Der talentierte Schüler und seine Feinde

Andreas Salcher

Der talentierte Schüler und seine Feinde

„Das Schulsystem ist unfähig!“ Ein Buch schlittert durch die Medien vorbei an faden Floskeln, mit dem Aufruf zu Handeln.


Die Schule bildet das Gerüst für das Leben, aus beruflicherund sozialer Sicht. Immer öfter wird sie in Frage gestellt – Politik und Lehrerwerden angeklagt.

PulverfassSchulsystem
Das Schulsystem als Talentvernichter, das Faulpelze fördertund engagierte Lehrer mobbt, wird im Bestseller „Der talentierte Schüler undseine Feinde“ zum Pulverfass.

Falscher Stellenwert
Der bildungsvermittelte, meist völlig unterbewertet,Lehrerberuf ist in Gefahr. Engagierte Lehrer, die etwas ändern wollen, werdenvom Kollegenkreis abgewiesen und in der Gesellschaft belächelt. Dabei geht esum Bildung.

Kein Anti-Leher-Buch
Auch wenn Autor Andreas Salcher die Lehrer kräftigaufschüttelt, will er sie jedoch nicht pauschal als Sündenböcke abstempeln. ImVisier ist das Schulsystem, das unfähig sei „Kinder in ihrer Individualität zufördern und wahrzunehmen“.

BildungsexperteSalcher
Andreas Salcher ist Mitbegründer der „Sir Karl PopperSchule“. Zudem war der Bildungsexperte einstiger Wiener ÖVP-Mandatar.

Buchtipp: Andreas Salcher: "Der talentierte Schüler und seine Feinde"
  ecowin-Verlag, 19,90 Euro

 

Auf der nächsten Seite finden Sie die 10 Aufreger-Thesen!


These 1: Talente werden vernichtet.
In der Schule wird Lesen, Rechnen, Schreiben wie amFließband gelehrt. Diese Massenabfertigung fährt wie ein Rasenmäher über dieTalente drüber.

These 2: Sauteuer, aber schlecht.
Österreich hat eines der teuersten Schulsysteme der Welt mitsehr mittelmäßiger Qualität. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Schüler liegenbei 9.803 Dollar. Beim Pisa-Sieger Finnland kostet ein Schüler 7.798 Dollar.

These 3: Schüler steht nicht im Mittelpunkt.
In der Wirtschaft heißt es: Der Kunde ist König. In derSchule ist genau das Gegenteil der Fall. Salcher: „Zynisch könnte man sagen, ersteht sogar im Weg.“

These 4: Schule verbeißt sich in die Schwächen.
Im heimischen Schulsystem büffelt man, um in den schlechtenFächern besser zu werden. Jene Fächer, in denen man Talent zeigt, werdenvernachlässigt.

These 5: Veralteter Unterricht.
In der Schule der Zukunft dürfen sich Lehrer nicht alsVermittler einer objektiven unangreifbaren Wahrheit sehen, sondern alserfahrener Weggefährte beim Lernprozess. Im Klartext: Lehrer müssenakzeptieren, dass Schüler heute neue und vielfältige Wege derWissensbeschaffung haben. Das Schulbuch ist nicht mehr Wissensvermittler Nr. 1.

These 6: Lehrergewerkschaft – Feind des talentiertenSchülers.
Die Lehrergewerkschaft vermittelt stets das Bild, dass alleLehrer überlastet, schlecht bezahlt sind. Um das Leid der Lehrer zu verkürzen,wollen sie am System nichts ändern, sondern nur die Ferien verlängern.

These 7: Unmotivierte Lehrer müssen weg.
In Österreich gibt es 6.000 schlechte Lehrer, die jedeUnterrichtsstunde auf die Kids losgelassen werden. Andreas SalchersForderung: Diese Lehrer müssen gekündigtwerden.

These 8: Faulpelze werden begünstigt.
Es gibt keinen anderen Bereich, in denen sich Faulpelze sogut entwickeln können wie im Schulsystem. Diese Schule demotiviert, ja mobbtdie fähigsten und leistungswilligsten Lehrer, die tatsächlich alles geben.

These 9: Müssen um das Talent kämpfen.
Das Schulsystem muss mit der gleichen Vehemenz für dasTalent jedes Kindes kämpfen, wie wir das beim Arzt selbstverständlich tun, wennes um unsere Gesundheit geht. Das passiert aber bis jetzt noch nicht.

These 10: Höherer Stellenwert.
Um der Misere zu entkommen fordert Salcher: Lehrerbenotung,eine bessere Lehrerausbildung und das Image und die Bezahlung der Lehrer zuheben.