Fragen an den Frauenarzt

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Fragen an den Frauenarzt

Was hilft gegen Gewichtszunahme vor der Regel? Und wie finde ich das optimale Verhütungsmittel? Experten informieren Sie über alle Frauen-Fragen.

(c) GettyTermin beim Gynäkologen: Die Untersuchung ist vorbei und am Weg aus der Ordination fällt es Ihnen wieder ein: Sie wollten Ihren Frauenarzt doch noch etwas Wichtiges fragen ...
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Tipp: Notieren Sie sich Ihre Fragen das nächste mal auf einem Zettel! Und in der Zwischenzeit hilft Ihnen MADONNA aus: Ein renommiertes Experten-Team gibt Antworten auf all ­jene Frauen-Fragen, die Sie schon immer wissen wollten.

Gesundheits-Check - Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen Ich möchte gerne schwanger werden. Was kann man tun, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen?
Dr. Rankine:
Das Wichtigste ist, das Rauchen zu beenden. Auch ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung spielen eine Rolle: Beide können den Zyklus regulieren und die Eierstockdurchblutung anregen. Frauen Gefährlicher Trend: Schönheits-OPs im Intimbereich sollten weder zu dick noch zu dünn sein: Übergewichtige, aber auch untergewichtige Frauen können Zyklusunregelmäßigkeiten haben und dadurch sinkt auch die Fertilität. Ideal ist regelmäßiger Sex im Abstand von drei bis fünf Tagen. Hat man deutlich seltener oder häufiger Sex, leidet die Samenqualität.

 

Warum ist esab 35 schwieriger schwanger zu werden?

Dr. Seidel: Die Fruchtbarkeit jeder Frau nimmt aufgrundmehrerer Faktoren altersabhängig ab:

1. Qualität undQuantität der Eizellen, die sogenannte Eizellreserve nimmt ab. Genetik aber auch Lifestyle, Ernährungund Rauchen (Raucherinnen werden im Schnitt um 1 Jahr später schwanger)beeinflussen die Eizellreserve. (Eizellreservetesten siehe nächste Frage)

2. Aufgrundder verminderten Eizellqualitätsteigt die Häufigkeit von Chromosomenstörungen der befruchteten Eizelle. Diesekann dann häufig in einer frühen Fehlgeburt enden.

3. Aufgrund des höheren Alters ist natürlich die Chance von Schädigungen der Eileiter,Verwachsungen oder Myomen (gutartige Tumoren der Gebärmutter) höher. Dies sind allesFaktoren die eine Schwangerschaft deutlich erschweren.


Woher weiß eine Frau wie es um ihre Eizellreservesteht?

Dr. Seidel: Es gibt ein neues Verfahren um die vorhandeneEizellreserve zu testen: Der Blutspiegel des sogenannten „Antimüllerhormons“gibt verlässlich Auskunft über die vorhandene Eizelreserve und lässtabschätzen, ob man sich mit dem Kinder kriegen beeilen sollte.


Wie finde ich das für mich optimale Verhütungsmittel?
Dr. Seidel:
Die optimale Verhütung hängt von Alter, Zeithorizont für Kinderwunsch, individuellen Lebensumständen, eventuellen Beschwerden und Lifestyle der Patientin ab: Man kann aus einer breiten Palette heute für jede Frau das optimale Verhütungsmittel wählen. Bestseller ist nach wie vor die hormonelle Verhütung – von der Pille bis zum Verhütungsring. Leidet eine Frau zum Beispiel unter starken Regelschmerzen, bietet sich eine niedrig dosierte Anti-Baby-Pille an, eventuell im Langzyklus (also ohne Einnahmepause). Oder, bei langfristigem Verhütungswunsch als Alternative die Hormonspirale. Reagiert die Frau auf eine bestimmte Pille mit Libidoverlust oder Stimmungsschwankungen, hilft nur eines: die Pille wechseln. Wer sich für die richtige Pille entscheidet, darf mit einer Reihe positiver Effekte rechnen: Die Haut wird schöner, der Busen größer und starke Blutungen oder PMS bessern sich. Out ist heutzutage hingegen die Drei-Monatsspritze: Die längere Einnahme kann bei Frauen zu einer Abnahme der Knochendichte führen. Und es kann nach Absetzen über ein, zwei Jahre dauern, bis wieder ein Eisprung entsteht.

