Karriere-Ladies im Babyfieber

Baby-Freude

Karriere-Ladies im Babyfieber

20 Jahre Altersunterschied und dennoch in derselben Situation
Karin, ich glaube, du musst bis morgen bei mir bleiben – ich habe so viele Fragen an dich!“, beginnt Niko Fechter (29) fröhlich das Gespräch. Tatsächlich sitzt die Top-Designerin und Tochter von Manager Herbert Fechter einer Frau gegenüber, die weiß, wovon sie spricht, wenn es ums Kinderkriegen geht. Ex-Moderatorin und EU-Politikerin Karin Resetarits (48) ist bereits Mutter von vier Söhnen und – zur Überraschung vieler – mit 48 zum fünften Mal schwanger. Ebenso wie Niko Fechter, die mit 29 zum ersten Mal ein Baby erwartet. Grund genug, die Power-Mamis, in deren Leben das Thema Karriere bisher eine große Rolle spielte, zum gegensätzlichen Doppeltalk zu bitten: über die erste Schwangerschaft – und die letzte. Karrierestart und Karrierestopp. Und: Probleme, die man mit 29 ebenso hat wie mit 48.

Niko Fechter und Karin Resetarits © Fally
Bild: (c) Fally
Sie könnten Mutter und Tochter sein. Dennoch sind Designerin Niko Fechter und Unternehmerin Karin Resetarits in der gleichen Lebenssituation. Beide erwarten ein Baby.

Der TALK

Frau Resetarits, Sie sind in der 21. Woche. Wie fühlen Sie sich?
Karin Resetarits: Für mich ist eine Schwangerschaft immer wie ein Jungbrunnen. Und je älter man wird, desto mehr genießt man diesen Zustand. Ich gehe schon früher schlafen als sonst, weil die Schwangerschaft meinen Körper vielleicht ein bisschen mehr erschöpft als früher. Dafür bin ich um fünf Uhr schon putzmunter. Ich stelle mich also schon auf das Baby ein!

Frau Fechter, Sie sind das erste Mal schwanger ...
Niko Fechter:
Ganz ehrlich, ich fühle mich besser, wenn ich allein bin in meinem Körper! Ich habe dieses Gehandicapt-Sein noch nicht ganz so im Griff. Ich freue mich sehr auf das Mami-Sein – aber das Schwanger-Sein ist für mich kein Traumzustand. Weil es mir auch so schwer fällt, meinen Lebensrhythmus auf das Baby einzustellen. Ich bin ja sonst so eine Party-Maus – und jetzt falle ich schon um zwei Uhr früh ins Bett. Auch diese ganzen Veränderungen im Körper muss man erst einmal verarbeiten. Es verändert sich ja alles! Von den Brustwarzen angefangen … (lacht.)

Resetarits: Ich weiß: Beim ersten Baby ist das ganz extrem – wenn man dann stillt, fühlt man sich teilweise wie eine Kuh. Trotzdem kann ich das Stillen nur empfehlen. Abgesehen davon, dass es für die Bindung und das Baby gut ist, nimmt man viel schneller ab.

Fechter: Auf das Abnehmen freue ich mich jetzt schon!

Frau Resetarits, bei Ihnen war es ein Wunschbaby. Frau Fechter, haben Sie das Kind auch geplant? Immerhin geht es beruflich bei Ihnen steil bergauf.
Fechter: Unser Baby ist ein totales Wunschkind – voll geplant und gebastelt (lacht). Ich habe immer den Lebensplan gehabt, vor 30 Mutter zu werden. Und es hat jetzt wirklich perfekt gepasst. Ich habe den Zeitpunkt mit einer meiner besten Freundinnen geplant. Und tatsächlich sind wir jetzt beide schwanger. Ideal!

Wissen Sie schon, ob es ein Bub oder ein Mädchen wird?
Fechter:
Nein, wobei ich das Gefühl habe, dass ich einen Buben bekomme. Bevor ich schwanger war, wollte ich immer ein Mädchen haben – aber mittlerweile ist es mir egal. Wobei ich verstehen kann, dass man sich nach vier Buben extrem über ein Mädchen freut, wie du, Karin.

