''Lasse Lars nie mehr im stich!''

Jungmutter zwischen Liebe und Überforderung:

''Lasse Lars nie mehr im stich!''

(c) PautyNatalie Gailhofer ist ein ganz normaler Teenager: Sie liebt deutschen Rap und Techno, feiert Partys mit ihren Freunden und geht gerne ins Kino. Nur einen Unterschied zu anderen Gleichaltrigen gibt es: Im Zimmer der 17-Jährigen hängen neben Postern von Bushido und dem verstorbenen Nirvana-Frontman Kurt Cobain Fotos von ihrem Baby.

Vor fünf Monaten kam Lars zur Welt. Weil er verkehrt im Bauch lag, musste er per Kaiserschnitt geholt werden. Lars ist ein kleiner Sonnenschein: Er lacht viel, hat riesige braune Augen und rudert wie wild mit seinen Ärmchen. Natalie liebt Lars sehr. Trotzdem ließ sie ihren Sohn einfach bei ihrer Mutter Renate (52) zurück.

Verzweifelte Oma
Am 24. Mai kehrte die 17-Jährige von einem Schulausflug nach Kärnten nicht mehr nach Hause zurück. Ein Monat lang blieb das Mädchen aus dem niederösterreichischen Gloggnitz verschwunden. Kein einziges Mal meldete sie sich bei Verwandten oder Freunden.

Renate Gailhofer war verzweifelt, kümmerte sich aber natürlich liebevoll um den kleinen Wonneproppen. Letzten Montag griff die Polizei Natalie endlich in Wien auf. Aus Liebe zu ihrer Internet-Bekanntschaft Thomas (22) war die junge Mutter untergetaucht. Im Interview mit MADONNA erzählt Natalie, warum sie einfach verschwunden ist.

Natalie, sind Sie glücklich, dass Sie Lars jetzt wieder im Arm halten können?
Natalie Gailhofer:
Ja, sehr! Ich hab den Kleinen so sehr vermisst. Ich bin froh, dass ich endlich wieder bei ihm bin. Ich möchte jetzt ganz viel Zeit mit ihm verbringen und so viel wie möglich nachholen.

Viele fragen sich natürlich, warum Sie denn überhaupt verschwunden sind?
Gailhofer:
Ich habe in einem Internet-Chat Thomas kennengelernt. Wir haben schon seit Monaten Kontakt. Er ist groß und dunkelhaarig, ich hab mich sofort in ihn verliebt und wollte unbedingt zu ihm nach Wien.

Aber das hätte man doch sicher anders organisieren können?
Gailhofer:
Zugegeben – das Ganze war eine Kurzschlusshandlung von mir, wenn man so will. Ich wollte eigentlich nur für zwei Tage spontan nach Wien, aber dann ist es eben länger geworden.

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Sie waren einen ganzen Monat lang verschwunden. Ihre Verwandten haben sich schreckliche Sorgen gemacht – warum haben Sie sich nicht ein einziges Mal gemeldet?
Gailhofer:
Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht... Vielleicht aus Angst oder (denkt nach) eher schlechtem Gewissen.

Sie sind eine ungewöhnlich junge Mutter – war Ihnen das auch ein bisschen zu viel?
Gailhofer:
Nein, so sehe ich das nicht. Das Baby war zwar ein Unfall, aber eine Abtreibung wäre zum Beispiel nie für mich infrage gekommen! Ich habe mich von Anfang an für Lars entschieden.

Vom 18-jährigen Vater des Kleinen sind Sie ja seit Längerem getrennt, haben Sie Kontakt?
Gailhofer:
Ja, manchmal. Weil Christopher in Wien wohnt, kommt er leider nur so alle zwei Wochen Lars besuchen. Wir waren zwei Jahre lang zusammen, aber es ist schon länger aus zwischen uns. Jetzt bin ich in Thomas verliebt (lächelt).

Wie soll es denn mit Thomas nun weitergehen?
Gailhofer:
Ich weiß nicht, ob unsere Beziehung eine Zukunft hat. Mal sehen. Jetzt ist mir das Wichtigste, viel Zeit mit Lars zu verbringen.

Bereuen Sie, Ihr Baby im Stich gelassen zu haben?
Gailhofer:
Natürlich! Es tut mir so leid, und (zur Mutter) ich verspreche, dass ich das nie wieder tun werde. Ich hab Lars wirklich sehr lieb. Und ich hab Einiges verpasst, was er in der Zeit, in der ich fort war, dazugelernt hat. Er kann zum Beispiel jetzt schon fast selber das Flascherl halten.

Wie wichtig ist die Unterstützung Ihrer Mutter bei der Betreuung des Kleinen?
Gailhofer:
Ohne sie würde das wohl alles gar nicht gehen. Ich bin ja auch so sorglos nach Wien abgehaut, weil ich wusste, dass meine Mama gut für ihn sorgt. Bevor ich zum Schulausflug nach Kärnten gefahren bin, hab ich zu ihr gesagt: „Bitte, pass gut auf ihn auf!“

Wie wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?
Gailhofer:
Im Moment gehe ich auf eine Fachschule für Sozialberufe, wobei ich das letzte Jahr nachholen muss, weil ich ja einen ganzen Monat fehlte. Nach der Schule will ich eine Ausbildung zur Krankenschwester machen – und natürlich den Führerschein! Dann kann ich zusammen mit Lars nach Wien fahren.
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