'Ich knie mich jetzt hinein'

Laura Rudas

'Ich knie mich jetzt hinein'

(c) KernmayerÜber 360.000 Jungwähler sind auf der Suche. Und SPÖ-Shooting-star Laura Rudas (27), von Werner Faymann auf den prominenten vierten Listenplatz gesetzt, soll den Teenies den Weg weisen, damit sie am 28. September nicht nur den Weg in die Wahlzelle finden, sondern auch noch die richtige Farbe ankreuzen.

Als optischer Aufputz will sich die attraktive Jungpolitikerin, die die Tochter des renommierten Psychiaters Stephan Rudas ist, aber nicht sehen. „Werner Faymann sieht mich als tatsächlichen Partner und fragt mich oft nach meiner Meinung“, sagt sie. Warum die Tochter aus gutbürgerlichem Haus glaubt, bei den Teenies punkten zu können, erzählt sie im Talk MADONNA.

Frau Rudas, Sie gelten mit nur 27 Jahren als eine der engsten Vertrauenspersonen des SPÖ-Spitzenkandidaten Werner Faymann im Nationalratswahlkampf – darauf sind Sie bestimmt stolz...
Laura Rudas:
Ich freue mich, dass ich stellvertretend für die vielen politisch aktiven jungen Leute an diesem Wahlkampf beteiligt sein darf. Ich halte es für sehr mutig von Werner Faymann, so junge Teamkollegen dabei haben zu wollen... Nicht fürs Foto, mit dem er sich dann brüsten kann, sondern als tatsächliche Partner.

Wie viel können und dürfen sie in dieser heißen Phase vor der Wahl mitreden?
Rudas:
Sehr viel! Er fragt mich oft nach meiner Meinung, und wir diskutieren über die Themen inhaltlich und auch darüber, wie man mit bestimmten Themen umgeht. Auch auf der Tour werde ich bei vielen Terminen mit dabei sein. Wir sind tatsächlich ein Team!

Am 28. September dürfen sich erstmals 360.000 Jungwähler für eine Partei entscheiden – wie kann man Ihrer Meinung nach gerade so junge Menschen für Politik begeistern?
Rudas:
Mir ist es wichtig, neue Politik zu repräsentieren. Ich glaube, dass gerade bei jungen Menschen das Ergebnis und die Lösung mehr zählen als der Parteiselbstzweck. Es nervt die Jungen, dass gestritten wird und die Lösungen auf der Strecke bleiben. Was viele vergessen, ist, dass es gerade den Wählern unter 18 um Werte geht wie soziale Gerechtigkeit. Aber auch Themen wie Teuerung und die Ausbildungssituation sind ihnen ganz und gar nicht egal. Gerade junge Mädchen interessieren sich zum Beispiel immer früher dafür, auch in „frauenuntypischen“ Berufen gefördert und gleichberechtigt in der Berufswelt behandelt zu werden. Auf solche Interessen einzugehen, halte ich für ganz wichtig. Dann werden auch viele von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.

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Sie selbst kommen ja aus sehr gutem Haus – denken Sie, dass Sie die Probleme einer durchschnittlichen Arbeiterfamilie denn nachvollziehen können?
Rudas:
Auf jeden Fall! Ich bin ja jemand, der auf Menschen zugeht und ihnen zuhört. Vor allem bei jungen Leuten zählt nur der direkte Kontakt. Ich gehe in ganz unterschiedliche Jugendtreffs, Diskotheken, überall dorthin, wo man direkt reden und diskutieren kann. Außerdem komme ich ja aus dem 15. Bezirk, wo ich meine politische Karriere gestartet habe. Da bin ich auch jetzt noch oft im Park, um mit den Jungs und Mädchen zu reden.

Im 15. Bezirk ist der Ausländeranteil ziemlich hoch – treffen Sie dort nicht auch viele Österreicher, die statt SPÖ Straches FPÖ wählen?
Rudas:
Natürlich ist das gerade in solchen vielfältigen Bezirken immer wieder ein Diskussionspunkt. Trotzdem habe ich nicht den Eindruck, dass die jungen Wähler besonders auf Strache reflektieren. Es mag einfach klingen, aber Menschenhetze löst weder Probleme der Arbeitslosigkeit noch der Teuerung noch andere Probleme. Das verstehen junge Menschen auch. Die lassen sich meistens nicht mit Slogans abspeisen, sondern fragen drei Mal nach.

Sind sind seit Ihrem 18. Lebensjahr politisch aktiv – hat Ihnen Ihre Verwandtschaft mit dem ehemaligen SPÖ-Geschäftsführer Andreas Rudas bei Ihrem Aufstieg geholfen?
Rudas:
Diese Frage wurde mir natürlich schon oft gestellt... Nein, mein Onkel war damals schon in der Privatwirtschaft. Außerdem habe ich gar keinen Kontakt zu ihm.

Und warum nicht?
Rudas:
Einfach so. Zu manchen Onkeln habe ich Kontakt, zu anderen eben nicht.

Für Privates bleibt Ihnen momentan wohl wenig Zeit. Man sieht auch nie einen Mann an Ihrer Seite...
Rudas:
Ich lebe alleine (lächelt). Mehr sage ich nicht.

Sind Beruf und Familie Ihrer Meinung nach noch immer zu schwer vereinbar?
Rudas:
Ja, absolut. Ich selbst habe ja noch keine Familienpläne, aber ich habe Freunde, die gerade eine Familie gründen. Da gibt es noch immer viele Hürden – vor allem in den Bundesländern. Was mich so stört, ist, dass noch immer das meiste an den Müttern hängen bleibt. Niemand fragt die Väter. Ich weiß nicht, wie es einmal bei mir sein wird. Aber vorgenommen habe ich mir, dass in meinem Haus nur halbe-halbe infrage kommt.

Sie sind in Sachen Karriere sehr gut unterwegs – könnten Sie sich vorstellen, ein Ministerium zu übernehmen?
Rudas:
Darüber habe ich wirklich noch nicht nachgedacht. Jetzt knie ich mich zuerst einmal in die Wahlen hinein. Und danach muss ich meine Diplomprüfung machen. Ich habe meine politische Zukunft nie so durchgeplant. Und trotzdem – oder gerade deshalb – haben sich immer spannende Aufgaben für mich ergeben.
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