Frau Resetarits, glauben Sie, dass Sie als Mutter mit Ihrer Tochter anders umgehen werden als mit Ihren vier Söhnen?
Resetarits:
Ich glaube schon. Weil sie eben so ein Wunsch-Mädchen ist, werde ich sie wahrscheinlich sehr verwöhnen und wie ein richtiges „Mädi“ behandeln. Ich werde wohl alle Klischees erfüllen, so wie ich es mit Mitte Zwanzig niemals getan hätte. Damals hätte ich ein Mädchen geschlechtsneutral angezogen und nicht in Rosa – das wird jetzt vermutlich ganz anders.

Frau Fechter, wie sehen Sie sich in Ihrer Rolle als Mutter? Werden Sie eine strenge Mama?
Fechter:
Nein, ich werde wahrscheinlich eher die lässige Mama sein. Mein Freund wird der Bad Cop, und ich der Good Cop. Hoffentlich werde ich so eine Mama, wie es meine Mutter ist. Sie war lässig, aber trotzdem nicht antiautoritär, keine Grenzen zeigend und so wischiwaschi. Und immerhin bin ich ganz gut gelungen. Ich hoffe, dass ich später mit meinem Kind auch gemeinsam fortgehe. Aber vielleicht bin ich ihm dann eh peinlich (lacht)! Alles ist möglich.

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Frau Resetarits, Niko spricht vom gemeinsamen Ausgehen – sehen Sie dieser Zeit mit etwas Angst entgegen? Immerhin sind Sie Ende 60, wenn Ihre Tochter maturiert.
Resetarits:
Nein, überhaupt nicht. Ich bin nie mit meinen Kindern weggegangen. Und gemeinsam reisen und andere Interessen teilen, kann ich hoffentlich mit über 60 auch noch. Ich bin in meiner Seele viel zu jung, um eine zu alte Mutter zu sein. Sterben kann man immer. Meine Mutter war mit 64 tot, das wäre natürlich schlimm. Aber ich glaube, dass gerade ein Kind jung hält.

Frau Fechter, Sie stehen mitten im Berufsleben – haben Sie sich schon überlegt, wie Sie Kind und Karriere unter einen Hut bringen werden?
Fechter:
Mein Freund und ich sind sehr karriereorientiert. Andererseits aber auch sehr liebesfähige Menschen. Man muss nicht unbedingt jede Sekunde mit einem Kind verbringen, um gute Eltern zu sein. Ich kannte das selbst von meinem Vater und meiner Mutter nie anders – bei mir war nach der Schule einfach niemand zu Hause. Das war kein Problem, im Gegenteil: Es hätte mich genervt, eine Mutter zu haben, die mir um 12.01 Uhr das „Pappi“ unter die Nase schiebt.

Resetarits: Nehmt ihr euch Au-Pair-Mädchen zur Unterstützung?

Fechter: Klar. Abgesehen davon, kann ich mir in meinem Job natürlich alles auch ein bisschen einteilen. In den ersten zwei Jahren werde ich schauen, dass ein Kindermädchen mit mir in den heißen Phasen den ganzen Tag mitläuft, und dann sind da auch noch die Omas und Opas, die sich ja eh alle schon so freuen.

Resetarits: Das ist bei mir schon ein bisschen anders. Natürlich will man, wenn man jung ist, Karriere machen. Ich denke, man ist es sich selbst und den Kindern schuldig, sich seine beruflichen Träume zu verwirklichen. Ich habe meine Karriere gehabt und wüsste jetzt nicht, was ich noch erreichen möchte. Ich mache zwar an der Uni Krems nun meinen Abschluss und eröffne ein zweites Lokal. Aber im Grunde bin ich froh, mit meinem Kind nun einen Lebensabschnitt zu gestalten, wie ich ihn so noch nie erlebt habe.

