Ich möchte 2009 noch die Ausbildung für das Pilates-System-Europe beginnen und habe mich auch dazu entschlossen, keine Gruppen mehr anzubieten, sondern nur mehr Einzelunterricht zu geben.“ Denn: „Pilates erfordert ein sehr genaues Arbeiten und das ist in einer Gruppe nicht möglich.“

Bleibt nur zu hoffen, dass Wiens zurzeit schönstem Liebespaar auch genug Zeit zum Turteln bleibt. Beide haben ja auch noch Kinder im Teenager-Alter zu versorgen: Kawans Sohn Maximilian ist 16, Tochter Fiona 11, Plachuttas Tochter Julia 13 und sein Sohn Christoph 12. Freuen die sich denn über das Glück ihrer Eltern? „Es ist einfach noch zu früh. Wir haben noch keinerlei Ambitionen für ein Patchwork-Familienleben“, lacht Kawan.

Schwere Entscheidung
Das Leben von Diana Mayrhofer (19) hingegen spielt sich völlig abseits des Rampenlichtes ab. Die Wienerin hat sich entschieden, zwischen Matura und Studium 2009 ein soziales Jahr einzulegen. Diana wollte mit Kindern arbeiten, in Lateinamerika leben und Spanisch lernen. „Ich habe mich verpflichtet, in einem bolivianischen Waisenhaus des Projektes Alalay zu arbeiten.

Die Entscheidung war richtig, obwohl es nicht einfach ist, in einem Land zu leben, das der­maßen großen Kontraste zwischen Arm und Reich hat.“ Überdies hätte sie im Herbst ihr Medizinstudium beginnen können. Sie hat die Aufnahmeprüfung geschafft, wollte aber dem Waisenhaus nicht absagen. „ Ich werde hier gebraucht und kann viel lernen. Die Prüfung“, lacht sie, „muss ich halt noch einmal machen.“

Beharrlich
Mehrere Anläufe, um ihr gestecktes Ziel zu erreichen, hat Höhenbergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner (38) schon hinter sich. Im März wird die gebürtige Oberösterreicherin – sie ist eine der drei weltbesten Bergsteigerinnen und hat bereits elf der 14 Achttausender bestiegen – wieder auf den Himalaya-Riesen Lhotse aufsteigen, den sie im Mai nicht bezwingen konnte. „Ich fokussiere derzeit alles auf diese Herausforderung“, sagt die Extrembergsteigerin, die auf dem Dhaulagiri in Nepal zwei Kollegen verlor und selbst knapp dem Tod entging. Ihre Devise lautet: „Wieder gut runterkommen.“ Und, wie jene vieler anderer Frauen: „Alles ist möglich!“
(Karin Tomka, Nina Fischer)

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Claudia Hölzl (32) mit sohn Leon (2) war Moderatorin und ist jetzt Vollzeit-Mami
„Entscheidung für mein Kind und gegen die Karriere.“
Claudia Hölzl (32) hat ihre Traumkarriere als Society-Moderatorin beim Fernsehen auf Eis gelegt, um „endlich mehr Zeit für meinen zweijährigen Sohn zu haben.“ Nach zwölf Jahren im TV- und Promi-Business und einer steilen Karriere als Moderatorin hat Hölzl erstmal genug von „Schein und Sein“ im Gesellschaftsjournalismus. „Ich werde erstmal ausspannen und Mitte 2009 damit beginnen, ein revolutionäres TV-Konzept auszuarbeiten.“

Carolyn Aigner (39), Auszeit als TV -Moderatorin
„Habe mein Leben und den Blickwinkel verändert.“
Die TV-Moderatorin hat sich eine Auszeit genommen, damit sie sich um ein Hilfsprojekt in Nicaragua kümmern kann. Sie lehrt Kinder den Umgang mit neuen Medien. Durch diese Arbeit werden sie von der Straße geholt. „Dieses Projekt gibt meinem Leben Sinn. Es hat für mich viel verändert.“

Gerlinde Kaltenbrunner (38) nimmt den 12. Achttausender in Angriff
„Ich fokussiere alles auf diese Herausforderung.“
Die Extrembergsteigerin – die Oberösterreicherin lebt mit ihrem Mann, Bergsteiger Ralf Dujmovits, im Schwarzwald – gehört zu den weltweit besten drei Bergsteigerinnen. Sie bereitet sich intensiv (auch den Weihnachtsurlaub auf Kalymnos nutzt sie fürs Klettern) auf die Besteigung des vierthöchsten Berges der Erde, des Lhotse und ihres 12. Achttausenders im März vor. Die Devise des neuen „Orange“-Werbetestimonials: „Gut runterkommen!“

Elisabeth Kawan (45) Liebesglück mit Mario Plachutta
„Mario und ich sind glücklich. 2009 wird unser Jahr!“
Die Fitness-Expertin startet überglücklich ins neue Jahr. Die zweifache Mutter – sie ist geschieden vom Formel-1-Zampano Walter Wolf – ist seit drei Monaten die neue Liebe des seit Kurzem geschiedenen Rindfleischkaisers Mario Plachutta (40). „Wir sind seit November sehr glücklich – 2009 wird unser Jahr!“

