Immer mehr weibliche Mediziner in Österreich

Immer mehr weibliche Mediziner in Österreich

Beim Medizinstudium ist der Anteil der Studentinnen von unter 50 Prozent in den 80er Jahren auf zuletzt 60 Prozent gestiegen. Laut Aussage des Spitalsärztechefs und Vizepräsidenten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, betrage der weibliche Anteil auch bei der praktischen ärztlichen Turnusausbildung mittlerweile über 60 Prozent.

Diese "Femininisierung einer vermeintlichen Männerdomäne" bezeichnete Mayer am 15. Jänner als "durchaus begrüßenswert". Doch man müsse dieser Entwicklung mit flexibleren Arbeitsmodellen begegnen, um damit den spitalsärztlichen Beruf besser mit "frauenspezifischen Anforderungen" wie Familie und Kindern zu vereinbaren, so der Bundesobmann der Spitalsärzte in einer Aussendung.

Ausgeprägtere "Soft Skills"
Frauen hätten gegenüber ihren männlichen Kollegen oft ausgeprägtere "Soft Skills", die sie für den Arztberuf besonders qualifizieren, so Mayer: "Sie zeigen beispielsweise meist mehr Einfühlungsvermögen und Geduld. Ärztinnen hören besser zu und stellen mehr Fragen. Auch beachten sie psychosoziale Zusammenhänge stärker als ihre männlichen Kollegen."

Der Trend, dass immer mehr junge Frauen den Arztberuf ergreifen möchten, werde sich nach seriösen Prognosen in Zukunft noch verstärken. Wichtig werde dann auch, dass sich "Ärztin und Mutter sein" nicht gegenseitig ausschließt. Dazu Mayer: "Hier brauchen wir im Spital Arbeitszeiten, die flexibel auf die verschiedenen Lebensabschnitte Rücksicht nehmen. Je nach Alter sollte es möglich sein, eine Zeitlang halbtags oder Vollzeit arbeiten zu können - mit dafür geeigneten Einkommensmodellen." Flexible Arbeitsplätze, flexible Arbeitszeitmodelle, mehr Teilzeitausbildungsstellen und mehr Kinderbetreuungsplätze seien wünschenswert.

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