Frau Fechter, wäre es für Sie denkbar, in Karenz zu gehen?
Fechter:
Nein, ich könnte das ehrlich gesagt nicht. Ich hatte jetzt kurzfristig keine Putzfrau und habe mir vorgenommen, einmal selbst Hausfrau zu spielen. Nach drei Tagen bin ich geflüchtet!

Frau Resetarits, Sie heiraten ja im Mai. Ist das für Sie auch ein Thema, Frau Fechter?
Fechter:
Nein. Erstens ist meine Mutter Scheidungsanwältin – also Grund genug, mit einer Hochzeit zu warten (lacht). Auch wenn mein Vater gerne hätte, dass wir jetzt heiraten. Ich feiere heuer meinen Dreißiger, mein Freund seinen Vierziger im nächsten Jahr – wir warten also noch, bis wir wieder eine gute Gelegenheit brauchen, eine lässige Party zu machen. Abgesehen davon, steht fest: Wenn ich heirate, bin ich dünn (lacht)!

Frau Resetarits, werden Sie Ihren Namen ändern?
Resetarits: Ja, unser Sohn, der Tim, will seit Jahren, dass ich auch Kraml heiße. Also bitte, dann werde ich halt die Karin Kraml.

Stichwort Geburt: Werden Ihre Männer dabei sein?
Resetarits:
Der Martin war beim letzten Mal mit der Kamera dabei, damit er zumindest eine kleine Schutzzone hat. Ob er es diesmal ohne schafft, werden wir sehen …

Fechter: Mein Vater hat mir immer empfohlen, dass ich meinen Mann da möglichst raushalten soll. Tatsächlich taugt es mir an meinem Freund, dass er nicht dabei sein will. Ich halte es für eine Modeerscheinung, dass Männer unbedingt die Geburt miterleben müssen. Ich will das lieber mit meiner Mami machen. Auch weil ich ein totaler Jammerlappen bin. Ich will für ihn supersexy bleiben und brauche das nicht, dass er mich so brüllend und schwitzend sieht.

Wie weit stecken Sie in den Vorbereitungen auf das Baby – sind die Kinderzimmer schon eingerichtet?
Resetarits:
Schlechtes Thema (lacht)! Wir haben ja gerade unser Haus fertig gebaut – und im Grunde fehlt uns jetzt wieder ein Zimmer. Aber in den ersten Jahren ist die Kleine sicher eh immer bei uns – ich halte es ohnehin für besser, wenn das Kind bei den Eltern im Zimmer schläft. Viel Nähe macht Kinder selbstsicher.

Fechter: Bei uns ist es ganz ähnlich: Wir wohnen in einem sehr schönen, stylishen Loft mit zwei Terrassen. Unglaublich kinderunfreundlich! Aber ich möchte die Wohnung auf keinen Fall aufgeben, genauso wenig wie mein Cabrio (lacht). Irgendwie werden wir das schon hinkriegen. Ein Kinderzimmer gibt es ja und den Rest werden wir halt kindersicher machen.

Frau Fechter, gibt es etwas, was Sie von Frau Resetarits als erfahrene Mutter unbedingt noch wissen möchten?
Fechter:
Mir redet jeder ein, dass man mit einem Baby in der Sekunde sein Leben umstellen muss. Ist das wirklich so? Davor habe ich nämlich ein bisschen Angst.

Resetarits: Natürlich ändert sich vieles – aber, glaube mir: Wenn du entspannt bist, wird dein Baby genauso ruhig sein. Wichtig ist, sich ab und zu Zeit ganz für sich alleine zu nehmen. Keine Sorge, du wirst sicher eine fantastische Mama!

Spätes Babyglück auch bei Filmstar Monica Bellucci
Ein Freund der Familie hat das Geheimnis gelüftet: Schauspielerin Monica Bellucci erwartet mit 45 Jahren ihr zweites Kind von Ehemann Vincent Cassel (43). Tochter Deva (5) kann sich im Frühjahr also auf ein Geschwisterchen freuen – ob Mädchen oder Junge wollte der erotische Italo-Star noch nicht verraten.

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