Der Weg zur perfekten Entschuldigung

Verzeih mir!

Der Weg zur perfekten Entschuldigung

Sorry. Ein Wort, das relativ leicht über die Lippen geht. Doch Handeln bedeutet immer Konsequenz, und was auch immer man falsch gemacht haben mag – eine schnell dahingeworfene Phrase ist dem verletzten Gegenüber oft nicht genug. Aber wie entschuldigt man sich eigentlich richtig?       
 
Fehler. Eine gute Entschuldigung – nach der einem anschließend mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich verziehen wird – setzt sich aus sechs Komponenten zusammen (siehe Kasten rechts), die je nach „Vergehen“ im Entschuldigungsprozess wichtiger oder unwichtiger sind. Intuitiv machen die meisten Menschen dabei die gleichen Fehler. Der häufigste ist dabei das Wörtchen „aber“ – zum Beispiel in einer Formulierung wie „Es tut mir leid, dass ich ..., aber du hast ja auch ...“. Das „Aber“ nimmt der Entschuldigungsbitte die Aufrichtigkeit, egal, was anschließend kommt, so die US-amerikanische Psychologin Harriet Lerner. Beim Zuhörer kommt dies als Rechtfertigung an.  
 
Blick auf sich selbst. Ein zweiter Fehler ist, sich für Gefühle zu entschuldigen, die man beim anderen ausgelöst hat. Denn eine gute Entschuldigung hat das eigene Handeln im Fokus und nicht die Reaktion des anderen, erläutert Lerner. 
 
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Beim Partner/in

„Der Schlüssel zu einer gesunden Beziehung ist die emotionale Verbundenheit“, so Amy Morin, Psychotherapeutin und Autorin.  Das bedeutet, dass man Reue bekunden und um Vergebung bitten soll. Man sollte auch nicht die andere Person beschuldigen oder Sachen sagen wie: „Es tut mir leid, dass du so denkst.“ Besser wäre: „Es tut mir leid, dass ich meine Stimme erhoben habe.“ Damit übernimmt man Verantwortung für
seine Handlungen.

Bei der Kollegin

Ähnlich wie beim Partner geht es um die Zukunft, doch hier ist der Zugang anders. „Ich denke, das Schlüsselwort bei den Mitarbeitern ist Vertrauen“, erklärt Ted-Speakerin Dr. Jennifer Thomas. Die Kollegin muss wissen, dass man ihren Ruf nicht schädigt. Außerdem sollte man das Streitthema immer unter vier Augen behalten. Auch in puncto Verantwortung – bleiben Sie beim „Ich“ und weisen Sie nicht anderen Faktoren die Schuld zu.“

Bei einer Freundin

Wer sich bei einer Freundin entschuldigt, sollte anbieten, sein Fehlverhalten zu korrigieren. „Nachdem man es nicht ungeschehen machen kann, könnte man etwas offerieren, das zeigt, wie viel einem die Freundschaft wert ist“, so die Therapeutin. Ein Freund möchte wissen, dass man Interesse daran hat, die Beziehung aufrechtzuerhalten. Dementsprechend bietet sich hier der Faktor Wiedergutmachung besonders an.

Bei den Eltern

Ihre Eltern wissen, dass Sie nicht perfekt sind, und kennen Ihre weniger schönen Eigenschaften genau. Das heißt nicht, dass sie sich von ihren Missetaten einfach abputzen können. „Wenn Sie Ihre Eltern verletzt haben, zeigen Sie Ihnen, dass Sie sich dieses Fehlers bewusst sind“, erörtert Jennifer Thomas. Hier liegt der Fokus darauf, Bereitschaft zur Veränderung zu zeigen.

Beim Kind

Entschuldigungen sind auch für Kinder wichtig, und ihr Inhalt unterscheidet sich nur wenig von jenem gegenüber Erwachsenen. Der Bonus ist jedoch ein Lehr-Moment. „Hier zählt die Vorbildwirkung.“ Umgehen Sie auch den häufigen Fehler, etwas retour zu erwarten. „Ihre Entschuldigung muss für sich stehen, auch wenn sie nicht erwidert wird.“
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