Diana Mayrhofer (19), mit Vivi Soziales Jahr in Bolivien
„Ich werde wirklich gebraucht und lerne viel.“
Diana Mayrhofer möchte Psychiaterin werden. Nach der Matura hat sie sich dazu entschlossen, ein freiwilliges soziales Jahr in einem ­Alalay-Kinderdorf in Bolivien zu machen. „Die Erfahrung wird mir im Leben viel helfen.“

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Doris Bures (48) war Frauenministerin und ist nun Infrastrukturministerin
„Erstes Jahr als Single und mächtigste Ministerin.“
Das Jahr 2008 hatte für Doris Bures privat und beruflich einige neue Herausforderungen parat. Nach über zwanzig Jahren glücklicher Partnerschaft trennte sich die Politikerin von ihrem Lebensgefährten. Der privaten Enttäuschung folgte jedoch der berufliche Aufstieg: Doris Bures erbte von Werner Faymann das wichtige Infrastrukturministerium. Nun ist sie Herrin der Schiene und managt jährlich ein Budget von beachtlichen 2, 6 Milliarden Euro (!). Wie die SP-Powerfrau ihr erstes Weihnachten als Single feiert und wie sie sich im männerdominierten Ministerium durchsetzen will, verriet sie MADONNA.

Frau Bures, früher waren Sie Frauenministerin, jetzt sind Sie Chefin für das technikaffine Infrastrukturministerium. Was hat Sie an der Aufgabe gereizt?
Doris Bures:
Das ist ein großer Umstieg. Hier sind hohe Summen im Spiel, mit denen man viel bewegen kann. Und gerade in der momentanen Krise kann man mit dem Infrastrukturministerium viele Arbeitsplätze sichern. Ich mache in der Politik gerne Dinge, wo man relativ schnell Effekte sehen kann. Das ist im Infrastrukturministerium der Fall.

Wie setzt man sich als Frau in einem männerdominierten Ressort durch? Sind Sie technisch begabt?
Bures:
Das Einzige, was ich kann, ist Autoreifen wechseln (lacht). Aber Scherz beiseite: In meiner Ebene gibt es zum Glück keine Geschlechterdiskriminierung mehr. Was mir schon immer gelegen ist, ist der Umgang mit Zahlen. Und das ist im Infrastrukturministerium wichtig.

Sie feiern in diesem Jahr zum ersten Mal Weihnachten als Single. Wie wird Ihr Fest in diesem Jahr ablaufen?
Bures:
Ich werde im engsten Kreis mit meiner Tochter, ihrem Freund und meiner Schwester feiern. Kochen wird Bettina, denn da ist sie talentierter als ich, und dann geht es früh ins Bett. Am nächsten Tag fahren wir gemeinsam nach St. Anton Ski fahren. Und ich freue mich schon aufs Ausschlafen. Denn seit Monaten beginnt mein Arbeitstag um spätestens acht Uhr und endet nie vor Mitternacht.
(Ida Metzger)

Elisabeth Gürtler, die Sacher-Chefin über ihr neues Hotel am Arlberg:
„2009 wird wieder eine neue Herausforderung.“
Dass die Top-Unternehmerin im Mai ihren 59. Geburtstag feiert, ist für Elisabeth Gürtler lange kein Grund, etwas leiser zu treten. Ganz im Gegenteil: Neben dem Management der renommierten Hotels Sacher in Wien und Österreichischer Hof in Salzburg und der Leitung der Spanischen Hofreitschule eröffnet die ehemalige Opernball-Chefin soeben das alpine Luxus-Chalet Aurelio in Lech am Arlberg. In MADONNA verrät Gürtler, warum diese Aufgabe das neue Jahr zu einer besonderen Herausforderung macht.

Frau Gürtler, in diesen Tagen eröffnen Sie das Aurelio – was zeichnet Ihr inzwischen drittes Haus ganz besonders aus?
Elisabeth Gürtler:
Wir möchten mit diesem Luxus-Chalet eine ganz besonders elitäre Zielgruppe ansprechen. Ich habe das Projekt nicht nur angenommen, weil mich die Arlberg-Gegend schon immer fasziniert hat, sondern auch, weil wir damit vor allem den russischen Markt erschließen können.

Sie meinen, es werden vor allem russische Gäste erwartet?
Gürtler:
Ja, ich freue mich, sagen zu können, dass wir über die Feiertage bereits ausgebucht sind. Es gibt auch viele Russen, die gleich das ganze Chalet mieten.

Von welchem Preissegment sprechen wir?
Gürtler:
Natürlich vom obersten (lacht). Was bedeutet diese neue, zusätzliche Aufgabe für

Ihr persönliches Leben?
Gürtler:
Bestimmt wird es jetzt noch stressiger für mich. Obwohl Axel Pfefferkorn die Generaldirektion übernimmt, werde ich etwa ein bis zweimal im Monat nach Lech fahren, um die Strukturen festzulegen. Das heißt: Ab sofort pendle ich zwischen Wien und Salzburg – und dann fahre ich noch das Stückerl weiter nach Lech. Aber ich freue mich darauf!

Was macht für Sie den Reiz so vieler verantwortungsvoller Aufgaben aus?
Gürtler:
Arbeit macht mich einfach glücklich. Ich liebe es, Entscheidungen zu treffen und schließlich die Lorbeeren für die harte Arbeit zu ernten: nämlich in Form von zufriedenen Gästen. Und davon werden wir bestimmt auch im Aurelio am Arlberg viele haben.
(Daniela Schimke)