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Model präsentiert neues Buch

Marie Nasemann: So geht Nachhaltigkeit

Nachhaltig zu leben bedeutet, immer Kompromissbereitschaft zu zeigen, wie BloggerinMarie Nasemann ausführt. Wir baten die Neo-Autorin zum Talk.  

Einem breiten Publikum wurde Marie Nasemann als Teilnehmerin der dritten Staffel Germany’s Next Topmodel bekannt, doch mit dem klassischen Model-Lifestyle hat die Deutsche elf Jahre später wenig zu tun. Denn während in der Modebranche Fast Fashion und schnelllebige Trends regieren, hat sich Nasemann in den letzten Jahren einen Namen als Deutschlands berühmteste Botschafterin für faire Mode gemacht. „Das Hauptproblem war, dass ich als Model in einer Branche gearbeitet habe, die den ständigen Konsum promotet“, blickt sie im MADONNA-Talk zurück. Es sei auch keinesfalls leicht gewesen, sich eines Tages von dem Lifestyle zu verabschieden und Jobs und Kunden abzusagen, weil sie beispielsweise nicht mehr für drei Tage nach New York geflogen werden wollte, um einfach nur eine Modenschau anzusehen. Solche Einladungen sind für Nasemann Vergangenheit, aber dafür könne sie nun mit Firmen zusammenarbeiten, hinter denen sie „voll und ganz“ steht. „Ich bin jetzt da, wo ich mit dem Herzen immer sein wollte.“

Transformation

Auf ihrem Blog „fair­knallt.de“ präsentiert sie seit einigen Jahren faire Brands, die abseits des Mainstreams der Modewelt wirken, in der Verkaufszahlen klar über Menschenwohl und Umweltschutz stehen. Fairknallt lautet auch der Titel ihres ersten Buches, in dem sie offen und in angenehmem Ton ihren Weg zu einem ganzheitlich nachhaltigeren Lifestyle schildert. Um diesen zu erreichen, müsse man sich auch intensiv mit der eigenen Vergangenheit und familiär tradierten Überzeugungen und Vorstellungen auseinandersetzen, die einem nur zu häufig gewohnte, aber oft nicht notwendige Bedürfnisse diktieren würden. Wie zum Beispiel, inwieweit man materiellen Besitz als erstrebenswert erachtet. Oder ob man glaubt, sich zu Weihnachten Geschenke, einfach nur um der Geschenke willen machen zu müssen. In vielen sympathischen Anekdoten und Geschichten lässt die Bloggerin ihre Leser an ihren Reflexionen teilhaben, durch die sie hofft, auch andere zu einem Umdenken zu inspirieren. „Es ist immer eine sehr persönliche Entscheidung, auf welche Themen man sich in der Nachhaltigkeitsdebatte einlassen kann. Manchen fällt es z. B. ganz leicht, kein Fleisch zu essen, andere sind physisch davon abhängig. Diktieren kann man nicht, stattdessen mit gutem Beispiel vorangehen.“ Und wenn man wie Nasemann als ­Mutter eines schlecht schlafenden Kindes nicht immer den Nerv dazu hat, frisch zu kochen, oder beim Spaziergang ab und an auf den To-go-Kaffeebecher vergisst, muss man sich auch kein schlechtes Gewissen einreden. „Das nutzt dem Planeten auch nichts. Lieber starte ich mit neuer Überzeugung ein weiteres Mal durch.“  

Anleitung für eine bessere Welt: „Fairknallt“ ist erschienen bei Ullstein, erhältlich ab 31. Mai um 18,50 Euro. 

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