Monet-Beschmutzer sind sich keiner Schuld bewusst

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Monet-Beschmutzer sind sich keiner Schuld bewusst

Mit Kartoffelbrei beschmierte Mirjam Herrmann (25) ein Monet-Bild in Potsdam. Sie ist nicht die einzige Klima-Chaotin, die meint, da wäre nichts dabei. 

Ich war das!", schrieb sie stolz auf Twitter über die Szene, die in ganz Europa für Aufsehen sorgte. Aufsehen, das das wichtige Thema Klimakatastrophe dringend benötige, wie viele Aktivist: innen meinen - darunter auch jene 25-jährige Mirjam Herrmann, die vor zehn Tagen zusammen mit ihrem Mittäter Benjamin im Potsdamer Privat-Museum "Barberini" ein Kunstwerk von Monet mit Brei beschmierte. Es sei "ja nichts passiert", da das 100 Millionen Euro-Gemälde ohnehin durch eine Glasscheibe geschützt war, verteidigten Klima-"Chaoten", sprich Demonstrant:innen, die zu extremen Mitteln greifen, die Aktion. Bei vielen jedoch stieß sie auch auf Unverständnis und Ärger. "Man kann für den Klimaschutz sein und trotzdem Respekt vor der Arbeit verstorbener Künstler haben. Sich über den Hunger der Welt zu beschweren, aber dann mit Kartoffelsuppe um sich schmeißen. Das ist so dumm wie die Nacht finster", schrieb etwa Schauspielerin Sophia Thomalla (33) auf Instagram und erntete dafür ebensoviel Beifall wie Kritik.

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Aufhalten lassen sich Aktivist:innen wie Mirjam Herrmann davon jedenfalls kaum. Die Jus-Studentin, die Medienberichten zufolge als "Vollzeitaktivistin" in Leipzig lebt, soll inzwischen in 1.296 Fällen von der Staatsanwaltschaft wegen Nötigung angeklagt sein. Nachdem sie im letzten Jahr in München für ein Verkehrschaos gesorgt hatte, weil sie sich von einer Autobahnbrücke abseilte, landete Herrmann bereits in Untersuchungshaft. Auch die Brei-Attacke bescherte ihr einen Kurzbesuch im Gefängnis. Doch die einzige Angst, die sie habe, sei jene davor, "dass es in der Klimakatastrophe keinen Raum mehr gibt, für Kunst und Kultur". Bleibt zu hoffen, dass sich lebende Entscheidungsträger als Adressaten sehen - und nicht tote Jahrtausend-Künstler.
 

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