Thomas Brezina hält zur elterlichen Selbstreflexion an

Neues Buch des Kult-Autors

Thomas Brezina hält zur elterlichen Selbstreflexion an

A uch wenn er keine pädagogische Ausbildung gemacht, oder selbst Kinder großgezogen hat, kann man Thomas Brezina ein gewisses Verständnis für Jugendliche zusprechen. Immerhin hat der 56-Jährige in seiner Karriere mehr als 550 Bücher für ebendiese Zielgruppe geschrieben, seine Geschichten von der „Knickerbocker-Bande“ und anderer rätsellösender Protagonisten haben sich weltweit über 40 Millionen Mal verkauft. In seinem neuesten Buch „Blödsinn gibt’s nicht“ richtet der erfolgreiche Autor sein Wort an die Eltern, um ihnen, wie er im Vorwort schreibt, „von Erfahrungen und Beobachtungen zu erzählen, die helfen können, Kinder für das Leben zu begeistern“. Wir haben für Sie reingelesen und laden mit einer kleinen Auswahl an Tipps und Lektionen zur Selbstreflexion.   

Erwartungen machen nur unglücklich
Brezinas Vater, ein erfolgreicher Radiologe, hatte für seine Söhne recht klare Lebensvorstellungen. Doch als ihm der Sohn eröffnete, lieber fürs Fernsehen arbeiten zu wollen und zukünftig auch nicht das Bild der klassischen Familie erfüllen zu können, haben ihn die Eltern trotzdem unterstützt. Brezina erinnert sich: „Mein Vater hat zu mir etwas gesagt, das ich nie vergessen werde. Ich war damals ungefähr 25, als er meinte: „Du bist alle Wege anders gegangen, als ich das für dich wollte. Du hast Entscheidungen getroffen, die ich im ersten Moment absolut nicht gutgeheißen habe. Ich habe immer versucht, dir das nicht zu zeigen und dich einfach längere Zeit zu beobachten. Heute ist mir klar, dass dich dein Weg und deine Tätigkeit glücklich machen. So wir es können, werden wir dich immer unterstützen.“  
 
Ehrliche Erfahrungen teilen
„Erwachsene, die zu einem Schulanfänger sagen, es beginne jetzt der „Ernst des Lebens“, sollten in Turnhallen gestellt und von Kindern mit Schaumtorten beworfen werden“, schreibt Brezina in seinem Ratgeber. Selbstverständlich geht es in der Schule um die Allgemeinbildung, dennoch werden im Laufe der Jahre viele andere Kompetenzen geschärft bzw. Erfahrungen gemacht. Schule ist zuweilen interessant, oft genug aber auch anstrengend, unfair oder langweilig. Dementsprechend rät Thomas Brezina dazu mit seinen Kindern ehrlich „über die eigenen Erfahrungen in der Schule zu sprechen, die guten und auch die weniger guten“. Dies könne Kinder stärken. 
 
Lesefreude lernen
Kinder der Generation Smartphone scheinen immer schwerer zum Lesen zu bewegen. Soll die Lektüre auch noch „wertvoll“ sein, scheint der Kampf völlig verloren. Doch Brezina mahnt: „Bitte locker bleiben, wenn Sie Kinder für das Lesen begeistern wollen.“ Einerseits solle man sein eigenes Leserverhalten überprüfen (siehe Selbsttest rechts), andererseits sei „jede Aufnahme von Buchstaben und Text“ positiv. Dementsprechend sei es auch ok, wenn das Kind z. B. gerne Wikipedia-Artikel lese. Ansonsten solle man dem Nachwuchs verschiedene Bücher anbieten, „ohne Wertung, ohne Kritik, ohne ein Urteil über die Auswahl“. 
 
Brezina © edition a
„Blödsinn gibt’s nicht“ von Thomas Brezina ist erschienen bei edition a und erhältlich um 20 Euro.
 
Das eigene Tier als Familienaufgabe 
„Haustiere sind auf jeden Fall eine wunderbare Erfahrung und etwas sehr Wichtiges im Leben von Kindern. Es sollten sich aber nur Familien Haustiere nehmen, in denen die Eltern Talent zu TierpflegerInnen haben“, schreibt Brezina, in Erinnerung an sein geliebtes Kaninchen Benni, seinen Eltern dankend, die beim Käfigputzen scheinbar nicht nur einmal eingesprungen sind. Denn was sollen Kinder daraus lernen, wenn das Haustier bei verlorenem Interesse einfach weggeben wird? Dass das Leben einfach weitergegeben werden kann, wenn man die Freude daran verliert? „Nein, das ist wohl das schlechteste Vorbild überhaupt.“ 
 
 
Selbsttest

Sie wollen Ihr Kind für das Lesen begeistern? Dann beantworten Sie sich diese Fragen zuerst. 

Meine drei Lieblingsbücher als Kind 

1
 
2

 

3
 
Sie haben mir so gut gefallen, weil …

Ich habe sie selbst entdeckt.
 
empfohlen bekommen.

 

zum Glück lesen müssen.
 
Diese Bücher haben meine Eltern und/oder andere Erwachsene für

  •   wertvoll
     
  •   bedeutungslos
     
  •   wertlos
 
gehalten.
 
Was habe ich aus diesen Büchern bis heute mitgenommen?
 
Welche Gefühle habe ich, wenn ich an die Geschichte denke?
 
Welchen Schaden habe ich genommen, falls meine Eltern oder LehrerInnen diese Bücher als schlecht bezeichnet haben?
Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden
Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum