Thomas Brezina: Wie man die Liebe findet

Neuer Roman mit persönlicher Liebes-Formel

Thomas Brezina: Wie man die Liebe findet

400 Seiten voller Gefühle – Kinderbuch-Ikone Thomas Brezina weiß, wovon er spricht (und schreibt): „Liebesbrief an Unbekannt“ (edition a, 20,00 Euro) erzählt ab sofort die Geschichte einer jungen, verzweifelten Frau, die an einen noch ungewissen Traummann schreibt – und eines Tages Post erhält. Süß: Der 56-jährige „Knickerbocker-Bande“-Autor verfasste selbst ein Jahr lang Briefe an Unbekannt, ein halbes Jahr später stand Ivo vor der Tür: Mittlerweile ist das Paar verheiratet. Mit Seitenblicke plauderte Brezina sehr persönlich über sein Liebesglück, 30 Jahre Erfolg – und darüber, was er von seinen Eltern gelernt hat. 

Was bedeutet Liebe für Sie?
Thomas Brezina: Liebe ist die größte Kraft, die es im Leben gibt. Nicht nur die Liebe zwischen Menschen, sondern die Liebe zur Natur, zu Tieren und zu Sachen, zu Einstellungen. Die romantische Liebe in Beziehungen ist nicht ganz so, wie sie uns in Hollywoodfilmen gezeigt wird. Ich glaube, Beziehungen beginnen immer dort, wo der Film gerade endet. Dort beginnt die Anstrengung, die sich aus meiner Sicht sehr lohnt. 
 
Sie haben ja früher selbst Briefe an einen unbekannten Partner geschrieben. Warum kam’s jetzt erst zum Buch?
Brezina: Mir ist das schon vor Jahren durch den Kopf gegangen, als ich das selbst gemacht habe: Was wäre, wenn eine Antwort auf Briefe kommt, die keiner sehen kann? Das war die ursprüngliche Idee, die ich Jahre mit mir herumgetragen habe. Aber es ist eben nun einmal so: Die Zeit muss reif sein – und wenn sie dann reif ist, dann lege ich los. 
 
Haben Sie beim Schreiben der Briefe an eine spezielle Person gedacht?
Brezina: Der Trick ist, dass man nicht an Personen denken darf, sondern an ein Lebensgefühl, das man gerne mit jemandem erleben möchte. Es ist völlig unmöglich, Menschen ins Leben zu zwingen. Es ist hinderlich, wenn man gewisse Grundvorstellungen hat und einen Partner wie ein Automodell bestellt, mit Farb- und Ausstattungswünschen. Das funktioniert nicht. Wenn man sich ein Lebensgefühl vorstellt, wie das Leben zu zweit sein soll, dann strahlt man etwas Besonderes aus. Und da muss man dem Leben vertrauen, dass es diese eine Person bringen wird. Man muss sie dann auch nur noch sehen. 

Wie lange haben Sie die Briefe verfasst?
Brezina: Ein Jahr.
 
… und wann trat Ivo in Ihr Leben?
Brezina: Das war ein halbes Jahr später. Wir kannten einander viele Monate. Keiner hat gedacht, dass der andere irgendwie interessiert ist. Das hat sich dann sehr plötzlich ergeben. Dann habe ich ihm das irgendwann erzählt, dass das für mich ganz unglaublich ist. Und er verfolgt ja auch sehr ähnliche Gedanken wie ich: was alles möglich ist im Leben und wie man mit den eigenen Energien umgehen soll. Er versteht mich da sehr.  

Kennt er denn Ihre Briefe?
Brezina: Nein, ich habe Ivo die Briefe nicht vorgelesen. Ich habe sie am überwiegenden Teil am iPad geschrieben, wenn ich unterwegs war und sie abgespeichert. Nur manche habe ich händisch geschrieben, manche habe ich abfotografiert.  
 
Auf Social Media schreiben und teilen Sie allerhand Persönliches mit Ihren Followern …
Brezina: Ich teile nur das, wo ich glaube, dass es entweder für andere unterhaltsam ist, oder, dass es etwas ist, das ich gelernt habe und es für andere nützlich sein kann. Nur das teile ich, alles andere nicht.

Haben Ihnen Ihre Eltern Liebe vorgelebt? Was konnten Sie da mitnehmen?
Brezina: Meine Eltern waren 46 Jahre verheiratet. Ich habe sie nie streiten gesehen. Jeder hatte seinen Bereich, es gab einen enormen Respekt füreinander und eine große Dankbarkeit für alles, was der andere getan hat. Das habe ich vorgelebt bekommen. Mein Vater hat meine Mutter über alles geliebt und meine Mutter hat meinen Vater über alles geliebt. Sie hat ihn 16 Jahre überlebt und dann, wie soll ich sagen, mit seinem Geist weitergelebt. Es war ihre Entscheidung, sie wollte dann keinen anderen mehr kennenlernen. Die Beziehung meiner Eltern ist aus meiner Sicht beispielhaft – sicher nicht in allem, aber bestimmt in sehr, sehr vielem. 

Sie haben seit 30 Jahren Erfolg – können Sie das selbst überhaupt noch fassen?
Brezina: Das ist unglaublich, dass es das immer noch alles gibt. Das geht immer weiter und das ist gut so. Ich glaube vieles nicht, was rund um mich passiert. Aber da kann man nur Danke sagen. 
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