Landesmutter der Herzen

Claudia Haider

Landesmutter der Herzen

Der Ruf nach Claudia Haider wird immer lauter: Nur sie könne nach Jörgs Tod das Machtvakuum füllen. Polit-Insider meinen, sie würde die Nach­folge nach einem Trauerjahr wagen.

(c) Getty ImagesEs waren nur wenige Worte, die die sichtlich gezeichnete Claudia Haider im Klagenfurter Dom beim Requiem sprach, die aber ganz Kärnten wieder Hoffnung gegeben haben: „Man muss nicht verzweifeln, wenn etwas verloren geht – es kommt alles noch viel herrlicher nach.“ Noch sehen die Haider-Fans kein Licht am Ende des Tunnels. Denn die Nachfolgediskussion entpuppt sich zum selbstzerstörerischen Machtkampf innerhalb des BZÖ. Und so wird der Ruf nach der geliebten Landesmutter in Kärnten immer lauter. Claudia Haider (52) soll das orange Machtvakuum, das ihr charismatischer Mann Jörg hinterlassen hat, füllen. Nur wenn die Waldpädagogin in Kärnten als Landeshauptfrau den politischen Ton angibt, bleibe sein Vermächtnis gewahrt.

Noch nicht bereit
Die Landesmutter der Herzen winkt allerdings noch ab. „Ich muss mein Leben jetzt jeden Tag neu erfinden, weil mein Lebensinhalt weggebrochen ist“, richtet Claudia Haider aus. Doch sobald die Trauerzeit beendet ist, wollen sie Weggefährten überreden, das politische Erbe ihres Mannes anzutreten.

Und tatsächlich trauen namhafte Ex-Politikerinnen der Förstertochter aus Tirol zu, Landeshauptfrau zu werden. Bestes Beispiel: die ehemalige Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (47). Sie weiß, dass die herzliche und unaffektierte Witwe in Kärnten sehr beliebt ist. „Claudia war immer schon bei den Kärntnern äußerst populär“, erklärt sie im Interview mit MADONNA. „Nicht nur als Frau des Landeshauptmannes Jörg Haider, sondern vor allem auch als eigenständige Persönlichkeit, die sich in den letzten Jahren durch ihren enormen Einsatz im kulturellen wie gesellschaftlichen Bereich beliebt gemacht hat.“

Haiders Beraterin
Nicht nur ihr volksnahes, unkapriziöses Auftreten mache sie zur perfekten Landeshauptfrau. Auch politische Kompetenz sei der Mutter zweier erwachsener Töchter absolut zuzutrauen, so Riess-Passer. „Dass Claudia nicht selbst politisch aktiv war, hing eigentlich nur davon ab, dass es ihr immer wichtig war, sich selbst um die Familie und die Kinder zu kümmern. So hielt sie Jörg auch den Rücken frei“, weiß die heutige Wüstenrot-Chefin. „Trotzdem war sie sehr interessiert an sämtlichen politischen Themen in der Landes- und auch in der Bundespolitik. Nicht umsonst war sie Jörgs wichtigste Beraterin. Er hat oft in Verhandlungen gesagt: Die Claudia sieht das so... oder anders... Ihre Meinung war ihm irrsinnig wichtig. Sie hätte sicher die Kraft und die Kompetenz, Jörg Haiders Weg weiterzugehen. Nach der Trauerzeit kann ich mir vorstellen, dass sie es macht.“

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Eine Frau für Kärnten

Auch Ex-Verkehrsministerin Monika Forstinger (45) traut Claudia Haider zu, am besten das Vermächtnis ihres verstorbenen Mannes weiterzuführen. Die Ex-FPÖ-Politikerin kennt Claudia Haider freilich schon seit vielen Jahren – und sieht in ihr eine „starke, engagierte Frau, die schon immer ein perfektes Setting in Kärnten hatte“, weiß die einstige Verkehrsministerin. „Kein Wunder also, dass sich die Kärntner, die ja von ihrem Wesen her sehr emotional, sehr beseelt sind, wünschen, dass sie nun das Werk ihres geliebten Landesvaters weiterführt.“ Eine große Aufgabe, die Forstinger (Geschäftsführerin eines oberösterreichischen Risikomanagement-Unternehmens) der Witwe von Jörg Haider zutraut. „Im kulturellen und sozialen Bereich ist Claudia Haider ohnehin sehr erfahren. Auch in anderen Disziplinen hätte sie – mit Unterstützung guter Fachbereichsleiter – sicher die nötige Kompetenz. Ja, ich denke, Kärnten ist reif für eine Frau an der Spitze!“

Engagierte Landesmutter
Dass Claudia Haider ein politisches Talent besitzt, zeigte sie in den letzten Jahren schon als Landesmutter. Sie hat die Rolle neu definiert. Denn die Bärental-Managerin war in 32 Ehejahren nie nur Anhängsel. Ob für den Sozialmarkt, die Vorsorgemedizin oder als Gastgeberin für Künstler, Claudia Haider engagierte sich. Sie schaffte es, neben ihrem omnipräsenten Mann ein eigenständiges Betätigungsfeld zu finden. Die Kärntner liebten zunehmend ihre bodenständige Art und Claudia Haider bestach vor allem durch ihre Herzenswärme.

Deswegen bleibt sie, egal wie sie sich entscheidet, die Landesmutter der Herzen.