Vor der Regel nehme ich immer stark zu. Was kann ich tun?
Dr. Kalmar:
Die Gewichtszunahme entsteht durch einen Mangel an Progesteron (Gelbkörperhormon): Dadurch kommt es zu Wassereinlagerungen sowie zu verbesserter Kalorienverwertung. In leichteren Fällen hilft Agnus castus (Mönchspfeffer, erhältlich als Tee oder Tropfen in Apotheken); in schwereren Fällen kann man auch das Hormon Progesteron verabreichen. Auf jeden Fall verbessert Bewegung (zum Beispiel sanfter Ausdauersport) das Wohlbefinden. Auch entwässernde Speisen (wie Reis oder Kartoffeln ohne Salz) helfen.

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Kaiserschnitt oder normale Geburt: Was ist besser?
Dr. Rankine:
Das Hauptargument für eine natürliche Geburt ist das emotionale Erlebnis. Frauen haben das Gefühl, eine große Leistung vollbracht zu haben, die vor allem durch die Ausschüttung des Hormons Oxytocin unterstützt wird. Man sagt auch, dass das Zusammenziehen der Gebärmutter bei den Wehen das Kind langsam auf die Geburt vorbereitet und das kindliche Immunsystem anregt. Das Kind könne sich durch den positiven Geburtsstress der neuen Umgebung besser anpassen.

Durch erhöhtes Sicherheitsdenken steigt der Wunsch nach geplantem Kaiserschnitt. Durch verbesserte Operationstechniken sind die Frauen danach wieder schnell mobil und ersparen sich Schäden im Bereich des Beckenbodens. Allerdings haben Kaiserschnittkinder zwei bis dreimal so häufig Atemschwierigkeiten. Und: Da das Fruchtwasser bei der OP nicht aus der Lunge gepresst wird, kann sich diese oft nicht optimal entfalten.

Soll man sich nun gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lassen oder nicht?
Dr. Seidel:
Grundsätzlich: Ja. HPV-Viren sind zu 100 Prozent für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Daher ist Impfen die beste Vorsorge. Die Durchseuchung der weiblichen Bevölkerung mit HPV-Viren ist hoch: bis zu 40 Prozent. Die Impfung ist derzeit für Frauen bis zum 26. Lebensjahr zugelassen. Neue Studien zeigen jedoch, dass die Impfung auch für ältere Frauen bis 44 Jahren sinnvoll ist. Sie immunisiert gegen die vier häufigsten HPV-Typen und gewährleistet einen 75-Prozent-Schutz vor Gebärmutterhalskrebs sowie vor Krebsvorstufen, die auch oft operiert werden müssen. Zusätzlich schützt die Impfung zu fast 100 Prozent vor Feigwarzen. Diese sind zwar gutartig, aber sehr lästig. Die Impfung gilt heute als sicher. Einziger Nachteil ist der hohe Preis von 624 Euro: Die Kasse bietet derzeit leider keine Unterstützung an.

Gibt es sanfte Methoden, die gut gegen Wechselbeschwerden helfen?
Dr. Kalmar:
Was sehr gut hilft, ist Bewegung. Moderater Sport verbessert Wallungen, Schlafstörungen, Probleme mit dem Blutdruck und Befindlichkeitsschwankungen. Auch die richtige Ernährung ist entscheidend: Essen Sie viele rote Früchte (Himbeeren, rote Äpfel, Kirschen), Kohlgemüse sowie Sojaprodukte (Tofu, Sojasprossen). Als homöopathisches Mittel hat sich Radix Cimicifuga (Traubensilberkerze, in Apotheken) bewährt: Sie verbessert sämtliche Beschwerden während des Klimakteriums.

Was kann ich gegen Scheidenpilz-Infektionen tun?
Dr. Rankine:
Schuld daran ist meist eine zu geringe Anzahl der so genannten Döderlein-Stäbchen, die für das saure Milieu in der Scheide verantwortlich sind. Häufig treten die Infektionen nach einer Antibiotika-Therapie auf (da Antibiotika eben auch die „guten“ Bakterien abtöten) oder nach einem Aufenthalt in Sauna oder Dampfbad. Bei Neigung zu Pilzen: Schon vorbeugend Döderlein-Vaginaltabletten (Apotheke) nehmen oder Milchsäurespülungen durchführen. Im Akutfall hilft nur ein Antimykotikum (Pilzmittel) in Form von Vaginal- oder oralen Tabletten.